28.06.2020 - 11:02 Uhr
KemnathOberpfalz

Plan realisieren statt im Keller lagern

Der zweite Sieger ist plötzlich erste Wahl. Architekt Markus Neuber präsentierte im Kreistag die Neubau-Planungen für die Realschule Kemnath.

Architekt Markus Neuber referierte am Freitag in der Sitzung des Kreistags.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Fraktionsübergreifende Sympathie schlug am Freitagmorgen Markus Neuber im Kreistag des Landkreises Tirschenreuth entgegen: Der Geschäftsführende Gesellschafter der ALN Architekturbüro Leinhäupl + Neuber GmbH aus Landshut stellte dem Gremium den Wettbewerbsentwurf zum Neubau der Staatlichen Realschule Kemnath mit Dreifachturnhalle vor.

Nachdem sich die ursprünglichen Planungen für den 35-Millionen-Bau mit dem Sieger des Wettbewerbs zerschlagen hatten, ist der Landkreis nun mit den Zweitplatzierten ins Gespräch gekommen. „Wir hatten die Unterlagen eigentlich schon in den Keller geräumt“, begann Neuber seine Ausführungen im Gremium, das in der Kemnather Mehrzweckhalle tagte. Geprägt ist der neue Entwurf von zwei prägnanten Baukörpern – Schulgebäude und Turnhalle. „Wir sprechen von einem einfachen und klaren Baukörper“, so Neuber. Die großzügige Aula sei das „Herz der Schule“, betonte der Architekt. Einige weitere Erläuterungen gab er zur Ausgestaltung der Geschosse, zur Außengestaltung sowie zur Lage im Gelände.

Landrat Roland Grillmeier betonte, dass man über Details und Anpassungen natürlich noch reden werde. „Manches ist hier aber durchdachter als bei anderen Preisträgern“, so Grillmeier, der auch die Erfahrung des Büros bei Schulbauten hervorhob. Dass die Vorstellung durch die Bank auf Wohlwollen stieß, machten die Wortmeldungen und Charakterisierungen sämtlicher Fraktionssprecher deutlich. Die Bandbreite reichte von einem „beeindruckenden Entwurf“ (Bernd Sommer/CSU) und einem „Gebäude, das sich sehr gut einpasst“ (Hans Klupp/FW) über das „Potenzial für ein Vorzeigeprojekt“ (Uli Roth/SPD) bis hin zu einem „großartigen Gebäude“ (Matthias Grundler/Zukunft) und einer „Chance für ein nachhaltiges und ökologisches Schulgebäude“ (Heidrun Schelzke-Deubzer/Grüne). Einig war man sich ebenfalls dahingehend, dass das benötigte Geld sinnvoll investiert werde und man auf jeden Fall die finanzielle Unterstützung des Freistaats benötige. „Ich hoffe, dass Fördermittel in Höhe von 70 bis 80 Prozent fließen“, sagte Landrat Grillmeier.

Im Laufe der Diskussion wurden von den Rednern einzelne Aspekte angesprochen, denen während der Planungen und der Bauphase besondere Aufmerksamkeit eingeräumt werden soll. Einige Stichworte hier waren die Ausformungen der Barrierefreiheit, die mögliche Gestaltung der Busanbindung, die IT-Ausstattung des Gebäudes, das Einbinden des gesamten Kollegiums sowie der Verzicht auf Beton und Plastik zugunsten heimischer Hölzer. Landrat Grillmeier erteilte auch dem anwesenden Realschul-Rektor German Helgert das Wort: Dieser bestätigte, dass sich in dem Entwurf das pädagogische Konzept wiederfinde. Er brachte auch seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die bisher gute Kooperation zwischen Schule und allen beteiligten Stellen des Landkreises fortsetze. Landrat Grillmeier kündigte an, dass nun unmittelbar mit den weiteren Planungen begonnen werden könne.

Beim Neubau der Realschule kommt doch nicht der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs zur Ausführung.

Kemnath
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.