24.08.2020 - 10:10 Uhr
KemnathOberpfalz

Vom Kämmerer zum Rathaus-Chef: Roman Schäffler zieht erste Bilanz nach gut 100 Tagen im Amt. „Der Blickwinkel hat sich geändert“

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Der Weg zur Arbeit hat sich für ihn seit 1. Mai nicht geändert - aber das Büro: Der langjährige Kemnather Kämmerer Roman Schäffler wurde zum neuen Bürgermeister gewählt, die Bilanz nach den ersten Monaten fällt positiv aus.

Noch hat sich für den Kemnather Bürgermeister Roman Schäffler und Ehefrau Petra durch das neue Amt wenig geändert: Der Sommer lässt sich lesend im Garten genießen - auch wenn sich die Lektüre etwas unterscheidet.
von Holger Stiegler (STG)Profil

„Ich denke nicht, dass ich mich durch das Amt verändert habe“, erzählt Roman Schäffler auf der heimischen Terrasse – weder der „private“ Roman Schäffler im Freundes- und Bekanntenkreis noch der Arbeitskollege im Amt, der nun zum „Chef“ aufgestiegen ist. „Das hoffe ich auch, dass das so bleibt. Und wenn doch nicht, hoffe ich, dass es mir mein Umfeld rechtzeitig sagt“, so der Kemnather Bürgermeister.

Offene Gespräche

Die vergangenen Monate seien extrem schnell vergangen, die Arbeit als Bürgermeister mache ihm großen Spaß. „Und auch wenn ich aus der Verwaltung komme, so hat sich der Blickwinkel für mich schon verändert“, bekennt Schäffler. Harmonie hat für den 50-Jährigen einen hohen Stellenwert – im Privaten wie im Beruflichen. „Ich bin immer für das offene Gespräch und auch das Zwischenmenschliche muss stimmen“, sagt Schäffler. Das gilt für das Kemnather Rathaus genauso wie für den Stadtrat. „Für die Arbeit im Gremium haben wir – auch dank vieler Gespräche – eine Basis gefunden, die mich wirklich optimistisch macht“, erzählt Bürgermeister.

Ich denke nicht, dass ich mich durch das Amt verändert habe.

Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler

Autowaschen ist und bleibt im Hause Schäffler "Männersache" - egal, ob das eigene Auto oder das der Ehefrau Petra.

Eine „eigene“ Mehrheit hat der CSU-Bürgermeister bekanntlich nicht: Gemeinsam mit der CSU/CLU-Fraktion kommt er auf zehn Stimmen, FW/FWG, Grüne und SPD verfügen gemeinsam über elf Mandate. „Nach den ersten Monaten sieht man aber schon, dass wir alle am selben Strang und in dieselbe Richtung ziehen“, erklärt der Rathauschef. Seine Aufgabe sieht er in der Rolle des „Taktgebers“. Die bereits angelaufene „Bürgermeisterrunde“ mit Stellvertreter Hermann Schraml (FW) und Dritter Bürgermeisterin Katharina Hage (Grüne) soll sich künftig fest etablieren. „Allen im Gremium geht es doch ums Selbe: Das Beste für Kemnath zu erreichen!“

Roman Schäffler gewinnt die Stichwahl in Kemnath

Kemnath

Weniger zu Gesicht bekommt Petra Schäffler ihren Ehemann aktuell (noch) nicht – was natürlich auch an den noch überschaubaren Abend-Terminen in Corona-Zeiten hängt. „Und der Vorsitz der Freiwilligen Feuerwehr Kemnath war ja bisher auch schon mit vielen Terminen verbunden“, sagt Petra Schäffler. Noch klappt es auch zu Hause ganz gut, dass sich Roman Schäffler um den Rasen und den Garten kümmert. Auch das Waschen der beiden Autos gibt der Bürgermeister nicht aus der Hand. „Gebügelt habe ich bisher noch nicht“, gibt der Bürgermeister zu. Und Petra Schäffler wirkt auch nicht besonders unglücklich deswegen.

Für die Arbeit im Gremium haben wir – auch dank vieler Gespräche – eine Basis gefunden, die mich wirklich optimistisch macht.

Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler

Corona hat bisher übrigens auch verhindert, dass sie sich das neue Büro ihres Ehemanns anschaut. Dass sich ihre Rolle etwas verändert hat, ist der 50-Jährigen, die im Sekretariat der Grund- und Mittelschule arbeitet, auch schon bewusst geworden: Ein Zweitklässler habe ihr einen Antrag zum Bau einer Mountainbike-Strecke gegeben, den sie doch bitte an ihren Ehemann weitergeben soll. Beigefügt waren ein gemaltes Bild, wie diese Strecke aussehen soll, sowie eine Unterschriftenliste. „Das habe ich natürlich dann auch gemacht“, sagt Schäffler – und der Junge hat auch Post vom Bürgermeister bekommen. In der gemeinsamen Freizeit schwingt sich das Ehepaar Schäffler – die gemeinsamen Kinder Marco und Nina sind bereits aus dem Haus – gerne aufs Fahrrad (noch ohne E-Antrieb) oder geht zum Wandern.

Langeweile nicht in Sicht

Wenn der Bürgermeister auf die kommenden Monate und Jahre blickt, dann dürfte ihm wohl nicht langweilig werden. „Es gibt viele laufende, anlaufende und geplante Projekte, die werden wir Punkt für Punkt abarbeiten“, kündigt er an und verweist auf Themen wie Kläranlage, Dorferneuerung Kaibitz/Löschwitz, Lenz-Bräu, ehemaliges Brauhaus-Gelände, neues Schul- und Sportzentrum, Feuerwehrgerätehaus Kemnath, Gewerbegebiet-Erweiterung sowie Nahwärmenetz Waldeck.

Aktuell sind trotz Corona keine Anzeichen für große Einbrüche erkennbar.

Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler

Ein absolut „brennendes Thema“ ist für den Bürgermeister die Schaffung von Bauplätzen: „Wir haben derzeit eine Warteliste mit 78 Bauinteressierten, da müssen wir vorwärtskommen!“ Dass die Kommune finanziell gut ausgestattet ist, ist kein Geheimnis: Der Haushaltsplan 2020 sieht Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von knapp 100 Millionen Euro vor. „Aktuell sind trotz Corona keine Anzeichen für große Einbrüche erkennbar“, sagt Schäffler. Deswegen würden aber die Bäume trotzdem nicht in den Himmel wachsen, mit der aktuellen Finanzstärke werde man – da kommt dann doch der langjährige Kämmerer durch – „zielorientiert“ und „verantwortungsbewusst“ umgehen.

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