17.09.2021 - 14:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neue Rekorde bei Briefwahl im Landkreis Tirschenreuth in Sicht

Stau vor der Wahlkabine? Danach sieht es bei der Bundestagswahl am 26. September im Landkreis Tirschenreuth nicht aus. Die Mehrheit wählt nach Einschätzung vieler Kommunen per Brief.

Es gibt immer mehr Briefwähler, auch im Landkreis Tirschenreuth.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Die Bundestagswahl rückt immer näher: Am 26. September können die Bürger in Deutschland im Wahllokal ihre Stimme abgeben. Doch bereits vorab haben viele Wahlberechtigte schon ihr Votum abgegeben – nämlich per Briefwahl. Dass die Zahl der Briefwähler steigt, könnte auch etwas mit Corona zu tun haben.

Stadt Waldsassen

Johannes Brunner von der Stadt Waldsassen bestätigt: „Die Zahl der Briefwähler steigt in jedem Fall.“ Er glaubt, dass sie bei der Bundestagswahl noch höher sein wird als bei der Kommunalwahl im Frühjahr vergangenen Jahres. Insgesamt sind in der Stadt Waldsassen 5095 Personen stimmberechtigt. Bisher verschickte die Stadt laut Brunner 2232 Briefwahlunterlagen – das bedeutet, dass bereits knapp die Hälfte aller Wahlberechtigten in Waldsassen diese Option gewählt hat. Am Wahlsonntag stehen in Waldsassen 8 Wahllokale zur Verfügung. Im Einsatz sind insgesamt 80 Wahlhelfer.

Verwaltungsgemeinschaft Kemnath

Seit Corona extrem angestiegen ist die Zahl der Briefwähler in der Verwaltungsgemeinschaft Kemnath, weiß Wahlsachbearbeiter Martin Graser. Der Briefwahlanteil sei vor der Pandemie schon stetig gestiegen. „Aber bei dieser Wahl wirkt sich das extrem aus.“ Insgesamt gibt es innerhalb der VG 5380 Stimmberechtigte: In der Gemeinde Kastl dürfen 1120 Personen und in der Stadt Kemnath 4260 Personen wählen. „Wir haben schon gut 50 Prozent an Briefwählern überschritten“, zieht der Wahlsachbearbeiter eine Zwischenbilanz. Bereits 2754 Briefwahl-Anträge hat die VG Kemnath bearbeitet. „Das war aber auch zu erwarten und keine Überraschung“, betont Graser. Diese Anzahl werde noch steigen, ist er sich sicher. Er denkt, dass es am Ende bestimmt 3000 Briefwähler werden. Immer wieder tröpfeln noch Anträge ein. „Zwar nicht mehr so viele, wie am Anfang, aber wir bearbeiten täglich neue Anfragen“, erklärt der Sachbearbeiter. Er bestellte vor zwei Wochen sogar noch einmal Briefwahlunterlagen nach. „Wir haben noch welche auf Reserve und könnten mehr als 3000 Briefwähler bedienen.“

Besonders die Online-Anträge auf Briefwahl seien enorm gestiegen, berichtet Graser. Seit es das Online-Bürgerserviceportal gebe, nutzten das „sehr, sehr viele Bürger“. Dies sei auch für die VG-Mitarbeiter praktikabler, da somit auch weniger Publikumsverkehr im Rathaus herrsche. Er denkt, dass die Leute durch die Corona-Pandemie besonders sensibilisiert seien und auch deshalb die Möglichkeit der Briefwahl nutzten. „Wenn ich zu Hause wähle, habe ich keinen Kontakt zu anderen Menschen. Anders als im Wahllokal.“ Am Wahlsonntag sind rund 90 Wahlhelfer im Einsatz.

