11.10.2021 - 13:26 Uhr
KemnathOberpfalz

Hilfsgüterlieferung von Kemnath ins Ahrtal

Putze, Kabel, Duschwannen: Geballte Ladungen an Hilfsgütern machten sich am Sonntag auf den Weg von Kemnath in das von der Flutkatastrophe stark getroffene Ahrtal. Ein überzeugter Initiator und viele Unterstützer machten dies möglich.

Sonntagmorgen 3 Uhr in Kemnath: Drei LKW und zwei Transporter mit je zwei Fahrern machen sich auf den Weg ins Ahrtal. Über 50 Tonnen Baustoffe und Material wurden als Hilfsgüter dorthin geliefert.
von Michael DenzProfil

Sonntagmorgen 3 Uhr in Kemnath. Drei vollbeladene Lastwagen und zwei bis unters Dach gefüllte Transporter machen sich auf den Weg in das rund 480 Kilometer entfernte "Krisengebiet": Nur wenige Tage, Initiator Holger Pühl, viele Unterstützer, ein hilfsbereiter Stadtrat samt Stadtoberhaupt und unzählige Spenden brachten nun Baumaterial dorthin, wo es dringend gebraucht wird, damit Menschen wieder ein Dach über dem Kopf haben.

Schwer getroffen hatte die Flutkatastrophe den Westen Deutschlands vor über zwei Monaten, besonders betroffen das Ahrtal. Unzählige Menschen haben ihre Existenzen verloren, einige ihr Leben in den Fluten gelassen. Ganze Häuser wurden weggespült, Ortschaften stark verwüstet, übrige Gebäude teilweise durch Schlamm und Geröll unbewohnbar.

Wie in einem "Kriegsgebiet"

Der Kemnather Elektrounternehmer Holger Pühl fasste den Entschluss, umfassend zu helfen. Der Initiator der Kemnather Hilfsaktion war vor wenigen Wochen selbst im von der Flut getroffenen Gebiet tätig, vergleicht den vorgefundenen Zustand der Verwüstung mit einem "Kriegsgebiet". Schnell fanden sich nach dem Aufruf zur Sammlung von Baumaterialien und Gerätschaften vor rund drei Wochen viele Unterstützer. Zahlreiche Menschen und Firmen aus der Region gaben Sach- und Geldspenden, die Stadt und der Stadtrat Kemnath legten eine stolze Summe von 12 000 Euro obendrauf.

Volle Lagerflächen

Seit dem Aufruf zur Sammlung von Baumaterial für das stark von der Flutkatastrophe getroffene Ahrtal stand das Telefon von Holger Pühl nicht mehr still, eine Flut an E-Mails ging ein, und die Zahlungseingänge auf das Spendenkonto läpperten sich. Die Lagerflächen des Elektrobetriebes waren randvoll, Gitterboxen wurden mit Kleinteilen und Installationsmaterial gepackt, Ladelisten geschrieben und es gab Vieles zu organisieren. Die Vielzahl an schweren Paletten und Gitterboxen wurde schließlich am Samstag auf einen Sattelzug des Fuhrunternehmens Eugen Zeitler, einen Gliederzug der Transpot Speditions GmbH von Alexander Schmid, den Versorgungslastkraftwagen der Feuerwehr Kemnath sowie die beiden Transporter des von Holger Pühl geführten Elektrounternehmens geladen.

"Insgesamt kamen über 50 Tonnen an Hilfsgütern in Form von Baustoffen und Maschinen zusammen", resümiert Holger Pühl kurz vor der Abfahrt des Hilfskonvois am Sonntagmorgen. Unterstützer der Aktion ist Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler, der die ehrenamtlichen Helfer, die das Baumaterial am Sonntag zu einem Sammelplatz in das Krisengebiet transportierten, in der Nacht persönlich verabschiedete.

Am Sonntagvormittag wurden die Hilfsgüter schließlich im "Baustoffzelt Walporzheim" abgeladen. Dass mit der nun erfolgten Hilfsaktion und dem Transport von Hilfsgütern in Form von Baumaterial die Hilfe abgeschlossen ist, verneint das Kemnather Stadtoberhaupt. Ehrenamtlich als Fahrer der drei Lkw engagierten sich vonseiten der Feuerwehr Kemnath Eugen Zeitler, Georg Zeitler, Nick Danowski, Christian Schmid, Florian Braunreuther und Markus Busch. Das Team der Firma EHP um Holger Pühl, Julian Burkhard, Stefan Pühl und Herbert Kritzenthaler steuerte die vollbepackten Firmentransporter ins Krisengebiet.

Kemnather möchte die größte Not im Ahrtal lindern

Kemnath
Elektromaterial und Hölzer hatte der Versorgungslastkraftwagen der Feuerwehr Kemnath in das Krisengebiet des von der Flutkatastrophe stark getroffenen Ahrtals zum Baustoffzelt Walporzheim transportiert.
Hintergrund:

Die Hilfslieferung

  • zehn Tonnen Putz
  • zwölf Tonnen Estrich
  • neun Tonnen Rigipsplatten
  • vier Tonnen Bauholz in Form von Plattenmaterial
  • über vier Tonnen Kabel, Schalter, Elektroinstallationsartikel und Leerrohre
  • 600 Kilogramm Werkzeuge und Arbeitsgeräte
  • Bautrockner, Heizkörper, Elektrolüfter und -heizgeräte sowie WCs, Dusch- und Badewannen, Waschbecken und Spiegelschränke

 

 

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