14.11.2019 - 13:42 Uhr
KemnathOberpfalz

Neuer Anlauf fürs Breitband in Kemnath

Stadtrat Kemnath will unterversorgte Bereiche in Angriff nehmen

Manfred Gebhardt zeigte im Kemnather Stadtrat auf, wie es mit dem ins Stocken geratenen Breitbandausbau doch noch klappen könnte.
von Holger Stiegler (STG)Profil

"Das Thema Amplus hat uns bayernweit beschäftigt", bestätigte Manfred Gebhardt in seinen Ausführungen. Er erinnerte daran, dass das Unternehmen das wirtschaftlichste und auch das technisch beste Angebot abgegeben hatte. "Die Vergabe konnte nur an Amplus erfolgen, es sprach damals auch nicht dagegen", betonte Gebhardt gegenüber dem Stadtrat.

Die neue Geschäftsleitung des Unternehmens habe dann 2019 die Projekte auf ihre Machbarkeit überprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass in Kemnath auf Basis des abgegebenen Angebots eine Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben sei. "Daraufhin hat Amplus die Nichterfüllung bekannt gegeben", erklärte Gebhardt. Theoretisch würde der Kommune nun zwar der Klageweg offenstehen, allerdings würde dies auch bedeuten, dass der weitere Breitbandausbau erst einmal - wahrscheinlich über Jahre - blockiert sei. "Schon der bisherige Zeitverlust ist schmerzlich", sagte Gebhardt.

Um die noch ausstehenden rund 230 Anschlüsse in der Stadtgemeinde baldmöglichst in Angriff zu nehmen, böten sich zwei Varianten an: Ab 2020 gebe es zum einen in Bayern ein neues Glasfaser-Förderverfahren, zum anderen komme auch ein Bundesförderverfahren in Betracht. Mit Letzterem würde die Stadt definitiv besser fahren - schon alleine aus dem Grund, weil damit direkt begonnen werden könne und man sich nicht wie bei der rein bayerischen Variante an einem "Windhund"-Vergabeverfahren mit offenem Ausgang beteiligen müsse, meinte der Referent.

Der Freistaat ist allerdings auch beim Bundesförderverfahren mit im Boot: 50 Prozent der Finanzierung übernimmt der Bund, weitere 30 Prozent der Freistaat, so dass für die Stadt Kemnath ein Eigenanteil von 20 Prozent verbleibt. Die insgesamt anfallenden Ausbaukosten schätzte Gebhardt auf etwa viereinhalb bis sechs Millionen Euro.

Das Gremium war sich einig, diesen Weg zu gehen. Zugleich musste es aber auch zur Kenntnis nehmen, dass der Ausbau nicht von jetzt auf gleich funktionieren werde. "Die Telekom bietet beispielsweise nur noch eine Ausbauzeit von vier Jahren an", berichtete Gebhardt. Eine Patentlösung dafür, wie die "unterversorgten" Haushalte die Zeit überbrücken könnten, war in der Sitzung nicht in Sicht: Andiskutiert wurden mögliche, rein private Maßnahmen wie beispielsweise eine spezielle Satelliten-Schüssel für schnelleres DSL, die für die Betroffenen preislich verhältnismäßig überschaubar seien.

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