Stadt Tirschenreuth

Rund 3370 Briefwahlunterlagen hat die Verwaltung der Stadt Tirschenreuth schon ausgeteilt. 7024 Wahlberechtigte gibt es dort, aber nicht alle würden erfahrungsgemäß auch von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, erklärt Erna Zandt-Rumrich von der Stadtverwaltung. „Der große Ansturm ist schon rum, aber es kommen immer noch Anträge auf Briefwahlunterlagen herein“, sagt sie. Die Verwaltungsmitarbeiterin vermutet, dass es am Ende etwa 3500 Briefwähler sein werden. Auch die Stadtverwaltung orderte nochmals Briefwahlunterlagen nach.

Corona als alleinigen Grund für den Anstieg bei den Briefwählern will sie nicht gelten lassen. „Das spielt bestimmt mit hinein, aber insgesamt ist es einfacher geworden, die Briefwahl zu beantragen.“ So musste man früher noch einen Grund angeben, wenn man sich die Unterlagen nach Hause schicken lassen wollte, erklärt Zandt-Rumrich. Man müsse sich nun den Wahlsonntag nicht reservieren, sondern könne bequem von zu Hause aus wählen. „Das ist für viele Stimmberechtigte angenehmer“, findet die Verwaltungsmitarbeiterin. Und: „Besonders die jüngeren Stimmberechtigten nutzen gerne die Möglichkeit, die Briefwahl-Unterlagen online zu beantragen.“

Stadt Erbendorf

Dieter Döppl, Wahlleiter bei der Stadt Erbendorf, hat von Haus aus schon mehr Briefwahlunterlagen bestellt, 2500 insgesamt. „Wir haben uns schon drauf eingestellt.“ Insgesamt 4010 Wahlberechtigte dürfen ihre Stimme abgeben. „Wir haben jetzt schon mehr Briefwähler als bei der Kommunalwahl 2020.“ Damals habe es rund 1900 Briefwähler gegeben. Diese Zahl sei bei der Bundestagswahl heuer inzwischen überschritten worden: Die Verwaltung schickte habe bereits 2065 Briefwahlunterlagen rausgeschickt. Damit liegt die Briefwählerquote bereits bei weit über 50 Prozent. Döppl könne sich schon vorstellen, dass der nochmalige Anstieg der Briefwähler-Anzahl auch etwas mit Corona zu tun hat. „Es sind zwar nur zwei Kreuzchen zu machen, das ist nicht so der große Aufwand wie etwa bei der Kommunalwahl.“ Er vermutet aber, dass einige Bürger dennoch ihre Kontakte einschränken und den Gang zur Urne im Wahllokal meiden wollen.

Stimmabgabe zur Bundestagswahl im Landkreis Tirschenreuth in 148 Wahllokalen

Tirschenreuth
Service:

Beantragen, ausfüllen und Frist beachten

  • Die Unterlagen zur Briefwahl müssen beantragt werden. Entweder per QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung, online auf der Homepage der zuständigen Gemeinde, schriftlich oder persönlich.
  • Letzter Tag für die Antragsstellung ist Freitag, 24. September.
  • Die Briefwahlunterlagen bestehen aus: einem Stimmzettel, auf dem gewählt wird; einem blauen Umschlag ohne Adresse; einem roten Umschlag mit der Adresse der Wahlbehörde und einem Wahlschein.
  • Wahlvorgang: persönlich und unbeobachtet ankreuzen, Stimmzettel anschließend in den blauen Umschlag stecken und zukleben, eidesstattliche Erklärung auf beigefügtem Wahlschein unterschreiben, dann alles in den roten Wahlbriefumschlag legen, diesen zukleben und in die Post geben oder bei der auf dem Umschlag angegebenen Stelle direkt abgeben.
  • Frist: Der Wahlbrief muss bei der auf dem Wahlbriefumschlag angegebenen Anschrift spätestens am Wahlsonntag, 26. September 2021, bis 18 Uhr vorliegen. Bei Übersendung per Post innerhalb Deutschlands sollte der Wahlbrief möglichst einige Tage vor der Wahl abgesandt werden (innerhalb von Deutschland ohne Portokosten).

 

 

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