27.09.2020 - 10:02 Uhr
KemnathOberpfalz

Führungswechsel bei den Grünen im Landkreis Tirschenreuth

Monika Schneider aus Pechbrunn ist neue Chefin der Grünen im Landkreis Tirschenreuth: Die 49-Jährige löste am Freitagabend Heidrun Schelzke-Deubzer ab, die auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte.

Monika Schneider und Fabian Neuser (vorne von links) führen künftig den Grünen-Kreisverband. In der Jahreshauptversammlung in Kemnath wurde der Vorstand komplett neu gewählt.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Zahlreiche Mitglieder waren ins Foyer der Mehrzweckhalle Kemnath zur Jahreshauptversammlung des Grünen-Kreisverbandes gekommen. Corona-bedingt hatte jeder Delegierte einen eigenen Tisch, auch darüber hinaus wurde Hygiene großgeschrieben. Diesen Umständen war es auch geschuldet, dass die Sitzung kompakt und zügig verlief.

Die scheidende Kreisvorsitzende Heidrun Schelzke-Deubzer gab einen knappen Überblick über das Geschehen im vergangenen Jahr. Bei den Kommunalwahlen habe man die vier Sitze im Kreistag halten können, obwohl das Gremium von 60 auf 50 Mitglieder verkleinert worden sei. Froh zeigte sie sich darüber, dass man nun auch im Kreisausschuss vertreten sei.

Neu in drei Gemeinderäten

Erfolgreich sei man aber auch in den Kommunen gewesen: In Kemnath habe man die drei Mandate halten können, in Tirschenreuth habe man sich von einem auf zwei Sitze gesteigert, in Friedenfels sei man wie bisher mit einem Mandat vertreten. Gänzlich neu habe man den Einzug ins Kommunalgremium in Bärnau, Pechbrunn (je ein Sitz) und Erbendorf (zwei) geschafft.

Die Corona-Pandemie und der Lockdown hätten nach den Kommunalwahlen das politische Agieren vor Ort ausgebremst. Schelzke-Deubzer erinnerte daran, dass vor 40 Jahren - am 26. September 1980 - in der Burg Falkenberg die Landkreis-Grünen gegründet wurden. "Leider sind keine Gründungsmitglieder mehr ausfindig zu machen." Sie rief aber das Wirken der langjährigen, bereits verstorbenen Kreisvorsitzenden Christian Rauh und Bernhard Grötsch in Erinnerung. "Im kommenden Jahr können wir das Jubiläum hoffentlich nachfeiern", so Schelzke-Deubzer. Für sie sei nun ein guter Zeitpunkt gekommen, die Verantwortung im Kreisverband in andere Hände zu legen.

Reibungslos gingen die Neuwahlen über die Bühne, das Votum fiel in geheimer Abstimmung jeweils unisono aus: Vorsitzende Monika Schneider/Co-Vorsitzender Fabian Neuser, Kassier Markus Möllmann, Schriftführerin Ute Döhler. Beisitzer: Josef Schmidt, Heidrun Schelzke-Deubzer, Katharina Hage, Anna Toman sowie Benjamin Sertl. Die Kasse prüfen Maria Birner-Strama und Gudrun Müller.

Landtagsabgeordnete Anna Toman berichtete, dass im Bayerischen Landtag die Arbeit in den Ausschüssen wieder mit voller Besetzung angelaufen sei. Im Bildungsausschuss sei jetzt Kultusminister Michael Piazolo zu Gast gewesen sei. "Auf sehr viele Fragen angesichts der Corona-Situation antwortete der Minister aber oftmals nicht", bedauerte Toman.

Transparente Suche nach Endlager

Die neue Kreisvorsitzende Monika Schneider sprach die Endlager-Suche für Atommüll an. "Der Ausstieg aus der Atomenergie war immer das, was wir wollten", nun müsse dafür gesorgt werden, dass der Müll sicher und ordentlich gelagert werde. "Der Suche nach dem Ort müssen wir offen gegenüberstehen." Nur zu krakeelen "Bei uns nicht!", so wie es jetzt eine Partei mache, "die in der Vergangenheit gar nicht genug von der Atomenergie bekommen konnte", sei nicht die Lösung. Die Suche nach dem richtigen Ort müsse transparent sein.

Heidrun Schelzke-Deubzer ist aber weiterhin Fraktionssprecherin im Kreistag, zu der sie im Mai gewählt wurde

Tirschenreuth

Über die Mitgliederstatistik im Landkreis informierte Vorsitzender Fabian Neuser: Aktuell gebe es 52 Mitglieder, 2014 waren es noch 28. Die meisten Eintritte habe es 2019 mit 21 gegeben. 52 Prozent seien weiblich. Der größte Anteil - nämlich ein Drittel - sei zwischen 40 und 50 Jahre alt, 27 Prozent seien 30 Jahre und jünger. Mittlerweile gebe es fünf Ortsverbände im Landkreis.

Heidrun Schelzke-Deubzer: „Bei den Kommunalwahlen waren wir sehr erfolgreich“
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