31.01.2020 - 14:53 Uhr
KemnathOberpfalz

Kemnather Grüne fordern „neuen gestalterischen Wind“

Ambitioniert gehen die Kemnather Grünen in die heiße Phase des Wahlkampfs: Das Amt der Bürgermeisterin und fünf Sitze im Stadtrat haben sie als Ziel ausgegeben. Wie sie dies erreichen wollen, erklärten sie am Mittwoch in der „Fantasie“.

Heidrun Schelzke-Deubzer (stehend) will Kemnather Bürgermeisterin werden – und im neuen Stadtrat sollen fünf Grüne sitzen.
von Holger Stiegler (STG)Profil

"Offener, demokratischer, bürgernäher" - das hat sich Bürgermeisterkandidatin Heidrun Schelzke-Deubzer zum Motto genommen. Dies habe zum Inhalt, dass zum einen mehr Frauen in die Gremien müssten. Zum anderen müsse man die bisher sehr fraktionsbezogene Arbeit ändern und die Fraktionsgrenzen auflockern. "Dann gibt es auch mehr Diskussionen, die zu einem besseren Ergebnis führen", meinte Schelzke-Deubzer. Dringend nötig sei ein "neuer gestalterischer Wind" in einem Kemnath, in dem viele Wege schon recht eingefahren seien.

Unabdingbar sei es auch, ein größeres Interesse für die Kommunalpolitik zu wecken. "Dass sich eine Mehrheit des Stadtrates immer noch weigert, Protokolle der Sitzungen auf der Homepage zu veröffentlichen, ist nicht akzeptabel", sagte die Rednerin.

"Geht oft nicht um die Sache"

Wie dringend sich in der Zusammensetzung des Stadtrates etwas ändern müsste, betonten auch die bisherigen Stadträte Katharina Hage und Stefan Zaus. "Oftmals geht es nicht um die Sache, sondern darum, wer es gesagt hat", erklärte Hage. Zaus ergänzte, dass auch viel am Amt des Bürgermeisters liege, wie man mit Fraktionsgrenzen umgehe und wie man diese durchbreche.

Mit insgesamt sieben Hauptpunkten, die sich wiederum in zahlreiche Unterpunkte auffächern, gehen in Grünen in die politische Auseinandersetzung in den nächsten Wochen bis zum 15. März: "Gestalten statt verwalten!", "Volle Energie fürs Klima!", "Lokaler Artenschutz wirkt!", "Mobilität für alle!", "Unsere Wirtschaft nachhaltig aufstellen!", "Lebensqualität schaffen!" sowie "Mitreden, Mitentscheiden, Mitmachen - alle gehören dazu!" Konkrete Maßnahmen und Ideen, die damit verbunden sind, sind beispielsweise, das Brauhaus-, Sportplatz- und Milchhofgelände mit Bürgerbeteiligung weiterzuentwickeln, die Erneuerbaren Energien ebenfalls mit Bürgerbeteiligungen auszubauen, Grünflächen, Hecken und Bäume zu erhalten sowie neu anzulegen oder Fußgängerüberwege zwischen den Einkaufsmärkten zu schaffen. Ebenso streben die Grünen eine flächenschonende Nutzung der Gewerbegebiete, eine soziale und ökologische Stadt- und Dorfentwicklung sowie ein Jugendparlament an.

Auch die anwesenden Listenkandidaten nutzen die Veranstaltung für eine kurze Vorstellung und erläuterten kurz ihre Beweggründe für eine Kandidatur.

Gutachten abwarten

Angesprochen wurde Heidrun Schelzke-Deubzer auf das Thema möglicher Windräder im Hessenreuther Wald. "Erst einmal gilt festzustellen, dass das Thema von Windkraftgegnern mit Horrorszenarien hochgekocht wird", erklärte die Bürgermeisterkandidatin. Sie erinnerte daran, dass derzeit ein Artenschutzgutachten erstellt werde. Dieses sollte man doch erst einmal abwarten, um seriös zu diskutieren. Am sinnvollsten sei es, das Thema Windkraft mit regionalen Investoren und Bürgerbeteiligung anzugehen. "Dann bleibt auch die Wertschöpfung in der Region."

Stefan Zaus ergänzte: "Das Thema ist von den Verantwortlichen im Land und auch im Landkreis in den vergangenen Jahren verpennt worden!" Und viele Bürgermeister hätten Angst, das Wort "Windkraft" überhaupt auszusprechen.

Mit Blick auf den Wahlausgang am 15. März betonte Schelzke-Deubzer, dass es bei der Bürgermeisterwahl sicherlich zu einer Stichwahl am 29. März kommen werde. Bis dahin werden verschiedene Veranstaltungsformate angeboten - unter anderem die Fortsetzung der sonntäglichen Ortsteilwanderungen, am 21. Februar eine Veranstaltung in Guttenberg, am 29. Februar ein Rock- und Blues-Konzert mit dem SPD-Ortsverein in Kaibitz und am 2. März eine Kundgebung in Kötzersdorf mit Grünen-Landratskandidatin Anna Toman.

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