Kemnath
10.04.2019 - 16:23 Uhr

"Freunde" waren Feinde

Manuel Bauer berichtet an der Realschule Kemnath über seinen Ausstieg aus der rechten Szene.

Manuel Bauer war früher eine Führungsfigur in der rechten Szene. Heute hilft der Aussteiger Neonazis beim Aussteigen. Bild: jzk
Manuel Bauer war früher eine Führungsfigur in der rechten Szene. Heute hilft der Aussteiger Neonazis beim Aussteigen.

Vor dreieinhalb Jahren hat die Realschule Kemnath die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" erhalten. "Wir machen uns stark für eine Schule ohne Rassismus" haben damals alle versprochen. Das sollte kein bloßes Lippenbekenntnis sein. Schüler und Lehrer der Realschule am Tor zur Oberpfalz setzen sich dafür ein, dass sich rechtsextreme Ideologien und Organisationen nicht weiter ausbreiten. Vor allem junge Menschen sollen lernen, souverän und kritisch mit diesen Themen umzugehen.

Jetzt organisierte die Fachschaft Geschichte in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung für die Schüler der 9. Jahrgangsstufe einen Vortrag von Manuel Bauer, einem Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene. Er war Chef der "Wehrsportgruppe Racheakt" und Mitbegründer des "Bundes Arischer Kämpfer". Als er von seinen "Kameraden" verprügelt wurde, weil er ihnen angedeutet hatte, vielleicht auszusteigen, und ihm zwei Türken zu Hilfe gekommen waren, geriet sein Weltbild ins Wanken. Die vermeintlichen Feinde standen ihm bei, die vermeintlichen Freunde ließen ihn fallen. "Freunde fand ich unter meinen früheren Feinden", bekannte er.

In seinem Vortrag über seine persönliche Vergangenheit verstand er es, die Neuntklässler in seinen Bann zu ziehen. Auch nach seinem beeindruckenden Bericht waren sie sichtlich bedrückt und schockiert über die Brutalität und die Skrupellosigkeit, mit der rechtsradikale Gruppierungen agieren.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.