18.09.2018 - 12:44 Uhr
KemnathOberpfalz

Einsturz versperrt Rückweg

Es raucht aus den gekippten Fenstern des Gebäudes. Lautes Babygeschrei ist zu hören. Als die Atemschutzträger das Haus verlassen wollen, stürzt ein Teil der Treppe ein. Die Kemnather Floriansjünger trainierten den Ernstfall.

Mit Schlauchtragekorb, geschultertem Schlauchpaket und der Wärmebildkamera geht der erste Atemschutztrupp in das Gebäude vor.
von Michael DenzProfil

An einem älteren Wohngebäude auf einem stillgelegten landwirtschaftlichen Gehöft im Ortsteil Oberndorf bereiteten sich die Feuerwehrleute aus Kemnath erneut auf einen Notfall vor. Möglich macht es die Familie Koller, die den Einsatzkräften das Anwesen für Übungen zur Verfügung stellt.

Angenommen wurde ein Brand im ersten Obergeschoss. Beim Eintreffen der Floriansjünger dringt Rauch aus den gekippten Fenstern des Gebäudekomplexes. Da sie Babygeschrei hören, gehen zwei Atemschutztrupps mit einem C-Rohr und der Wärmebildkamera über die Haustür zur Personensuche und -rettung ins Gebäude.

Um weitere Zugangs- oder Rettungsmöglichkeiten zu haben, bringen die Aktiven die Drehleiter in Stellung. Zudem stellen sie aus Gründen der eigenen Sicherheit eine weitere Anleiterbereitschaft mit der Steckleiter zusammen, die sich im späteren Verlauf der Übung als wichtiger zweiter Rettungsweg für die Atemschutzgeräteträger herausstellt.

Zügig wird die kleine Übungspuppe gefunden. Eine tragbare Musikbox sorgte für das laute Babygeschrei. Zur Unterstützung bei der weiteren Absuche werden zwei weitere Atemschutztrupps zum Einsatz im Innenangriff mit einem weiteren C-Rohr gebraucht, so dass die weitere Person in einem Rauch aufgefunden und über die Treppe "gerettet" werden kann.

Zur Sicherheit der insgesamt acht Atemschutzträger stehen weitere mit Atemschutz ausgerüstete Brandschützer vor dem Gebäude bereit. Im weiteren Verlauf der Übung wurde angenommen, dass der Rückzugsweg durch einen Teileinsturz der Treppe abgeschnitten ist. Über die Drehleiter und die angelegte Steckleiter müssen sich die Brandschützer aus dem Gebäude zurückziehen.

In der Übungsnachbesprechung wurden die einzelnen taktischen Maßnahmen entsprechend der Einsatzgrundsätze aufgegliedert. Auch die Belüftung des Gebäudes und Ableitung des "Brandrauchs" mit dem Drucklüfter gehörte dazu.

Die Atemschutzträger „retten“ die rund 50 Kilogramm schwere Übungspuppe aus dem Gebäude.
Wie hier über die Steckleiter, müssen auch weitere Atemschutztrupps über die in Stellung gebrachte Drehleiter den Rückzug aus dem Gebäude antreten, da angenommen wird, dass das Treppenhaus nicht mehr begehbar ist.
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