16.09.2020 - 16:36 Uhr
KemnathOberpfalz

"Fein-Tuning" am Kemnather Brauhausareal kann beginnen

Grobkonzept für Brauhaus-Brache und Sportgelände gefällt dem Kemnather Stadtrat

Die Brauhaus-Brache und das Sportgelände im Anschluss bieten enormes Entwicklungspotenzial - jetzt muss im Detail besprochen werden, mit welchem Konzept Investoren gesucht werden.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Architektin Cornelia Dittmar von der UmbauStadt Part GmbB aus Weimar betonte am Montagabend im Kemnather Stadtrat aber: Was sie präsentiere, sei nur ein "Vorschlag, der noch nicht in Stein gemeißelt" sei.

Vier "Stadtvillen"

Bekanntlich war ein sogenanntes Mehrfachbeauftragungsverfahren zur Entwicklung eines städtebaulichen Entwurfs für das Brauhausareal durchgeführt worden, eine Fachjury hatte sich mit verschiedenen Vorstellungen und Ideen befasst, das überzeugendste Konzept hatten die Architekten von UmbauStadt Weimar abgegeben (wir berichteten). Architekt Stefan Kunnert aus Weiden, Projektbetreuer des Verfahrens für die Stadt Kemnath, hatte bereits in der Juni-Sitzung des Gremiums die Ergebnisse und Planungen knapp skizziert.

"Das Konzept wird man in mehreren Schritten umsetzen müssen", betonte Dittmar und ging auf einzelne Entwicklungsschritte ein. Der Vorschlag sieht vor, dass an der Amberger Straße auf einem Baufeld von insgesamt etwa 3000 Quadratmetern vier sogenannte "Stadtvillen" entstehen. Jede dieser Villen könnte aus vier Wohnungen unterschiedlicher Größe bestehen. "Das wäre eine Alternative zum Einfamilienhaus-Wohnen", erklärte Dittmar, die auch auf das viele Grün verwies, das die Gebäude umgeben könnte.

Ein weiterer Baustein ist ein geplantes Parkhaus, das über die Rotkreuzstraße befahren werden könnte. Standort wäre ungefähr die heute geschotterte Fläche nördlich der Sportplätze, die derzeit als Parkplatz genutzt werde. Angedacht sind auf einer Grundfläche von etwa 970 Quadratmetern drei Geschosse mit insgesamt etwa 85 Pkw-Stellplätzen. Das Konzept sieht darüber hinaus vor, den Uferbereich des Fallbachs zu lichten, eine Fußgängerbrücke zu bauen und so eine direkte Wegeanbindung an die Amberger Straße zu schaffen. Auch die Möglichkeit eines Wasserspielplatzes ist angedacht.

Hotel mit 100 Betten

Am Standort der früheren "Ponnath-Villa" sei darüber hinaus ein zwei- bis dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus vorstellbar mit Büroflächen, Praxen oder Wohnungen. Herzstück der beplanten Fläche ist das ehemalige Brauhausareal, auf dem sich seit vielen Jahren in erster Linie Unkraut breit macht. Hier könnten ein Hotel (inklusive Tiefgarage) mit etwa 100 Betten und Gastronomie, ein Boarding-House sowie ein weiteres Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Auch zusätzliche Gestaltungsoptionen mit einer Promenade und einem kleinen Platz gibt es.

Hauptareal für eine künftige Wohnbebauung soll das heutige Sportgelände werden, tituliert unter "Wohnen am Anger". Mehrere Bauabschnitte seien hier möglich, die zur Verfügung stehenden Baufelder umfassen insgesamt knapp 10 500 Quadratmeter. In insgesamt 9 mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern seien etwa 45 Wohnungen verschiedener Größen vorstellbar. Darüber hinaus sieht das Grundkonzept 28 Reihenhäuser und vier Einzelhäuser vor. Erschlossen werden soll das Wohngebiet über die Rotkreuzstraße sowie über zwei Zufahrten von der Röntgenstraße aus.

Es wird sicherlich noch einiges Wasser im Fallbach hinunterlaufen, bis die ersten Bagger anrollen.

Architektin Cornelia Dittmar

Neben den zahlreichen Gebäuden, die auf dem Areal insgesamt entstehen werden, wird auch ein Schwerpunkt auf eine intensive "grüne" Landschaftsgestaltung gelegt. In der Diskussion wurde deutlich, dass das Grundkonzept fraktionsübergreifend auf sehr großes Wohlwollen im Gremium traf. "Die Präsentation macht Lust auf das Gebiet", stellte Bürgermeister Roman Schäffler fest. Hauptfrage der Stadträte war, wie sich das weitere Vorgehen gestalte, um einerseits Investoren zu finden und andererseits als Kommune möglichst viel bei der Umsetzung der Planungen in der Hand zu haben.

Investoren ansprechen

Der für die Kommune das Projekt betreuende Architekt Stefan Kunnert erläuterte, dass für die Detailplanung nun eine Projektgruppe gegründet werden soll. Elementar sei nun, ein sogenanntes Gestaltungshandbuch zu entwickeln, mit dem man mögliche Investoren ansprechen könne. Dabei gehe es aber nicht darum, nur allein einen "riesigen roten Teppich" für Investoren auszurollen. "Die Stadt kann und muss selbstbewusst auftreten bei gleichzeitig vorhandener Kompromissbereitschaft", meinte Kunnert.

Einen ersten Eindruck bezüglich des Brauhausareals erhielten die Stadträte bereits im Juni

Kemnath

Weder er noch die Referentin Cornelia Dittmar wollten sich auf Nachfragen auf eine Zeitschiene festlegen. "Aber es wird sicherlich noch einiges Wasser im Fallbach hinunterlaufen, bis die ersten Bagger anrollen", erklärte Dittmar.

Architektin Cornelia Dittmar: "Der Vorschlag ist noch nicht in Stein gemeißelt"
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