Von den 26 Jungbullen eines Bio-Landwirts aus Kastl, die am Nachmittag des 15. Mai von einer Weide zwischen Kastl und Troglau entlaufen sind, sind trotz etlicher Suchmaßnahmen bisher nur sechs Tiere einfangen worden. Die Mastbullen sind laut einem der vielen Helfer "mit Karacho durch den Zaun" gerannt und verstecken sich im Hessenreuther Wald, das Gebiet ist riesig. Es habe schon mehrere Einsätze mit bis zu acht Drohnen gegeben, unter anderem jeweils in der Nacht zum Dienstag und Mittwoch – bisher ohne Erfolg.
Die Tiere seien "sehr scheu", erklärte der Landwirt am Mittwochnachmittag im Telefonat mit Oberpfalz-Medien. Ein weiteres Problem sei, dass sich die Rinder in zwei größere Gruppen und "mehrere Einzeltiere, die keinen Anschluss finden", aufgeteilt hätten. Ein Mal sei er bis auf 30 Meter an eine Gruppe herangekommen, aber als er zum Auto ging und wieder zurück, "waren sie schon wieder weg". Als nächstes wolle er zwei sogenannte Futterraufen mit Fressgittern anschaffen in der Hoffnung, dass sich die Bullen dann einfangen lassen. Dafür investiere der Landwirt 6000 Euro.
Enorme Unterstützung
Insgesamt sei die Unterstützung bisher enorm gewesen, erklärte der Mann weiter. Der Helfergruppe gehörten insgesamt etwa 70 Personen an, darunter viele Jäger. Doch zu viele Leute auf einmal machten das Vieh nur scheu. Die sechs Rinder, die bisher wieder da sind, seien in Ruhe und ohne Stress eingefangen worden. Zu 80 Prozent hätten die noch abgängigen Jungbullen lokalisiert werden können. Falls sie nicht oder nicht alle wieder eingefangen werden könnten, müsse ein Veterinär über einen eventuellen Abschuss entscheiden. Das wäre der schlimmste Fall für den verzweifelten Besitzer.
Der Jagdpächter von Kastl, der die Drohneneinsätze koordiniert, beschrieb die Suche im Gespräch mit Oberpfalz-Medien am Mittwochnachmittag als "eine Katastrophe". Es handle sich um ein riesiges Gebiet und hauptsächlich um Wald. Sobald die Rinder gefunden seien, könne man sie schon mit der Drohne verfolgen. Irgendwann sei aber der Akku leer und die Tiere seien wieder über alle Berge, erklärte der Jäger. Ein weiteres Problem sei also: "Wie bringe ich sie dahin, wo ich sie hinhaben will?" Der Jagdpächter werde zwar weiterhin die Drohnen einsetzen, allerdings nicht mehr in dem Umfang wie bisher. Hinzu komme nämlich, "dass wir mitten in der Rehkitzrettungs-Saison sind".
Weiteres Dilemma
Ein weiteres Dilemma sind Freizeitsportler oder Mountainbiker, die am späten Nachmittag im Hessenreuther Wald unterwegs sind und die Suche stören. "Die Rinder schrecken dann zurück", erläuterte der Jäger. Einen Rat hat er außerdem für Spaziergänger mit Hund, die besonders aufpassen sollen, um nicht von den Jungbullen attackiert zu werden.
Sicherheit ist in dem Fall auch bei der Polizei Kemnath ein großes Thema. Inspektionsleiter und Erster Polizeihauptkommissar Kai Hoffmann erklärte, dass er und seine Kollegen den Fokus auf die Straßen und die Verkehrssicherheit legen würden. An der B 299 und der Staatsstraße 2665 in dem Gebiet weisen Warnschilder auf mögliche Gefahren hin. Am Freitagnachmittag seien die Beamten noch bei der Suche dabei gewesen, jetzt nach mehreren Tagen jedoch nicht mehr aktiv. "Wir marschieren nicht im Wald mit, gehen aber Hinweisen nach", sagte Hoffmann. Das Forstgebiet sei einfach zu groß und die Rinder seien nicht gemeinsam unterwegs.
























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