Kemnath
02.10.2018 - 11:20 Uhr

Hackern Riegel vorschieben

Oliver Schwarz erklärt Firmenvertretern, Handwerksbetrieben und Selbstständigen nicht nur wie Hacker arbeiten. Ihnen zeigt er bei der Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest sogar live Methoden von Datendieben.

Als Live-Hacker sensibilisiert Oliver Schwartz (Dritter von links) seine Zuhörer bei einem Vortrag der Raiffeisenbank hinsichtlich Gefahren durch Datendiebe. Vorstandssprecher Joachim Geyer, Christoph Dauer, Mario Falk, Vorstand Herbert Meier, Roman Melzner (von links) sowie zahlreiche Besucher zeigen sich beeindruckt von dessen Ausführungen. Bild: mez
Als Live-Hacker sensibilisiert Oliver Schwartz (Dritter von links) seine Zuhörer bei einem Vortrag der Raiffeisenbank hinsichtlich Gefahren durch Datendiebe. Vorstandssprecher Joachim Geyer, Christoph Dauer, Mario Falk, Vorstand Herbert Meier, Roman Melzner (von links) sowie zahlreiche Besucher zeigen sich beeindruckt von dessen Ausführungen.

Wie leicht sich Datendiebe hierbei oft tun, präsentierte Oliver Schwarz im großen Raiffeisensaal am Marktplatz. Das Live-Hacking kein Hexenwerk ist, bewies der Mitarbeiter von einer renommierten deutschen IT-Sicherheitsfirma, die Großkonzerne berät und weltweit auf Sicherheitskongressen Vorträge hält, gleich eingangs seines Vortrages. Bei einem "Goggle-Hacking" ließ er die Suchmaschine nach Systemen wie beispielsweise online verbundenen Smart-Homes suchen, die ungeschützt frei im Internet zugänglich sind. Mit nur wenigen Klicks zeigte Schwarz an realen Gebäuden und Wohnhäusern, wie im Handumdrehen die Haus- oder Garagentüren geöffnet, das Licht ausgeschaltet oder der Rollladen heruntergefahren werden kann, damit Einbrecher in Ruhe arbeiten können.

Etwas aufwendiger war die Preismanipulation bei einem Onlineshop im Internet. Bei einem Juwelier suchte sich der Hacker in dessen Webshop zwei teure Uhren aus, reduzierte deren Einkaufspreis deutlich nach unten bevor er sie in den Warenkorb legte und "gönnte" sich noch einen Gutschein über 100 Euro, den er ebenso frech dazulegte. Auch gezielte Angriffe auf Windows-Systeme demonstrierte der Vertreter der sogenannten "White Hats, wie die "guten" Hacker, die zur Verbrechensbekämpfung agieren, genannt werden.

Was passiert, wenn man einen gefundenen USB-Stick am Computer einsteckt, unbedacht eine Word-Datei im Anhang einer Mail öffnet oder einfach nur auf einen Link klickt, zeigte der IT-Experte seinem oft verblüfftem Publikum ebenso. Auf einer Leinwand war dabei immer den Bildschirm des Ziel-PCs zu sehen, auf einer anderen die Maske, die der Hacker sieht, der sich oftmals sich auch der Kamera auf dem Laptop oder auf dem Handy seiner Opfer bedient.

Ohne das diese etwas mitbekommen, kann durch trojanische Pferde sogar die Tastatureingaben mitgelesen werden. Viele vor allem junge Nutzer sind oft unbedacht beim Installieren neuer Apps. Durch Schwachstellen auf dem Smartphone kann so Software installiert werden, die den Nutzer praktisch vollständig überwacht, was Schwarz anhand einer unscheinbaren Taschenlampen-App demonstrierte.

Zum Abschluss zeigte der er, wie das verschlüsselte W-Lan des Nachbarn genutzt, aber auch blockiert werden kann. Diese Hacks kommen oftmals auch bei Firmen vor, die wegen eines solchen "Störsender" mitunter tagelang damit beschäftigt sind, die Kommunikation im Betrieb wieder herzustellen. Der Firmenversicherungssachspezialist der Bank, Mario Falk, zeigte anhand echter Fälle, welchen Schaden Datendiebe in Unternehmen angerichtet haben und wie man sich dagegen schützen kann. Christoph Dauer gab hierzu auch den ein oder anderen Finanzierungstipp.

Vorstandssprecher Joachim Geyer freute sich über den sehr guten Besuch, der beweise, wie ernst das Thema genommen werde. Firmenkundenleiter Roman Melzner moderierte den Abend. Beide Redner betonten die Bedeutung des Themas Digitalisierung. Bemerkenswert seien vor allem hier die rasante Entwicklung sowie ihre branchenübergreifenden Auswirkungen.

Firmen, die sich der Digitalisierung stellten und in ihre Betriebsabläufe bewusst mit einbänden, sind oftmals schneller und somit erfolgreicher. Roman Melzner ging auch auf den sogenannten Digitalisierungs-Bonus des Freistaates ein, der je nach Art der Investition ab 10 000 Euro beantragt werden kann.

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