11.09.2018 - 13:42 Uhr
KemnathOberpfalz

Rätselhafte Schnecken

Das Motto weckt Interesse. "Entdecken, was uns verbindet" - unter diesem Leitwort steht der Tag des offenen Denkmals, zu dem der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis Kemnath einlädt. Im Museum in der Fronveste herrscht reger Andrang.

„Das Armaturwerk Fortschau bei Kemnath war von 1689 bis1801 die einzige größere Fabrikationsstätte für Handfeuerwaffen in Bayern“, erzählt HAK-Vorsitzender Hans Rösch den Museumsbesuchern am Tag des offenen Denkmals.
von Josef ZaglmannProfil

Mehrere historisch interessierte Besucher ließen sich von HAK-Vorsitzendem Hans Rösch und Hans Bäte im Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum über Exponate und geschichtliche Themen informieren. Im zweiten Stockwerk zeigte ihnen Rösch die ehemalige Kemnather Stadtkasse und Gewehre aus dem Armaturwerk Fortschau. "Oberpfälzer Büchsenmacher lieferten mehr als 100 Jahre lang Gewehre und Pistolen für die bayerische Armee", wusste er. In Fortschau sei die Waffenschmiede des bayerischen Kurfürsten gestanden. Zugleich sei das Werk ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Raum um Kemnath gewesen, das einer ganzen Reihe von Handwerkern langfristige Beschäftigung geboten habe.

Zu sehen waren auch das historische Gemälde "Schlacht bei Kastl 1796" und der Tambour-Major-Stab, den Kemnather Bürger in der Schlacht bei Kastl erbeutet hatten, sowie die Fahne des Kriegervereins aus dem Jahr 1877 mit dem preußischen und bayerischen Wappen. Sehenswert waren auch die Ansichtskarten, Briefmarken, Waffen und Zahlungsmittel aus den ehemaligen deutschen Kolonien. Mit Schaudern betrachteten die Besucher die enge Gefängniszelle im ersten Stock, in der die Verurteilten schmachten mussten.

Im Erdgeschoss zeigte Bäte in der vor- und frühgeschichtlichen Ausstellung Funde aus verschiedenen Epochen der Erd- und Menschheitsgeschichte, die überwiegend aus dem Kemnather Land stammen. In den Vitrinen lagen Pflanzen- und Tierfossilien, Werkzeuge aus der Stein- Bronze- und Eisenzeit und Alltagsgegenstände des Mittelalters. "Die Steinzeitmenschen waren keine Wilden", betonte er. "Sie verstanden etwas von Kunst und Musik, sie wollten schön sein und schätzten Schmuckstücke." Allerdings gäben viele Funde immer noch Rätsel auf. So sei unklar, wie Kaudi-Schnecken vom Roten Meer nach Wirbenz gekommen waren, wo sie auf einem Feld gefunden wurden.

In der Sonderausstellung "Münzen aus der Antike" bewunderten die Besucher Münzen aus Griechenland, Judäa, Persien, Indien, Karthago, Afrika. Bäte erklärte ihnen auch Zahlungsmittel aus China, Geld der Langobarden, Münzen der Vandalen und Perlmutgeld aus Laos. Besonders wies er auf keltische Münzen aus Pollanden bei Neumarkt in der Oberpfalz hin.

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein am Kulm war zur gleichen Zeit im alten Schulhaus in Neustadt am Kulm eine Ausstellung zur Archäologie am Rauhen Kulm mit Funden von der frühen Steinzeit bis ins späte Mittelalter.

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