Ihr Vortrag war der Höhepunkt der Fairen Woche in Kemnath. Im Foyer der Mehrzweckhalle sprach Sabine Leistner zum Thema "Fairtrade-Stadt Kemnath - Ideen für eine dauerhaft lebendige Kampagne". Die Veranstaltung sollte dazu dienen, den Austausch der Mitglieder der Fairtrade-Stadt zu fördern und Fragen zum Thema Beschaffung, zu Aktionen und Fairtrade im Allgemeinen zu beantworten.
Mit ihrer Powerpoint-Präsentation steuerte die Leiterin des Regensburger Weltladens "una terra" und Mitglied in der Regensburger Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe viele neue Ideen für Kemnath bei. Zuerst zählte sie Beispiele für nachhaltiges Einkaufen von Stadt, Kirche und Privatpersonen auf. Sie sollten "gezielt Waren beziehen, die umweltfreundlich sind und unter sozialen Bedingungen hergestellt wurden". Jeder sollte sich fragen: "Was brauche ich und brauche ich es wirklich?" Leistner forderte dazu auf, (Bio-)Produkte aus der Region, aus dem Weltladen oder aus Fairhandelsregal im Supermarkt zu kaufen. "Nutzen Sie Produkte möglichst lange und sorgen Sie für eine sachgerechte Entsorgung."
Mit neuen Initiativen für mehr fairen Handel im Einzelhandel und in der Gastronomie bis hin zum kreativen Stadtmarketing könne in einer Gemeinde einiges bewirkt werden. Hier dachte die Rednerin an Lebensmittel aus fairem Handel in Cafeterien und Kantinen, Zusammenarbeit mit Weltläden, Supermärkten und Schulen, Verkaufsaktionen mit Verkostung und Catering mit vorwiegend regionalen Produkten. "Die Gastronomie könnte an einem "Fairtrade-Tag" mit Reis oder roten Linsen kochen und Gewürze aus fairem Handel verwenden. Viele Städte in Bayern verkauften entsprechende Waren mit ihrem Stadtlogo. Manche - wie Bayreuth - betrieben faire Stadtcafés. Bei Feiern und Jubiläen können Geschenkkörbe mit fairen Waren verschenkt werden.
Unter dem Motto "Fair play- Fair Trade" veranstalteten Vereine Fußballturniere mit "fairen" Bällen und verschenken als Preise "faire" Schokolade. In einem "fairen" Kino können Filme wie "Schmutzige Schokolade" über den Fairtrade-Handel gezeigt werden. Wichtig sei, dass Bürgermeister und Stadtmarketing mitmachten, wusste die Referentin aus Erfahrung. "Fairtrade, regional und bio" sollten eine Einheit bilden."
Nach ihrem Vortrag beantwortete sie Fragen und lud sie zu einer Verkostung von "fairer" Schokolade ein. Passenderweise überreichte ihr Bürgermeister Werner Nickl einen Geschenkkorb mit regionalen und fair gehandelten Produkten.
In einem Gespräch attestierte Leistner den Mitgliedern der Steuerungsgruppe, in Kemnath schon viele Aspekte des fairen Handel umgesetzt zu haben. "Die Fairtrade-Stadt Kemnath hat diesen Titel 2018 erneuert", berichtete dessen Leiter Alfred Kick.













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