24.06.2020 - 15:23 Uhr
KemnathOberpfalz

Realschule Kemnath: Überraschend anders

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Der Landkreis Tirschenreuth baut in Kemnath eine nagelneue Realschule. Das ist schon geraume Zeit bekannt. Dennoch gibt es eine erstaunliche Entwicklung.

Überraschten am Mittwochvormittag mit den neuen Planungen für den Neubau der Kemnather Realschule: (v.l.) Bürgermeister Roman Schäffler, Landrat Roland Grillmeier, Kreisbaumeister Klaus Weig, Schulleiter German Helgert sowie dessen Stellvertreter Holger König.
von Holger Stiegler (STG)Profil
Das Modell der neuen Planer ist kompakter angelegt als die "Schmetterlings"-Planung der bisherigen Favorisierten.
Der neue Entwurf wird von den Architekten aus Landshut und Madrid am Freitag im Kreistag vorgestellt

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Kemnath

Dass der Landkreis Tirschenreuth in Kemnath eine neue Realschule bauen wird, steht seit einiger Zeit fest. Überraschend ist allerdings, dass nun doch nicht der hochgelobte Siegerentwurf des im vergangenen Jahr durchgeführten Architektenwettbewerbs realisiert wird. Die Hintergründe erläutern Landrat Roland Grillmeier und Kreisbaumeister Klaus Weig am Mittwochvormittag beim Pressegespräch in Kemnath.

Das Wort „eigentlich“ ist einige Male zu vernehmen, als es an diesem Vormittag um die Planungen und die Umsetzung des 35-Millionen-Projekts geht. Denn eigentlich war geplant, dass die Architekten Petry & Voll aus Stuttgart gemeinsam mit der Eurich-Gula Landschaftsarchitektur PartGmbh aus Wendlingen den Neubau der Staatlichen Realschule planen und realisieren: Sie hatten nach einstimmiger Fachjury-Entscheidung den Architektenwettbewerb gewonnen, den der Landkreis europaweit ausgeschrieben hatte und bei dem 20 Entwürfe eingegangen waren. „Ziel war es, dass dieser 1. Preis gebaut wird. Aus verschiedenen Gründen hat sich das nicht realisieren lassen“, so Landrat Roland Grillmeier.

Auf Nachfrage gingen Grillmeier und Kreisbaumeister Klaus Weig tiefer ins Detail. Nach den Verhandlungsgesprächen mit den 1. Preisträgern hätten, so Grillmeier, bei den Verantwortlichen des Landkreises der Glaube und die Überzeugungskraft gefehlt, dass die Umsetzung, die Koordination und die Zielrichtung gelinge. „Ich hatte Bauchschmerzen“, brachte es Grillmeier auf den Punkt. Weig ergänzte, dass – wenn man von einem 100-Prozent-Bild ausgehe – sich der Wettbewerb mit 50 Prozent niedergeschlagen habe und sich die weiteren 50 Prozent in den Verhandlungsgesprächen ergeben. „Es konnte keine einvernehmliche Lösung erzielt werden“, so Weig.

Nach der Information des Kreisausschusses darüber wurde ein förmliches Verhandlungsverfahren mit allen drei Preisträgern eingeleitet, in denen alle Eignungsnachweise und ein Honorarangebot einzureichen waren. Die Erst- sowie die Drittplatzierten gaben kein Gebot ab und verzichteten auf die weitere Teilnahme. Folglich konnte mit den Zweitplatzierten des Wettbewerbs – ALN Architekturbüro Leinhäupl+Neuber GmbH aus Landshut sowie Landschaftsarchitektenbüro Gutierrez-de la Fuente-Luque aus Madrid – verhandelt werden. „Und das passt, das sind die Richtigen“, betonte Landrat Grillmeier. Er erwartete sich nun ein Mehr an Dynamik bei dem Projekt.

Der Gebäudeentwurf und die Anordnung unterscheiden sich natürlich vom bisherigen Plan, allerdings, so Realschulleiter German Helgert, würden auch hier sämtliche Anforderungen des vorgegebenen pädagogischen Konzepts erfüllt. Dies sei übrigens bei allen drei Preisträgern der Fall gewesen. „Ich bin auch froh darüber, dass es in allen Bereichen der Planung eine völlige Übereinstimmung zwischen Schule und Landkreis gibt“, sagte Helgert. Auch Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler zeigte sich glücklich über die nun gefundene Lösung. Geplant sei, dass sich die Architekten demnächst auch im Kemnather Stadtrat vorstellen und ihre Überlegungen für das Umfeld der Schule präsentieren. Definitiv grünes Licht gebe es bereits vom Staatlichen Bauamt für das Vorhaben, eine neue Abfahrt von der Staatsstraße zum Schulzentrum zu planen und zu bauen. „Das entlastet dann die Bayreuther Straße und die Berndorfer Straße“, sagte Schäffler

Bereits morgen, Freitag, wird in der Sitzung des Kreistags in der Mehrzweckhalle Kemnath der nun favorisierte Entwurf von den beteiligten Architekten vorgestellt. In der kommenden Woche, so Landrat Grillmeier, sollen die ersten Planungsgespräche beginnen. „Wir haben jetzt einen Rohentwurf, den man noch formen kann“, sagte der Landrat. Ziel sei, bis zum Jahresende die Entwurfsplanung auf den Weg zu bringen. Bei optimalem Verlauf könnte im Jahr 2024 Unterricht in der neugebauten Realschule stattfinden.

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