26.03.2020 - 18:22 Uhr
KemnathOberpfalz

Keine Windräder auf Kosten der Kemnather Bürger

Hermann Schraml und Roman Schäffler sind Kontrahenten in der Stichwahl am Sonntag in Kemnath. Sie eint aber die Kritik an den Windkraftplänen für Hessenreuther Wald.

Die Sonne geht hinter einer Windkraftanlage unter.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Egal, wer am Sonntag Bürgermeister in Kemnath wird, die Investoren der 13 geplanten Windkraftanlagen im Hessenreuther Wald erwartet aus dem Rathaus kräftiger Gegenwind. Gegenüber Oberpfalz-Medien beziehen sowohl Roman Schäffler (CSU/CLU) als auch sein Gegenkandidat Hermann Schraml (Freie Wähler) Stellung.

"In dieser geplanten Dimension ganz klar nein", sagt Schäffler zum Vorhaben auf Erbendorfer Gebiet. Nicht mit 246 Metern Höhe und keine 13 Stück, "das schaut fürchterlich aus". Er appelliere an die Vernunft. Windräder sollten dort konzentriert gebaut werden, wo schon welche stünden und sie ohne Schattenwurf oder sonstige gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich seien, daher keinesfalls im Hessenreuther Wald. Zum Nachdenken bringe ihn die Homepage der Gesellschaft Natural Energy Solutions (NES). Diese stehe demnach im ständigen Austausch mit den Gemeinden Kemnath und Pressath: "Aber wir wissen von nichts."

Roman Schäffler (CSU/CLU).

Nicht die Zeche zahlen

Auch Schraml sind bislang keine konkreten Pläne bekannt. Aus seiner Sicht "kann es aber nicht sein, dass in Albenreuth quasi hinter den Häusern die Anlagen errichtet werden". Als Bürgermeister wolle er die Interessen der dortigen Bewohner vertreten und darauf drängen, dass die Mindestabstände gewahrt werden. Sollten die Räder weiter entfernt entstehen, sei dies dann Sache des Landratsamtes oder der Stadt Erbendorf. Sie dürften jedenfalls nicht zulasten der Kemnather Bürger und gegen deren Willen errichtet werden. Er sehe nicht ein, "dass wir die Zeche zahlen, wenn Windräder für Erbendorf geplant werden".

Abwartend äußern sich beide, was einen Beitritt der Gemeinde Immenreuth zur Verwaltungsgemeinschaft (VG) Kemnath anbelangt. "Entscheidend ist, dass die Immenreuther es mehrheitlich wollen", erklärt dazu Schraml. Der Schritt müsse auch mit Kastl als Mitgliedsgemeinde abgestimmt werden. Kurzfristig würde ein Beitritt Arbeit und einen Mehraufwand bedeuten, "doch langfristig ist es für alle ein Gewinn. Der Ball ist aber jetzt bei Immenreuth".

"Aktuell stellt sich Frage nicht, da keine Anfrage aus Immenreuth vorliegt", weiß Schäffler. Sollte eine solche kommen und sollten die Parameter stimmen, sei eine Verwaltungsallianz sicherlich sinnvoll. Dabei wäre die Nachbargemeinde in der derzeitigen Ausgangssituation sicherlich der größere Profiteur.

Hermann Schraml (Freie Wähler).

Treffpunkte für die Jugend

Etwas überlegen muss der CSU-Kandidat bei der Frage, was in Kemnath fehlt. "Fündig" wird er aber doch: So sieht er Nachholbedarf bei den Übernachtungsangeboten und Treffpunkten für die Jugend. Unterstützung brauche die örtliche Gastronomie. Erbendorf sieht er als Vorbild bei der Ansiedlung mittelständischer Unternehmen im Industriegebiet. Auch bei der Bewerbung kommerzieller Veranstaltungen "läuft ringsum mehr". Ebenso wünsche er sich eine bessere Vernetzung von Interessengemeinschaften (Vereine, Unternehmen, KEM-Verband), und das geplante "Sport- und Freizeitzentrum muss ein echter Hingucker werden".

Verbesserungspotenzial macht dagegen Schraml im Bereich der erneuerbaren Energien aus. Als Stichpunkte nennt der FW-Kandidat die Schaffung von Stadtwerken und Nahwärmenetzen sowie eine Energieversorgung vor Ort. Aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten könne die Stadt Kemnath hier vorangehen. Einen Anfang könne hier das Brauhausareal mit einem Nahwärmenetz markieren. Den eigenen Willen, ein solches zu gründen, hätten auch die Guttenberger und Schweißenreuther. "Die Bürger haben daran ein Interesse", betont Schraml. Daher sei es gut, wenn man als Stadt Alternativen zur Ölheizung anbieten könne.

Schade findet er, dass er sich wegen der Coronapandemie nicht mehr mit den Bürgern persönlich unterhalten könne. Die grundsätzlichen Infos seien aber schon bis zum 15. März mitgeteilt worden. "Die Leute wissen, um was und wen es geht." In den vergangenen Tagen hat sich Schäffler verstärkt übers Internet an die Bürger gewandt. Im Zuge der Kemnather Einkaufshilfe riefen er und sein Team auch die Menschen persönlich an, aber nur um zu fragen, ob alles passe.

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