05.11.2019 - 14:03 Uhr
KemnathOberpfalz

Keine Missbildungen riskieren

Fast jede werdende Mutter steckt irgendwann einmal in der Zwickmühle: Eigentlich harmlose Medikamente werden in der Schwangerschaft und Stillzeit zu einem Problem. Hilfe konnte hier Regina Zehrer im Kemnather Familienzentrum geben.

Pharmazeutisch-Technische Assistentin Regina Zehrer mahnte ihre Zuhörerinnen zur Vorsicht bei der Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft und Stillzeit.
von Josef ZaglmannProfil

Besonders in der Selbstbehandlung entsteht häufig Unsicherheit: "Welche Medikamente kann ich noch einnehmen?", "Ab wann ist es erforderlich, einen Arzt aufzusuchen?" und "Was tun, wenn die Aussagen der Beipackzettel wenig hilfreich sind?" Diesen und weiteren Fragen ging Regina Zehrer auf den Grund. Die Pharmazeutisch-Technische Assistentin (PTA), die in der Kemnather Vorstadt-Apotheke beschäftigt ist, erklärte schwangeren Frauen anhand einer ausführlichen Powerpoint Präsentation, welche Arzneimittel sie bei unterschiedlichen Beschwerden unbedenklich einnehmen können.

Besonders in der Phase der Embryogenese, die von der fünften bis zur zehnten Schwangerschaftswoche dauert, ist das Ungeborene sehr empfindlich für Fehlbildungen, da hier die Ausbildung und Differenzierung der Organsysteme stattfindet. Doch auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft schwerwiegende Schädigungen des Babys möglich.

Deswegen soll, wenn die nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, möglichst nur ein einzelnes Präparat gegeben werden, das lokal angewandt wird. Die Dosierung soll so gering wie möglich sein. Der Arzneistoff sollte seit mindestens zehn Jahren bekannt sein.

So sei Paracetamol bei Schmerzen das Mittel der Wahl in Schwangerschaft und Stillzeit, da es in der therapeutischen Dosierung als sicher gilt. Oftmals wird stillenden Frauen aus Unwissenheit das Abstillen empfohlen, wenn sie bei Beschwerden Medikamente einnehmen müssen. Allerdings gibt es auch Stoffe, die nicht in die Muttermilch übergehen und bei denen bedenkenlos weitergestillt werden kann.

Die Referentin, die auch zertifizierte Mutter-Kind-Fachberaterin ist, stellte für jedes Beschwerdebild, von der Allergie über die Erkältung bis hin zu Ödemen in der Schwangerschaft, wirksame medikamentöse und alternative Behandlungsmöglichkeiten vor. Ausdrücklich wies Zehrer darauf hin, Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu nehmen und auf die Grenzen der Selbstbehandlung zu achten.

Mittendrin-Leiterin Jessika Wöhrl-Neuber dankte ihr mit einem kleinen Geschenk für den sehr informativen und anschaulichen Vortrag.

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