Vier Köpfe, und jeder mit gänzlich anderen Meinungen und Zielen? Mitnichten. Die Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede in ihrem Wahlprogramm erläutern die vier Kandidaten für die Leser von Oberpfalz-Medien.
Heidrun Schelzke-Deubzer (Bündnis90/Die Grünen)
Sie möchte die erste grüne Bürgermeisterin Kemnaths werden. "Ich will unsere Kommune klimafreundlich und gemeinwohlorientiert entwickeln", beschreibt die 58-Jährige ihre Motivation. Kemnath habe das Potenzial, sich städtebaulich zukunftsweisend zu verändern und Vorbild für die kommunale Energiewende zu werden. Im "Gestalten statt Verwalten" sieht sie ihre Schwerpunktaufgabe: "Zusammen mit Stadtrat, Bürgern und Vereinen werde ich an nachhaltigen und kreativen Konzepten zugunsten aller arbeiten."
Sie möchte das historische Lenzbräu-Gebäude zum sozialen Herz der Altstadt aufbauen, gemeinschaftliches Wohnen für Jung und Alt auf dem Brauhausgelände und mehr sozialen Wohnungsbau ermöglichen. "Im Zuge des Realschulneubaus will ich einen Freizeit- und Naturerlebniscampus für unsere Kinder und Jugendlichen schaffen." Die Dorfgemeinschaften fördern, Leerstände mit Leben füllen, mehr Natur in die Stadt holen und sichere Wege für Fußgänger und Radler sind ihr Herzensanliegen.
Roman Schäffler (CSU/CLU)
Der VG-Kämmerer wirft seine Bewerbung als Bürgermeister in seiner Heimatstadt Kemnath in den Ring. Zuhören, auf die Menschen zugehen und deren Kompetenz für Kemnath - die KEMpetenz - sehen, sind für ihn wichtige Punkte. "Ich will bezahlbaren Wohnraum sowie attraktives Bauland in Stadt und Land ermöglichen." Als Feuerwehrvorsitzender und langjähriger Jugendbetreuer weiß der 49-Jährige um die Bedeutung des Ehrenamts. Dies will er finanziell und durch zentrale Ansprechpartner fördern. Mit einem Zukunftswald soll an der Nachhaltigkeit für Kemnath aktiv gearbeitet werden. Die starke Finanzsituation der Stadt will er zugunsten der Bürger nutzen und beispielsweise die Grundsteuern senken und Grünabfallgebühren abschaffen.
Die Unternehmen und Versorgungszentren, wie das Krankenhaus, bekommen bei Schäffler große Aufmerksamkeit und umfangreiche Unterstützung. Bürgerhaus, ehemaliges Brauhausareal sowie Schul- und Sportcampus sollen die neuen Aushängeschilder der Stadt werden.
Hermann Schraml (Freie Wähler)
Der derzeitige Zweite Bürgermeister bewirbt sich als Rathauschef. Nach 12 Jahren im Stadtrat und 6 Jahren als Stellvertreter will der 53-Jährige nun in den nächsten Jahren als Stadtoberhaupt Verantwortung übernehmen und für die Bürger arbeiten. Politisch aktiv ist Schraml seit mehr als 15 Jahren bei den Freien Wählern und seit langem deren Vorsitzender in Kemnath.
Unter dem Motto "unabhängig, erfahren, offen" will er sich zum Wohle von Kemnath-Stadt und -Land einsetzen. "Es geht um Kemnath" und nicht um eine Partei. Deshalb das Angebot, aber auch die Aufforderung, an alle zur Zusammenarbeit.
Die zentralen Aufgaben beschreibt er mit Wohnen und Energie. Wohnen müsse für alle möglich sein, ob in Eigenheimen oder in Mietwohnungen. Bei erneuerbaren Energien beginne mit der Gründung eines Stadtwerkes Kemnath die Nahwärmeversorgung.
Nur durch "gutes Miteinander von Stadt und Landkreis" seien Projekte wie die neue Realschule möglich und das Krankenhaus zu erhalten.
Jutta Deiml (SPD):
"Als SPD-Bürgermeisterin möchte ich mehr soziale Schwerpunkte setzen und Aufgaben verwirklichen als die bisherigen Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat zugelassen haben", sagt Deiml. Die 57-Jährige ist Familienbeauftragte der Stadt Kemnath und Vorsitzende des Kinderschutzbundes. Erfahrungen und Beobachtungen aus fast 20 Jahren als Stadt- und Kreisrätin im Landkreis Tirschenreuth haben ihren Blick dafür geschärft, dass es noch sehr viel zu tun gibt.
Optimale, familiengerechte Kinderbetreuung, kommunaler geförderter und erschwinglicher Wohnungsbau und Versorgtes Wohnen für jüngere Menschen mit individuellem Hilfebedarf sind ihr besonders wichtig. "Alle Generationen in Kemnath sollen gut versorgt sein, niemand darf das Gefühl haben, zu kurz zu kommen." Deiml möchte als Bürgermeisterin die Menschen im Blick haben: "Politik muss den Alltag erleichtern und nicht einfach von oben beschlossen werden."






















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