Update 18.03.2020 - 16:36 Uhr
KemnathOberpfalz

Medcenter: Ärzte in Quarantäne

Das Medcenter Bayreuth vermeldet, dass es "an zentraler Position zu einer Corona-Erkrankung" innerhalb der Beschäftigten gekommen sei. Damit müssen nach behördlicher Anordnung alle Kontaktpersonen in Quarantäne gehen - auch die in Kemnath.

Nach Bekanntwerden der Corona-Erkrankung einer Mitarbeiterin des Medcenters Bayreuth gibt es vorerst auch am Kemnather Standort, der im dortigen Krankenhaus (Bild) untergebracht ist, keine Behandlungen mehr.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Nach Angaben des Medcenters vom Dienstagabend sind davon alle 14 Ärzte betroffen. Daher seien an allen vier Standorten - Bayreuth, Kemnath, Hof und Pegnitz - keine Behandlungen mehr möglich. "Die Quarantäne-Anordnung kommt damit einer faktischen Betriebsschließung gleich und gilt ab sofort", heißt es weiter. Unklar ist, wann die Behandlungen fortgesetzt werden können. Das hänge vom weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens bei den Kontaktpersonen ab. Die Anordnung gelte für mindestens 14 Tage.

Alle vier Standorte bleiben durch nicht betroffenes Personal besetzt und telefonisch erreichbar. Diese Mitarbeiter nehmen laut Bandansage der Zentrale in Bayreuth "aktiv Kontakt" zu 41 Patienten auf, die in den vergangenen Tagen mit dem infizierten Mitarbeiter - dem Vernehmen nach soll es sich um eine medizinische Fachangestellte aus dem Landkreis Tirschenreuth handeln, die sich in einem stabilen Zustand befindet - zu tun gehabt haben. Laut Ärztlichem Leiter Dr. Wolfgang Gruber ist ausschließen, dass es zu mehr als diesen "Patientenkontakten gekommen ist, da der betroffene Fall in einem Funktionsbereich arbeitet, in dem ausschließlich Mundschutz bei Patientenkontakt getragen wird". Das Medcenter geht daher "von keinem hohen Ansteckungsrisiko" aus.

Der Standort Kemnath ist dem dortigen Krankenhaus angegliedert. Die Kliniken Nordoberpfalz AG sei deshalb umgehend informiert worden, erklärte Gruber. Das Krankenhaus selbst sei nicht betroffen. Wie der Pressesprecher der Kliniken AG, Michael Reindl, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mitteilte, sollte deswegen im Laufe des Mittwochs auch ein Gespräch der Verantwortlichen stattfinden. Ob das Gesundheitsamt die 41 Patienten unter Quarantäne stelle, liege im Ermessen der Behörde, teilt Gruber weiter mit. Seiner Einschätzung nach werde es aufgrund der besonderen und seines Erachtens nach glücklichen Umstände des Kontaktes (Mundschutz, äußerste Hygienemaßnahmen) eher nicht notwendig sein.

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