27.08.2018 - 12:03 Uhr
KemnathOberpfalz

Liebe "auf den zweiten Blick"

Die Schule ist ihr erster „Begegnungsort“. Jahre später lernen sich Daniel Reindl und Karina Buchbinder „neu" kennen. Schnell war klar: „Es passt einfach.“. Nun traten die beiden vor den Traualtar.

Vor den Traualtar in der Kemnather Stadtpfarrkirche treten eine Woche nach der standesamtlichen Hochzeit Daniel und Karina Reindl. Der Kemnather Stadtpfarrer Konrad Amschl und der Kirchenlaibacher Pfarrer Sven Grillmeier vermählen die beiden. Mit am Traualtar stehen die Väter des Brautpaares, die die Trauzeugen sind.
von Michael DenzProfil

(mde) „Liebe auf den ersten Blick“ war es nicht, im Gegenteil: In der fünften Klasse lernen sich der heute 25-jährige Daniel Reindl aus Kemnath und die heute 26-jährige Karina Buchbinder aus Brüderes auf der Schulbank in der Kemnather Realschule kennen. „Da dachte man doch nicht an Liebe, oder dass man gemeinsam miteinander durchs Leben geht“, meinte Pfarrer Sven Grillmeier bei der kirchlichen Trauung am Samstag. Während Daniel Industriemechaniker bei der Firma Markgraf lernte und Karina eine Ausbildung zur Feintäschnerin in einem Betrieb in Bayreuth absolvierte, lernten sich die beiden über gemeinsame Freunde auf einem Fest „neu" kennen.

Schnell war den beiden dann klar, dass sie zueinander gehören. Schließlich wurden die beiden am 18. November 2012 ein Paar. Später folgte der Einzug in ein renoviertes Haus in Kemnath. Bei einem Ausflug nach Wien im Frühjahr 2017 machte Daniel seiner Karina auf dem Wiener Prater in einer Gondel im Riesenrad den Heiratsantrag. Am „Schnapszahldatum“ 18.08.18 gaben sie sich bei der standesamtlichen Trauung das „Ja-Wort“.

Eine Woche später nun traten die beiden vor den Traualtar in der Kemnather Stadtpfarrkirche. Der feierliche Einzug wurde musikalisch mit dem Lied „Dir gehört mein Herz“ umrahmt. „Ihr seid ja beide die Kirchenluft gewohnt“, meinte Stadtpfarrer Konrad Amschl zur Eröffnung. Karina meisterte viele Jahre „den Dienst am Altar“ in der Kirchenlaibacher Pfarrgemeinde, wurde sogar Oberministrantin. Auch Daniel war viele Jahre in der Kemnather Pfarrei als Ministrant engagiert.

In „oberpfälzischer Art“ habe Daniel bei der Fahrt im Riesenrad in einer Gondel gefragt und um die Hand angehalten. „Wohl dem geschuldet, dass rund zwanzig weitere Personen in der Gondel saßen, kam der Antrag etwas zurückhaltend.“ Da hat der Daniel gefragt „Ich wollt dich eigentlich schon lang mal was fragen ...", erörterte der katholische Geistliche Sven Grillmeier den Beginn der „gewissen Frage“. Diese wurde schließlich mit einem klaren „Ja“ beantwortet und dann auch gleich „die Ringe mal angesteckt und probiert“.

„Das Leben ist eine ständige Fahrt im Riesenrad mit Höhen und Tiefen“, erörterte Pfarrer Grillmeier. „Gemeinsam werdet ihre diese Fahrt durchleben und erleben. Dabei werdet ihr in den Höhen schönere Erlebnisse haben und euch in den Tiefen des Alltags auch gegenseitig stützen müssen. Dabei ist Gott der „Bolzen“ und Mittelpunkt in eurem Leben und eurer Liebe, der für die Festigung in den Höhen und Tiefen der Lebensfahrt ist.“ Die Trauung und Feier des Gottesdienstes begleitete die Band „Sin Falta“ aus Grafenwöhr. Trauzeugen waren Josef Buchbinder, Vater der Braut, sowie Joachim Reindl, Vater des Bräutigams. Die Fürbitten trugen Verwandte und Bekannte vor. Nach dem Segen zog das Paar begleitet von zwei Blumenmädchen und einem Blumenjungen unter dem Lied „Das ist unser Tag“ aus der Kirche aus. Vor den Toren der Kirche warteten viele Freunde des Brautpaares. Mitglieder der Schützengesellschaft „Zur Linde“, in der die Braut amtierende Schützenkönigin ist, standen Spalier. Arbeitskolleginnen und -kollegen der Braut hatten eine kleine Aufgabe für das frisch vermählte Paar: Es musste ein Herz auf ein Stück Stoff aufnähen.

Wegen des Oldtimer-Treffens zog die Hochzeitsgesellschaft zu Fuß über den Stadtplatz. Das Brautpaar wurde im schicken Mercedes Benz 219 chauffiert. In der Nähe des Sportplatzes versammelte sich die Hochzeitsgesellschaft wieder. Auf der alten Handdruckspritze vom Baujahr 1880 aus Brüderes saßen die Väter des frisch vermählten Paares, die ein alter Fendt vom Baujahr 1949 zog. Hier musste Daniel ein Feuer löschen. Das ist eine Art „Brüderes-Tradition“.

Daniel Reindl arbeitet als Rohrleitungsbauer bei der Firma Markgraf. Diesen Beruf erlernte er nach seiner abgeschlossenen Lehre zum Schlosser. Arbeitskollegen des „Bautrupps“ standen mit schwerem Arbeitsgerät bereit. Der Bräutigam musste dabei eine „Gasleitung“ durch Elektrodenschweißen verbinden. Die Braut regulierte dabei die Stromstärke. Die weiteren Feierlichkeiten wurden im „Grenzhaus“ fortgeführt.

"Arbeitskluft über den Hochzeitsanzug" - Daniel muss seine Künste des "Zusammenschweißens" beweisen. Mit Elektroden verbindet er zwei Gasleitungsrohre. Seine Frau Karina reguliert die Stromstärke.

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