17.10.2018 - 17:50 Uhr
KemnathOberpfalz

Frau fährt Rivalin mit dem Auto an

Ein Auto fährt eine Radfahrerin an und verletzt sie schwer. Was zunächst wie ein Unfall mit Fahrerflucht aussieht, ist wohl ein gezielter Angriff. Die Polizei nimmt eine Verdächtige fest.

Am Ortseingang entsteht ein neuer Pferdestall. Er soll den Streit ausgelöst haben.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Eine 36-Jährige war am Dienstagvormittag mit ihrem Fahrrad auf der Köglitzer Ortsstraße (Landkreis Tirschenreuth) unterwegs, als ihr eine ebenfalls 36-jährige Skodafahrerin begegnete, meldet Präsidiumssprecher Florian Beck. Statt zu bremsen, habe die Autofahrerin beschleunigt, als sie die Gleichaltrige bemerkte. Ihr Skoda erfasste die Radlerin so heftig, dass diese in den Straßengraben geschleudert wurde. Das Opfer blieb schwer verletzt liegen, die Autofahrerin flüchtete. Passanten entdeckten die verletzte Frau, der Rettungsdienst brachte sie ins Krankenhaus. Am Mittwoch meldet Beck, dass die Verletzungen zwar schwer aber nicht lebensgefährlich seien. Bei Befragungen habe das Opfer bestätigt, dass das Auto beschleunigt habe. Auch deshalb geht die Polizei von Vorsatz aus.

Die Beamten nahmen die Autofahrerin noch am Dienstag an ihrem Wohnsitz fest. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Weiden ermitteln die Beamten wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Die Beschuldigte befinde sich in "einer Fachklinik". Die Polizei gehe davon aus, dass Opfer und Angreiferin sich länger kannten. "Die Tat steht möglicherweise im Zusammenhang mit einer länger andauernden Streitigkeit zwischen den beiden Frauen", schreibt Beck in seinem Bericht. Worum es genau ging, wollte Beck allerdings nicht näher erläutern.

In Köglitz war der Streit ebenfalls länger bekannt. Die beiden sollen nicht nur gleich alt gewesen sein, sondern auch eine Leidenschaft für Pferde geteilt haben. Während die Verdächtige schon länger einen Pferdestall im Ort betrieb, wollte das Opfer einen errichten. Die Konkurrentin habe dies verhindern wollen, unter anderem mit Mitteln des Baurechts. Zuletzt lag die Baugenehmigung für den Stall vor, die Bauarbeiten liefen.

Wenn man den Erzählungen aus dem Dorf glaubt, wollte sich die Skodafahrerin dennoch nicht damit abfinden. Die Rede ist von heftigen Drohungen gegen die Gleichaltrige. Die Anfeindungen sollen so heftig gewesen sein, dass sich das Opfer vor einiger Zeit an die Polizei wandte. Schützen konnten die Beamten die Frau nicht vor der Attacke. Die Ermittlungen führt nun die Kriminalpolizei Weiden. Diese setzt auch auf Hinweise von Zeugen, "auch wenn sie zunächst vielleicht belanglos erscheinen", Telefon 0961/401291.

Hier an dieser Einmündung an der Ortsdurchfahrt hat sich der Zwischenfall ereignet.

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