12.03.2020 - 15:36 Uhr
KemnathOberpfalz

Experten vor Ort gefragt

In einer Aufklärungsveranstaltung zum weiteren Verfahren der Dorferneuerung Löschwitz und Kaibitz beschrieb Frank Langguth vom ALE die weitere Vorgehensweise. Außerdem stellte er sich den Fragen aus der Bevölkerung.

Frank Langguth klärte die Dorfgemeinschaften über die weiteren Maßnahmen der Dorferneuerung auf. Verschiedene Planskizzen verschafften einen Überblick über das mögliche Fördergebiet in den Ortschaften und die Flurneuordnung.
von C. & W. RupprechtProfil

Die Stadtverwaltung und das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) hatten ins Foyer der Mehrzweckhalle geladen. Bürgermeister Werner Nickl lobte die fleißige Mitarbeit der Dorfgemeinschaften in der Findungsphase der Ziele. "Heute findet der erste der vorgeschriebenen öffentlich-rechtlichen Schritte der Dorfsanierung statt. Jetzt fangen wir an."

Dörfer zukunftsfit machen

Abteilungsleiter Frank Langguth stellte den weiteren zeitlichen Rahmen für das Verfahren der Orte vor. "Diese Aufklärungsversammlung nach Paragraf 5 des Flurbereinigungsgesetzes ist Voraussetzung für den nächsten Schritt", betonte Langguth. "Es gilt, die Grundstückseigentümer in geeigneter Weise über das geplante Flurbereinigungsverfahren aufzuklären", erläuterte er den Gesetzestext. Im Rückblick fasste er die bisherigen Ergebnisse zusammen und betonte, dass die beiden Dörfer zukunftsfit gemacht und alle Aspekte der Entwicklung beachtet werden sollten.

Aus den Gesprächen der vergangenen eineinhalb Jahre sei ein Entwicklungsplan entstanden. Alle öffentlichen Maßnahmen blieben für Privatleute kostenneutral. Die Förderung der baulichen Veränderungen und des Straßenbaues orientiere sich an der Finanzkraft der Stadt Kemnath in den vergangenen drei Jahren. Am Beispiel der aktuellen Zahlen nannte er Fördersätze von 53 und 48 Prozent, je nach Zugehörigkeit der Maßnahme. Bei günstigen Voraussetzungen könnten weitere Boni gewährt werden, zum Beispiel bei passendem demografischen Anteil in der Bevölkerung. Weitere zehn Prozent könnten durch den ILE-Bonus fließen. Straßenausbaukosten kämen auf die Bürger nach der neuen Gesetzeslage nicht zu.

Er zeigte in einer ersten Planskizze das Fördergebiet beider Orte. Gefördert werden können nur die Häuser und Anwesen, die innerhalb des Fördergebietes liegen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Häuser mindestens 20 bis 25 Jahre alt sind. Neubauten und Siedlungen, die durch einen Bebauungsplan geregelt wurden, sind von der Förderung ausgenommen.

Als nächster Schritt werde das ALE eine Teilnehmergemeinschaft einberufen, die den Vorsitzenden wählt. Außerdem wird ein Ortsvertreter bestimmt, der ebenfalls den künftigen Sitzungen und Verhandlungen mit der Stadt Kemnath und dem Amt für Ländliche Entwicklung beiwohnen wird. Langguth rief zum Mitdenken, Mitplanen und Mitgestalten auf. "Sie sind die Experten vor Ort. Nur mit Ihrer Hilfe kann die Maßnahme gelingen."

Vorgesehen ist in Löschwitz und Kaibitz das kombinierte Verfahren, das nicht nur die Dörfer im Blick hat, sondern ein Flurneuordnungsverfahren beinhaltet. Dies ist notwendig, weil zum Beispiel Planungen zum Hochwasserschutz vorgesehen sind.

Zur Förderung der privaten Bau- und Renovierungsmaßnahmen machte Langguth noch wenig Aussagen. Diesbezüglich hätten sich die Bürger mehr Informationen gewünscht. Langguth versprach aber, dass es dazu einen separaten Infoabend geben wird.

Extra Fördertopf für Vorbereiche

Er nannte die Eckpunkte für An-, Um- und Ausbauten von Wohn- und Wirtschafts- sowie von Nebengebäuden. Dazu gebe es maximal 50 000 Euro je Gebäude. Bei ortsprägenden Maßnahmen sei der Förderbeitrag mit 80 000 Euro gedeckelt. Auch Vorbereiche der Häuser und Hofräume hätten einen extra Fördertopf. Es werde eine Bauberatung für Privatleute geben. Das Beratungsprotokoll müsse dem Förderantrag beigefügt werden. Die Kosten für die Planung werden nicht auf die Bürger umgelegt.

Abschließend versprach Langguth, dass die Einladung zur Bildung der Teilnehmergemeinschaft über die öffentlichen Bekanntmachungen der Stadt erfolge und die Dorfsprecher ein Infoblatt vom ALE zum Verteilen bekommen werden.

Voraussichtlich Mitte Mai werde das Verfahren eingeleitet. In acht bis zehn Jahren werde die Maßnahme dann abgeschlossen sein.

Frank Langguth klärte die Dorfgemeinschaften über die weiteren Maßnahmen der Dorferneuerung auf. Verschiedene Planskizzen verschafften einen Überblick über das mögliche Fördergebiet in den Ortschaften und die Flurneuordnung.
Viele Interessenten waren aus Kaibitz und Löschwitz nach Kemnath ins Foyer der Mehrzweckhalle gekommen.
Viele Interessenten waren aus Kaibitz und Löschwitz nach Kemnath ins Foyer der Mehrzweckhalle gekommen.
Bürgermeister Werner Nickl begrüßte die versammelten Teilnehmer und die Vertreter des Amtes für Ländliche Entwicklung.
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