05.09.2019 - 14:08 Uhr
KemnathOberpfalz

„Offener, transparenter, demokratischer“

Die Spannung steigt: Mittlerweile gibt es schon drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Kemnath. Nach CSU und Freie Wähler ist nun auch der Personalvorschlag der Grünen öffentlich gemacht worden.

Heidrun Schelzke-Deubzer (Mitte) will Bürgermeisterin in Kemnath werden: Die beiden Grünen-Vorsitzenden Katharina Hage und Stefan Zaus freuten sich über die angekündigte Kandidatur der amtierenden dritten Bürgermeisterin und Grünen-Fraktionssprecherin im Kemnather Stadtrat.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Premiere für Kemnath: Erstmals wird es bei den Kommunalwahlen 2020 eine Bürgermeisterkandidatin von Bündnis90/Die Grünen geben. Am Mittwochabend erklärte sich die amtierende dritte Bürgermeister Heidrun Schelzke-Deubzer bei einer Mitgliederversammlung bereit, im März kommenden Jahres in den Ring zu steigen. Die offizielle Nominierung soll am 15. November erfolgen.

„Kemnath muss offener, transparenter und demokratischer werden“, stellte Schelzke-Deubzer fest. Aus mehreren Gründen habe sie sich für eine Kandidatur entschieden. Sie störe sich an dem Bild, wonach als Stadt Kemnath oftmals nur die Stadtverwaltung wahrgenommen werde. Aufgabe sei es, die Bürger intensiver ins Boot zu holen. „Bis heute gibt es noch keine Protokolle der öffentlichen Sitzungen auf der Homepage der Stadt“, monierte Schelzke-Deubzer. Dass ein Bürgermeister aus der Verwaltung kommen müsse, stehe nirgends geschrieben. „Unsere Stadtpolitik ist sehr verwaltungslastig“, so die Grünen-Politikerin. Auch wer als Bürger ins neue Rathaus komme, finde dort erst einmal nur geschlossene Türen, so etwas wie einen Empfang gebe es nicht.

Der Bürgermeister, so Schelzke-Deubzer, gebe die Leitlinien für die Stadt vor, umso wichtiger sei das Amt, um „grüne Politik“ zu machen. Dazu gehöre unter anderem, eine nachhaltigere Politik zu betreiben und sich sozialer aufzustellen, die Kommune fußgänger- und familienfreundlicher zu machen und vor allem auch wieder dem sozialen Wohnungsbau den Stellenwert einzuräumen, den er braucht. „Die städtischen Wohnungen sind in einem absolut unzeitgemäßen Zustand und die Baugenossenschaft lässt ihre Häuser verfallen“, monierte Schelzke-Deubzer. Und auf der anderen Seite verkaufe die Stadt Flächen an einen Investor, der große Wohnungen plane, die sicherlich nichts mit dem Aspekt des sozialen Wohnungsbaus zu tun hätten.

Klar formulierte Schelzke-Deubzer auch, dass mehr Frauen in die Kommunalpolitik und Ämter müssten. „Manche Themen haben Männer einfach nicht auf dem Schirm“, meinte die Kandidatin. Sie versprach, dass sie keine Bürgermeisterin nach dem Motto „Ich mache alles alleine!“ werde. Das habe man in den vergangenen Jahren immer wieder erleben müssen.

Zu Beginn hatte Vorsitzende Katharina Hage erklärt, dass man mit der heutigen Versammlung den sprießenden Gerüchten nun Fakten entgegensetzen wolle. Sie brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass sich Heidrun Schelzke-Deubzer entschieden habe, als Bürgermeisterkandidatin anzutreten. Co-Vorsitzender Stefan Zaus betonte, dass man mit einer Grünen-Bürgermeisterin sowie einer gestärkten Grünen-Fraktion noch mehr im Stadtrat erreichen könne. Mit Blick auf die vergangenen Jahre stellte Zaus fest: „Im Stadtrat muss etwas passieren!“ Ziel müsse es beispielsweise sein, die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen zu verbessern und zu verstärken.

Die anwesenden Mitglieder stärkten der Kandidaten einhellig den Rücken. In den nächsten Wochen und Monaten sollen nun eine Liste mit Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl sowie ein Wahlprogramm erarbeitet werden.

Info:

Zur Person

Heidrun Schelzke-Deubzer ist 58 Jahre und als Lehrerin an der Grund- und Mittelschule Kemnath tätig. Sie ist verheiratet und zweifache Mutter. Im Stadtrat ist sie seit 2014 vertreten, sie fungiert als Sprecherin der Grünen-Fraktion, außerdem wurde sie 2014 vom Gremium mehrheitlich zur 3. Bürgermeister gewählt. Im Kreistag des Landkreises Tirschenreuth ist sie bereits seit 2008 vertreten, darüber hinaus fungiert sie auch als Vorsitzende des Kreisverbandes in einer Doppelspitze. stg

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