26.09.2021 - 17:11 Uhr
KemnathOberpfalz

Früher war mehr los im Wahllokal

Der Andrang in den Wahllokalen in Kemnath zur Bundestagswahl war überschaubar. Für die Wahlhelfer beginnt somit erst ab 18 Uhr so richtig die Arbeit.

Nicht immer, aber doch relativ häufig waren die Wahllokale in Kemnath - mit Ausnahme der Wahlhelfer - verwaist.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Entspannt verlief der Wahltag in den Kemnather Wahllokalen – entspannt unter anderem auch für die Wahlhelfer. „Ich kann mich nicht erinnern, dass der Andrang schon jemals so gering war“, sagt die altgediente Wahlhelferin Heidrun Schelzke-Deubzer. Der fehlende Andrang hatte seine Ursache freilich nicht in einer ausgeprägten Wahlmüdigkeit, sondern in der hohen Briefwahl-Nachfrage. Anfang voriger Woche hatten bereits über 50 Prozent der Wahlberechtigten ihre Briefwahlunterlagen beantragt.

„Bei vorherigen Wahlen gab es regelrechte Schlangen“, berichtet Wahlhelferin Magdalena Dumler. Gerade nach den Gottesdiensten und nach dem Mittagessen seien große Menschentrauben ins Wahllokal gekommen. Da die aktuelle Entwicklung absehbar gewesen war, hatte auch das Wahlamt der Stadt Kemnath frühzeitig reagiert: Stimmbezirke wurden zusammengefasst, was auch weniger Wahllokale und damit einen reduzierten Einsatz von ehrenamtlichen Wahlhelfern tagsüber zur Folge hatte. Freilich: Bei der Auszählung der Briefwahlstimmen am Abend brauchte man natürlich jede verfügbare Hand.

Nicht auf die direkte Wahl vor Ort verzichtet haben Christina und Franz Wittmann aus Kemnath. „Ich gebe ehrlich zu: Mir gefällt das Flair, meine Stimmen in die Wahlurne zu werfen“, sagt Franz Wittmann. Außerdem, so Ehefrau Christina, gehe es bei zwei Stimmen, die man zu vergeben hat, auch sehr schnell und unkompliziert. Dass es die Briefwahl gebe und von vielen auch gerne angenommen werde, begrüßt das Ehepaar. „Manche würden sonst vielleicht gar nicht zur Wahl gehen“, sagt Christina Wittmann. Eine Gefahr, dass durch die Briefwahl das Wahlgeheimnis ausgehebelt werde, sieht Franz Wittmann nicht: „In der Familie wird doch normalerweise eh offen darüber diskutiert, was und wen man wählt.“

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„Ich gebe ehrlich zu: Mir gefällt das Flair, meine Stimmen in die Wahlurne zu werfen."

Franz Wittmann aus Kemnath

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