24.01.2020 - 17:37 Uhr
KemnathOberpfalz

Pläne mit Visionen

Architekten-Trio referierte im Kemnather Stadtrat über mögliche Neugestaltung des Schulviertels

So könnte die neue Realschule (Mitte in Schmetterlingsform) samt Umfeld einmal aussehen.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Wie das Areal im Bereich der Realschule, Mittelschule, Mehrzweckhalle und Freisportanlage aussehen könnte, machten die Architekten Falk Petry und Anne Voll aus Stuttgart sowie Landschaftsarchitekt Tobias Gula in der Stadtratssitzung deutlich. Dass die drei Referenten von "außen" kommen, zeigte sich relativ schnell: Unvoreingenommen, mit frischen Gedanken, durchaus visionär und ohne Denkblockaden präsentierten sie ihre Vorstellungen. Elementar in ihren Ausführungen war, dass die Anbindung und Erschließung durch Schulbusse über eine neu zu bauende Abfahrt von der Staatsstraße über die Berndorfer Straße erfolgen soll. Der bisherige Busparkplatz inklusive zahlreicher Autostellplätze sollte am selben Standort mehr oder weniger erhalten bleiben, aber geometrisch neu geordnet werden.

Manches wird anders

Eine wichtige Veränderung, die damit einher geht, betrifft die Badstraße, die bisher die Freisportanlage von der "Schulseite" trennt: Sie soll künftig - zumindest während der Schulzeit - nicht mehr durchfahren, die Verbindung zur Pommern- und Goldbergstraße soll unterbrochen werden. Versenkbare Poller könnten hier zum Einsatz kommen. Dies führt dazu, dass auch vonseiten der Pommernstraße keine direkte Durchfahrt mehr möglich ist und eine Art Wendekreis den Ort markiert, wo Eltern Schulkinder aussteigen lassen können. Auch von der Berndorfer Straße her werden dafür Flächen gekennzeichnet. Das Areal, so die Referenten, bekomme dadurch sowie mit einer entsprechenden Grüngestaltung unter Einbeziehung des Flötzbachs einen Campus-Charakter, auf dem der Fuß- hierarchisch über dem Auto- und Busverkehr stehe. Dies solle sich auch in den weiteren Fußwegverbindungen niederschlagen.

Zu den Überlegungen des Teams gehörten auch die Verlegung der bestehenden Tennisplätze ins neu zu schaffende Sportzentrum, eine Verlagerung des Hartplatzes und noch einiges mehr. Die Vorstellungen trafen im Gremium auf große Begeisterung - auch wenn Bürgermeister Werner Nickl das Visionäre betonte: "Aber die Gedanken sind erst einmal frei!"

Mit Campus-Charakter

Einigkeit herrschte im Stadtrat, dass die Planungen ansprechend seien, die Verkehrslage dadurch entspannt und der Campus-Charakter sinnvoll aufgezeigt werde. Die fraktionsübergreifenden Wortmeldungen belegten, dass der Denkprozess in die richtige Richtung läuft. Einzelne Aspekte wurden angesprochen, die noch mit einfließen sollen: Josef Krauß (CSU) möchte die Lehrer- und Elternschaft mit einbeziehen. Hermann Schraml (FW) warf die Frage nach der nötigen Anzahl von Parkplätzen auf. Jutta Deiml (SPD) bedauerte, dass die künftige bauliche Gestaltung an der Berndorfer Straße etwas zu kurz gekommen sei. Heidrun Schelzke-Deubzer (Grüne) plädierte dafür, das Planungsgebiet um den neuen Kindergarten und die aktuelle - bald "alte" - Realschule zu erweitern.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.