"Wie gut, dass wir im Kreistag gleich Nägel mit Köpfen gemacht haben und uns für einen kompletten Neubau der Kemnather Realschule entschieden haben", meinte CSU-Fraktionsvorsitzender Toni Dutz, "eine Sanierung wäre doch bloß wieder Flickwerk gewesen." Bürgermeister Werner Nickl hatte die CSU-Kreistagsfraktion zu einer Besichtigung in die Realschulturnhalle eingeladen. Dort waren die Modelle für den Neubau der Realschule und der Dreifachturnhalle im Maßstab 1:500 ausgestellt, die 20 Architekturbüros zur Prüfung und Beurteilung dem Preisgericht vorgelegt haben.
Anfang November waren die eingereichten Entwürfe von den Fach- und Sachpreisrichtern in mehreren Durchgängen intensiv diskutiert und bewertet worden. Dabei ging das Architekturbüro Petry und Voll aus Stuttgart als Sieger aus diesem Preisgerichtsverfahren hervor. Die Abstimmung fiel einstimmig aus. "Auf dem Grundstück an der Berndorfer Straße beziehungsweise Badstraße soll nun ein viergeschossiger Neubau für etwa 850 Schüler mit einer Dreifachturnhalle realisiert werden", erklärte Nickl. Er wies noch einmal in aller Deutlichkeit darauf hin, dass die Stadt ein günstiges Grundstück für den Neubau anbieten konnte.
Anhand des Modells besprach Nickl nicht nur den Neubau, sondern auch die neue Verkehrsführung, die Neugestaltung des gesamten Schulzentrums mit Real- sowie Grund- und Mittelschule, die Erweiterung des Wohngebietes und die Einbindung in die naturnahe Landschaft entlang des Flözbaches. Mit Realschuldirektor German Helgert versuchte er zu begründen, warum dieses Modell den ersten Preis erhalten hat. Sehr positiv wurde bewertet, dass der Baukörper an den Buchstaben "H" erinnert und einem Schmetterling gleicht.
Anwesend waren auch die beiden Architekten Anne Voll und Falk Petry. Sie beantworteten bereitwillig Fragen der Kommunalpolitiker. "Wann ist Baubeginn?", wollten einige wissen. "Der Baubeginn ist noch völlig offen", lautete die Antwort, vorher müssten noch mehrere Detailfragen geklärt werden. "Der städtebauliche Ideenwettbewerb brachte nämlich trotz der eingereichten 20 teilweise wirklich guten Vorschläge kein eindeutiges Ergebnis", bedauerte Nickl. Aus den Vorschlägen für alternative Wohnnutzungsformen, die Verkehrsführung, die Leitung des Busverkehrs und die Entlastung der angrenzenden Wohngebiete müssten jetzt im Stadtrat die besten Varianten ausgewählt und, soweit sinnvoll, auch miteinander verknüpft werden.
"Der Ideenteil des städtebaulichen Wettbewerbs bringt keine Verpflichtung mit sich, einen bestimmten Architekten, der an der Ausschreibung beteiligt war, mit der Planungsaufgabe zu betrauen", betonte Nickl. Daher sei die Stadt in ihrer Entscheidung frei. Die Umsetzung des Realisierungswettbewerbes der Staatlichen Realschule dagegen sei für den Landkreis verbindlich. Für ihn als Träger dieser Baumaßnahme gehe es nun in die vertiefte Planung, ein sogenanntes VGV-Verfahren und die genaue Planung mit dem Architekturbüro. Die Beteiligten gehen davon aus, dass die Umsetzung der Neubaumaßnahme und die Weiterentwicklung des städtebaulichen Teils unverzüglich fortgesetzt werden. "Bis zum Einzug in die neue Realschule und bis zur geänderten Verkehrsführung werden wohl noch einige Jahre vergehen."















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