22.05.2020 - 11:20 Uhr
KemnathOberpfalz

Für einen „Stil des Miteinanders“

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Seit gut drei Wochen ist Roman Schäffler der Chef im Kemnather Rathaus. Als Bürgermeister hat er schon einige Termine hinter sich, doch vor einem war er besonders aufgeregt.

Bürgermeister Roman Schäffler zieht rund drei Wochen nach der Amtsübernahme eine erste Bilanz.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Zum 1. Mai ist Roman Schäffler von seinem Posten als Kämmerer auf den als Bürgermeister gewechselt. Mit welchen Herausforderungen seine ersten Tage im Amt verbunden waren und wie er sich auf die neue Aufgabe vorbereitet hat, erzählt er in einem Interview.

ONETZ: Was war für Sie ausschlaggebend, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren?

Roman Schäffler: Ich möchte die Entwicklung von Kemnath und der Region aktiv mit vorantreiben und hierzu auch Verantwortung übernehmen.

ONETZ: Ist es ein Vorteil, als kommunalpolitischer Newcomer Bürgermeister zu sein?

Roman Schäffler: Grundsätzlich ja, da ich bei allen erforderlichen Gesprächen und Themen sachliche Argumente vortragen kann, ohne dass mir parteipolitische Interessen von vorn herein unterstellt werden.

ONETZ: Als bisheriger Kämmerer haben Sie Einblick in Abläufe in der Verwaltung und natürlich in die Finanzen. In welche Aufgabenbereiche werden Sie sich noch hinein tasten müssen?

Roman Schäffler: Mit einer über 30-jährigen Erfahrung in der Stadtverwaltung sind mir die meisten Themen und Abläufe zwar bekannt. Bei sehr vielen Themen wie Einwohner- und Standesamt, Bauamtsangelegenheiten und Repräsentationsaufgaben werde ich allerdings auf die Mithilfe und Unterstützung unserer VG-Mitarbeiter und der Beschäftigen der städtischen Betriebe angewiesen sein.

ONETZ: Wie bereitet man sich prinzipiell auf die Arbeit als Rathauschef vor?

Roman Schäffler: Ich habe versucht, in vielen Einzelgesprächen seit der Stichwahl aufmerksam zuzuhören, mir eine objektive Meinung zu bilden und an alle anstehenden Themen unvoreingenommen heranzugehen. Bei der Vielzahl von Aufgaben habe ich mir vorgenommen, im Team eine Prioritätenliste zu erstellen und die einzelnen Tagesabläufe möglichst effektiv zu strukturieren.

ONETZ: Wer ist Ihr Nachfolger als Kämmerer?

Roman Schäffler: Mein bisherige Stellvertreterin Natalja Lesle wurde am 30. April zu meiner Nachfolgerin bestellt.

ONETZ: Wie ist Ihr erster Tag als Bürgermeister abgelaufen?

Roman Schäffler: Kurz gesagt: Einfach super. Das Vorzimmer-Team mit Lydia Becher und Kerstin Kuschel hat mich von der ersten Sekunde an über alles Wichtige und Wissenswerte informiert. Mit Geschäftsstellenleiter Reinhard Herr habe ich noch am Vormittag die Tagesordnungspunkte der ersten Stadtratssitzung vorbereitet. Bis Mittag kamen auch schon die ersten Anrufe, die von Autokino über Grundstücksangelegenheiten bis zu Geschwindigkeitsbeschränkungen innerorts gingen.

ONETZ: Welches Thema sind Sie als erstes angegangen?

Roman Schäffler: Als erstes habe ich mich um einen Informationsaustausch mit allen Abteilungsleitern in der Verwaltung und der städtischen Einrichtungen und Betriebe bemüht.

ONETZ: Mit welchem Gefühl sind Sie in Ihre erste Stadtratssitzung als deren Leiter gegangen?

Roman Schäffler: Ich war definitiv aufgeregt. Ich dachte, hoffentlich vergesse ich nichts und kann ich alle Tagesordnungspunkte ordnungsgemäß vortragen und abarbeiten. Auch fragte ich mich, wie mich Mitglieder des Stadtrates als neues Stadtoberhaupt aufnehmen.

ONETZ: Und wie lief es?

Roman Schäffler: Auch super. Ich habe ja schon im Vorfeld versucht, alle an einen Tisch zu bringen, um alles auszudiskutieren. Es ist wichtig, mit den anderen zu sprechen. Ich setze hier auf einen Stil des Miteinanders.

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Kemnath

ONETZ: Hatten Sie angesichts der Coronakrise einen schwierigeren Start ins neue Amt?

Roman Schäffler: Natürlich überschattet dieses Thema alles. Aufgrund der enormen Hilfsbereitschaft und vor allem der Disziplin unserer Bevölkerung sowie der Unterstützung in Verwaltung, der städtischen Einrichtungen und Organisationen vor Ort konnten wir uns gegenseitig helfen und wirklich grandiose Aktionen wie Einkaufshilfe und Maskennähen durchführen.

ONETZ: Haben Sie wegen der Pandemie wie Ihr Vorgänger auch wochenweise von zu Hause ausgearbeitet oder waren Sie zumindest in der Anfangszeit täglich im Rathaus anzutreffen?

Roman Schäffler: Ich bin seit dem 4. Mai durchgängig im Rathaus anzutreffen. Seit 11. Mai sind bis auf eine Ausnahme alle Verwaltungsmitarbeiter wieder gegen Terminvereinbarung persönlich zu erreichen.

ONETZ: Welche Möglichkeiten hat die Stadt, ihre Bürger in der aktuellen Situation zu unterstützen beziehungsweise wie hat sie das bereits?

Roman Schäffler: Sie gibt Informationen weiter, klärt über Schutzmaßnahmen im Rahmen der Infektionsschutzgesetze sowie -verordnungen auf und ist Anlaufstelle für alle besorgten Bürger und Unternehmen. Zudem hat sie über 10000 Stück kostenlosen Mundschutz verteilt.

ONETZ: Werden Sie weiterhin Vorsitzender der Kemnather Feuerwehr bleiben?

Roman Schäffler: Ich bin noch bis Februar 2021 gewählt. Wie es dann weitergeht, werde ich zuerst mit meinen Kollegen des Vorstandes intern besprechen.

Hintergrund:

Zur Person

Roman Schäffler (50) wuchs in Oberndorf auf und begann nach dem Besuch der Kemnather Realschule bei der VG Kemnath 1986 eine dreijährige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Ab 1994 war er dort stellvertretender Kämmerer, ab 2015 Kämmerer. Er ist seit 1992 mit seiner Frau Petra verheiratet. Die beiden haben zwei erwachsene Kinder, Marco (25) und Nina (23). Ehrenamtlich engagierte sich der ehemalige Fußballer unter anderem als Jugendtrainer. Seit Jahren steht er der Kemnather Feuerwehr als Vorsitzender vor.

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