Kemnath
03.12.2018 - 15:43 Uhr

Mit Pauken und Trompeten

Bavarian Brass gastiert in der Kemnather Stadtpfarrkirche. Das Ensemble begeistert die Zuhörer nicht nur mit Klassikern.

Benjamin Sebald, Dominik Thoma, Christoph Günther, Florian Zeh, Volker Hemedinger und Walther Turn (von links) begeistern die Konzertbesucher in der Kemnather Stadtpfarrkirche. Bild: jzk
Benjamin Sebald, Dominik Thoma, Christoph Günther, Florian Zeh, Volker Hemedinger und Walther Turn (von links) begeistern die Konzertbesucher in der Kemnather Stadtpfarrkirche.

Mit strahlenden Trompeten-, majestätischen Orgel- und pompösen Paukenklängen erfreute das Ensemble Bavarian Brass am ersten Adventssonntag die Zuhörer in der Stadtpfarrkirche.

Leiter Benjamin Sebald hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Mit ihm musizierten die Trompeter Florian Zeh, Volker Hemedinger und Dominik Thoma, der Perkussionist Christoph Günther und der Organist Walter Thurn.

Überregional bekannt

Die sechs Musiker boten einen Querschnitt durch Epochen und Musikstile. Ob mit majestätischer Klangfülle oder verhalten lyrischen Klängen - die Vollblutmusiker fühlten sich in jeder Musikrichtung zu Hause und spielten mit einer bewundernswerten intonatorischen Reinheit und Musikalität. Sehr rasche Passagen mit Spitzentönen meisterten die Musiker ebenso problemlos wie ruhige Melodien mit ausgedehnten Legatolinien.

Die Ensemblemitglieder sind längst überregional bekannt. Seit über einem Vierteljahrhundert erfreuen sie die Konzertbesucher in ganz Deutschland mit Trompetenschall und Orgelklang. Schon bei ihrem ersten Musikstück auf der Empore zogen die Musiker ihre Zuhörer in ihren Bann. Bei der Ballade "Pastime with good company" setzte zuerst der Trommler, dann nacheinander die beiden Trompeter und schließlich die Sandtner-Orgel mit ihrer ganzen Klangfülle ein.

Komponiert wurde dieses Bläserstück zu Beginn des 16. Jahrhunderts vom englischen König Heinrich VIII. kurz nach seiner Krönung. J.S. Bach war mit den drei Kompositionen "Auf, schmetternde Töne der muntern Trompeten", "Jesus bleibet meine Freude" und "August lebe, lebe König" im Programm vertreten.

Das berückend schöne "Ave Maria" des italienischen Komponisten G.R. Caccini, ein Lieblingsstück vieler gemischter Chöre, hat Benjamin Sebald sehr einfühlsam für sein Ensemble bearbeitet, ebenso gekonnt wie die meisten Stücke im Programm. Das ist durchaus legitim, denn die Bearbeitung eigener oder fremder Werke war im Zeitalter Bachs ein vielfach praktizierter Brauch. Dem Leiter und seinem Ensemble ist es aber auch ein Anliegen, die Vielseitigkeit heutiger Trompeten durch das Arrangieren unterschiedlicher Musik verschiedener Epochen aufzuzeigen. Außer der "normalen" Trompete kamen bei diesem Konzert auch Piccolo-Trompete, Flügelhorn und Corno da Caccia zum Einsatz.

Walter Thurn erwies sich bei seinen Solovorträgen auch diesmal wieder als versierter Organist. Das zeigte sich beispielsweise bei der Paraphrase über den Chor "Tochter Zion" aus dem Oratorium "Judas Maccabäus" von G.F. Händel. Von ihm stammen auch die Bearbeitungen von drei Hymnen zur Weihnachtszeit und von drei englischen Weihnachtsliedern.

Mühelos beherrschte Christoph Günther bei seinen Solovorträgen "A little Prayer" von E. Glennie und "Dr. Gradus ad Parnassum" von C. Debussy das Spielen mit vier Schlägeln auf dem Marimbaphon. Auch Volker Hemedinger überzeugte als Solist auf seinem Flügelhorn bei einem Musikstück des spanischen Komponisten J. Rodrigo. Mit K.W. Jenkins war auch ein zeitgenössischer Komponist im Programm vertreten. Von ihm hatte Benjamin Sebald sein Streicherstück "Palladio" und den Song "Adiemus" für Trompeten und Orgel bearbeitet. Erstaunlich, wie schön auch das Klavierstück "Träumerei" aus den "Kinderszenen" von R. Schumann in dieser Besetzung klang.

Viele Zugaben

Den krönenden Abschluss bildete "Highland Cathedral" von M. Korb. Stehende Ovationen belohnten die Künstler für ihr engagiertes Spiel. Moderator Florian Zeh bedankte sich bei Apotheker Schug (Turmapotheke) für die Übernahme der Kosten. Als erste Zugabe spielte Christoph Günther eine Bearbeitung der "Habanera" aus der Oper "Carmen" von G. Bizet. Mit dem feierlichen "Te Deum" von Charpentier, auch bekannt als "Eurovisionsmelodie", verabschiedeten sich die Musiker von einem Publikum, das nach einem wunderbaren Klangerlebnis ergriffen das Kemnather Gotteshaus verließ.

Die freiwilligen Spenden sind für die Renovierung der Friedhofskirche bestimmt. Das nächste Konzert in der Kemnather Stadtpfarrkirche bestreitet am Dreikönigsfest (Sonntag, 6. Januar) um 17 Uhr der gemischte Chor ChorDiSono aus Weiden.

Benjamin Sebald, Dominik Thoma, Christoph Günther, Florian Zeh, Volker Hemedinger und Walther Turn (von links) begeistern die Konzertbesucher in der Kemnather Stadtpfarrkirche. Bild: jzk
Benjamin Sebald, Dominik Thoma, Christoph Günther, Florian Zeh, Volker Hemedinger und Walther Turn (von links) begeistern die Konzertbesucher in der Kemnather Stadtpfarrkirche.
Christoph Günther spielt zwei Solostücke auf dem Marimbaphon. Bild: jzk
Christoph Günther spielt zwei Solostücke auf dem Marimbaphon.
 
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