Zu den Seebühnenkonzerten der Stadt Kemnath zeigt sich der Stadtweiher von seiner gewohnten Seite. Als vor einigen Tagen dort die Kemnather Jugendblaskapelle zum Auftakt bei ihrem Sommerkonzert aufspielte, glitzerte im Hintergrund das Sonnenlicht bereits wieder auf der Wasseroberfläche. Ein paar Tage vorher war der Weiher noch trocken gelegen. Grund dafür waren nicht extrem hohe Temperaturen, die das Wasser hätten schwinden lassen, sondern Sanierungsarbeiten.
Nachdem der Kreisfischereiverein das Gewässer, das er nach eigenen Angaben mit Karpfen, Graskarpfen, Schleien, Hechten, Zandern, Welsen, Barschen, Weißfischen und Forellen besetzt hat, abgefischt hatte, wurde das wasserreichste Gewässer der Stadt Anfang Mai trockengelegt.
Vier Wochen lang entschlammen
Wie Reinhard Aumüller vom Bauamt auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien erläutert, musste dann noch einen Monat gewartet werden, ehe ein Kettenbagger der Kemnather Erdbaufirma Zeitler seine Arbeit verrichten konnte. Der Schlick sei sonst wie Wasser und laufe beim Ausbaggern immer wieder nach, erläutert der Mitarbeiter der Stadt.
Gut vier Wochen lang, vom 10. Juni bis 7. Juli, wurde mit der Maschine der Weiher entschlammt. Welche Menge dabei abtransportiert werden musste, darüber kann Aumüller keine Angaben machen. Nach der letzten Aktion vor fünf Jahren ist aber die Maßnahme heuer erneut wegen eines zu geringen Wasserstands erforderlich geworden. Notwendig war in diesem Zusammenhang auch die Auswechslung von schadhaften Teilen des Kanals.
Doch nicht nur das Gewässer, auch die dortige Wehranlage war Gegenstand der Sanierungsarbeiten. Am Bauwerk, zu dem laut Mitteilung aus dem Bauamt keine Unterlagen zur genauen Datierung des Baujahres vorhanden sind, wurden an der Vorsatzschale aus Granit fehlende Teile ersetzt. Ebenso erneuerten die Arbeiter die Fugen, reinigten die Holzschütze (Element zur Regelung des Wasserdurchflusses), schliffen diese ab und versahen sie „wasserseitig mit einer Tafel aus Aluminiumblech“, informiert Aumüller in einer Mitteilung.
Ein weiteres Augenmerk galt der im Stadtweiher installierten Fontäne. Die rund 25 Jahre alte Vorrichtung erhielt einen neuen Sprühkopf. Statt wie bisher nur ein gerader Strahl nach oben ist nun während des Betriebs auch ein rund darum angeordneter Kranz aus kleineren Wasserstrahlen zu sehen. Im südöstlichen Uferbereich ist außerdem neben der Seebühne aus Rasengittersteinen eine Rampe angelegt worden. Über sie kann für künftige Wartungsarbeiten, beispielsweise an der Fontäne, ein Boot ins Wasser gesetzt werden.
Während das Entleeren des Stadtweihers etwa zwei Tage in Anspruch nimmt, dauert das Befüllen – der Zulauf erfolgt über den Mühl- sowie den Schirnitzbach – etwas länger.
1,16 Hektar groß
Aumüller nennt hier einen Zeitraum von einer bis zwei Wochen, abhängig von den Niederschlagsmengen. Immerhin fasst das Gewässer mit einer Fläche von etwa 11.600 Quadratmetern ein Volumen von rund 15.000 Kubikmetern Wasser.
Wie der Bauamtsmitarbeiter weiter erklärt, sind die Arbeiten reibungslos verlaufen. Das vorherrschende trockene Wetter bezeichnet er als ideal für die Maßnahme. Unklar sind noch die genauen Kosten, da das Vorhaben bislang nicht abgerechnet worden sei. Ebenso sei der Stadt unbekannt, wann der Kreisfischereiverein den Stadtweiher wieder mit Fischen besetzt.

















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