03.12.2019 - 11:31 Uhr
KemnathOberpfalz

Mit Glasflaschen zum Einkaufen

Silvia Gottinger zeigte den Kursteilnehmern viele Möglichkeiten auf, im Haushalt plastikfreier zu leben. Eine ist die Verwendung von Mehrwegbehältnissen.
von Josef ZaglmannProfil
Das Interesse an Silvia Gottingers (stehend) Kurs war groß.

Ums plastikfreie Einkauf drehte sich der zweite Vortrag der Reihe „Plastikfreier leben“ mit Silvia Gottinger. Erneut war das Interesse an diesem Thema sehr groß. Dichtgedrängt saßen die Zuhörer im Kursraum des Familienzentrums Mittendrin.

Der meiste Verpackungsmüll falle beim Wocheneinkauf an, wusste die Referentin. Pro Minute werden allein in Deutschland 11 700 Plastiktüten verbraucht. Die Gesamtmenge des Verpackungsmülls in Deutschland lag 2016 bei 18,2 Millionen Tonnen. „Diese Menge ist weiter angestiegen.“

Weltweit würden pro Minute eine Million Plastikflaschen verbraucht. Eine besonders hohe Belastung mit Plastikbestandteilen finde sich in Meeresfrüchten und fettreichen Lebensmitteln wie Käse sowie Wurst. Als Einsteigertipp empfahl Gottinger, zuerst die Grundnahrungsmittel durchzusehen und alle Vorräte aufzubrauchen. So könne man erkennen, was regelmäßig im Haushalt benötigt werde. Grundnahrungsmittel wie Reis, Getreide und Nudeln könnten dann unverpackt oder in größeren Gebinden eingekauft werden.

Zusammen mit den Zuhörern erörterte die Rednerin regionale und nachhaltige Einkaufsmöglichkeiten – vom Hofladen über ortsansässigen Mühlen und Geschäfte bis hin zum Wochenmarkt oder die Milchtankstelle. Die Anwesenden bedauerten, dass es noch keinen Unverpackt-Laden in der Umgebung gibt. Deshalb riet Gottinger auf die Geschäfte zuzugehen, damit sie ihr Sortiment mit unverpackten Lebensmitteln erweitern.

„Jeder Verbraucher hat ein Recht darauf, Wurst und Käse in mitgebrachte Behältnisse abgefüllt zu bekommen“, betonte sie. Dazu gebe es eine Verordnung des bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

Die Referentin empfahl, sich eine Grundausstattung für verpackungsfreies Einkaufen anzulegen. Diese besteht aus waschbaren Stoffbeuteln für Gebäck, Obst und Gemüse, Mehrwegbehältnissen aus Edelstahl oder Glas für Wurst, Käse oder lose Lebensmittel, leeren Milchflaschen und Eierkartons. Nachdem auch die Besucher zahlreiche Tipps ausgetauscht hatten, empfahl Gottinger noch das Führen eines „Plastiksparbuches“.

Sie wird im Frühjahr einen allgemeinen Vortrag über plastikfreieres Leben halten. Für das Thema „Plastikfreies Bad“ am Dienstag, 17. Dezember, sind noch Restplätze verfügbar. Die Kursreihe wird im neuen Jahr weitergeführt. Infos und Anmeldung im Familienzentrum Mittendrin, Telefon 09642/70 33 800, E-Mail team[at]mittendrin-kemnath[dot]de.

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