26.06.2019 - 17:40 Uhr
KemnathOberpfalz

Kinder richtig vor Sonne schützen - Experten aus Kindergärten wissen wie

Bei viel Sonnenschein und heißen Temperaturen ist es wichtig, gerade kleine Kinder richtig vor der Sonne zu schützen. Was es dabei zu beachten gilt, wissen Expertinnen aus den Kindergärten in Kemnath, Premenreuth und Brand.

Wasser macht Kindern bei heißem Wetter am meisten Spaß. Doch neben der Freude am Sonnenschein, muss auch der richtige Schutz bedacht werden. Wie das in Kindergärten geregelt wird, erklären Klinderpfleger- und Erzieherinnen aus den Einrichtungen in Kemnath, Brand und Premenreuth.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Die Sonne knallt vom Himmel, die Temperaturen steigen und der Schweiß läuft nur so vom Körper herab. Bei Hitze achten die Erzieherinnen besonders auf ihre Schützlinge im Kindergarten. Dort gibt es kein hitzefrei wie in manchen Schulen. "Wir haben ganz normal geöffnet", sagt Angelika Lober von der Kindertagesstätte Li-La-Löhle aus Kemnath. "Aber einige Eltern holen ihre Kinder in dieser Zeit früher ab und fahren dann mit ihnen ins Freibad." Im Garten der Einrichtung gibt es Platz für viel Schatten. "Wir haben Sonnensegel und Bäume." Im Gebäude selbst werden die Räume rechtzeitig mit Rollos abgedunkelt. Eine Lüftungsanlage sorgt dafür, dass es nicht zu stickig wird. Die Kinder im Waldkindergarten haben es da schon etwas leichter: "Unsere Gruppe im Wald hat viel Schatten. Wer Sonne möchte, muss eigentlich aus dem Wald raus", weiß Lober. Dort bietet eine Hütte Schutz: "Die Kleinen gehen dann da rein, wenn es zu heiß ist."

Wasserspiele zur Erfrischung

"Unsere Kinder in der Einrichtung sind im Moment vormittags draußen, wenn es noch nicht ganz so heiß ist", erklärt die Erzieherin. Dort locken unter anderem Wasserspiele an einem natürlichen Bachlauf. "Es gibt dort einen kleinen Sandstrand. Manche Kinder bringen Badebekleidung mit. Ab und an holen wir unseren Gartenschlauch und lassen die Kinder durch das Wasser hüpfen." Zwischendurch gibt es immer wieder Pausen, in denen Wasser getrunken wird. Ist es zu warm, wandern die Kleinen wieder nach innen.

Die Eltern werden von dem Kindergarten über einen Aushang im Gebäude und auf Informationsveranstaltungen über den richtigen Sonnenschutz informiert. "Die Eltern cremen ihre Kinder häufig morgens schon ein, andere geben die Sonnencreme mit. Alle Kinder bekommen Lichtschutzfaktor 50 auf die Haut." Damit Erzieher selbst die Kinder eincremen und den Sonnenschutz auffrischen dürfen, müssen die Erziehungsberechtigten vorher eine Einverständniserklärung unterschreiben. "Ältere Kinder cremen sich selber ein, aber die Kleinen müssen das erst lernen", sagt Lober. Was zudem nicht fehlen darf, ist ein Schutz auf dem Kopf. "Die meisten Eltern geben Hüte oder Capys mit. Wenn das aber mal vergessen wird, haben wir auch eine Reserve hier."

Sonnencreme schützt vor der UV-Strahlung. Eltern tragen sie meist auf, bevor sie ihre Kinder in der Kindergarten schicken. Damit auch Erzieher/innen eincremen dürfen, müssen Eltern eine Einverständniserklärung unterschreiben.

Kinder müssen eingecremt kommen

Im Kinderhaus Steinwaldwichtel St. Josef in Premenreuth ist es ähnlich. Die Einrichtung ist vormittags bis 13.30 Uhr geöffnet. "Wir sind froh, dass unsere Kinder in die Sonne raus können. Bei uns müssen sie aber bereits eingecremt kommen", berichtet Kinderpflegerin Silvia Käß. In ihrer Einrichtung darf keiner die Kleinen eincremen. "Wichtig ist auch, dass sie von zu Hause Capys und Hüte mitbringen. Natürlich haben wir auch welche im Haus, die wir ausleihen." Das höchste für ihre Schützlinge sei die Matschanlage. "Das ist ein Wassersprinkler, der mit einer Brunnenpumpe gesteuert wird", erklärt Käß.

"Viel trinken, Sonnenschutz dabei haben und viel Schatten sind wichtig", betont Kindergartenleiterin Michaela Schmidt vom Kinderhaus Don Bosco. "Wir haben für solche Fälle bereits die Eltern mit ins Boot geholt." So unternehmen die Erzieher dort gerne am Nachmittag Spaziergänge mit den Kleinen, auch durch den Wald. "Auf dem Weg holen dann schon einige Eltern ihre Kinder ab." Im Garten spendet ein Sonnensegel Schatten. "Wir haben auch ein Planschbecken zur Erfrischung aufgestellt", sagt Schmidt. "Wenn es heiß ist, kneippen wir auch mit Storchengang." Zudem wird ein Eimer mit Wasser gefüllt, wo die Kinder ihre Arme in kaltes Nass legen können.

"Die Kleinen sind aber nie länger als zwei Stunden draußen. Da haben wir einfach Verantwortung", verrät Schmidt. "Im Haus sind unsere Kleinen bei diesem Wetter oft barfuß unterwegs oder nur mit T-Shirt bekleidet. Im Haus achten wir darauf, dass die Türen geöffnet sind, damit die Luft sich gut verteilt."

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