Auf vielen öffentlichen Flächen mit Eichenbestand in der Stadtgemeinde Kemnath ist der Schädling mittlerweile aktiv. Die Raupe ist nicht neu in Kemnath, dagegen angegangen wird schon seit einiger Zeit, wie Stadtgärtner Florian Frank berichtet. Aktuell ist er mit Hermann Prölß und Manfred Härtl vom Maschinenring Tirschenreuth unterwegs, um Nester zu beseitigen. "Das Gefährliche sind die feinen Haare der Raupen", erklärt Frank. Denn diese enthalten ein Nesselgift, das bei Berührung mit der Haut Juckreiz, Bläschen und Ausschläge auslösen kann, die längere Zeit anhalten können. Auch allergische Reaktionen bis hin zu Atemnot seien möglich.
Am ersten Tag 140 Gespinste
Der Prozessionsspinner siedelt sich - wie der Name schon sagt - an Eichen an. Dort leben die Raupen in großen Nestern, den sogenannten Gespinsten. Allein am ersten Tag der "Säuberung" wurden über 140 dieser Gespinste im Bereich entfernt - in der Stadt und auch im ländlichen Raum außen herum. Elementar für diese Aktion ist der Einsatz von ausgebildeten Baumkletterern, weswegen sich die Kommune Hilfe vom Maschinenring Tirschenreuth holt.
Es sind durchaus schwindelerregende Höhen, in denen die Experten mit ihrer Schutzausrüstung unterwegs sind und sich dort teils von Ast zu Ast hangeln müssen. An vielen Stellen hält Prölß inne, verklebt die Nester und streift sie dann fachmännisch ab. An leichter zugänglichen Stellen kann auch abgesaugt werden. Um zu verhindern, dass Restbestände an Härchen übrigbleiben, die beispielsweise aufgewirbelt können und dann immer noch schädlich wirken können, geht er über die gesäuberte Stelle kurz mit der Flamme drüber. "Nur Beflammen reicht aber nicht, das Gespinst muss entfernt werden", warnt Prölß.
"Wiedersehen" in 2021
Wenn an einer Stelle der Eichenprozessionsspinner schon bekämpft wurde, dann bedeute dies allerdings nicht, dass er im Jahr drauf nicht wiederkommen könne, bedauert Frank. Es sei aber schon festzustellen, dass heuer die Vorkommen in der Menge zumindest nicht zugenommen haben - an manchen bekannten Stellen sind es deutlich weniger geworden, an anderen gibt es aber auch neue Gespinste. Das Bekämpfen wird also auch im nächsten Jahr weitergehen.














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