18.07.2020 - 16:11 Uhr
KemnathOberpfalz

Rotkreuzler auch bei Studie unverzichtbar

Ihre Mission: Menschen helfen. Eine Vielzahl Ehrenamtlicher des Bayerischen Roten Kreuzes helfen bei der „TiKoCo“-Langzeitstudie im Landkreis Tirschenreuth aktiv mit.

Stellvertretende Vorsitzende des BRK-Kreisverbands Tirschenreuth ist Eva Freifrau von Podewils (Vierte von rechts). Sie bedankte sich stellvertretend für alle ehrenamtlich Aktiven beim Team in Waldeck. Von links: Veronika Krauß, Andreas Konz, Kathrin Korn, Detlef Schade sowie Susanne Staufer und Patricia Oettl (von rechts) mit Kreisbereitschaftsleiter Christian Stahl (Dritter von rechts).
von Michael DenzProfil

An drei Standorten waren die ehrenamtlichen Männer und Frauen des Bayerischen Roten Kreuzes im Landkreises Tirschenreuth seit drei Wochen im Dauereinsatz. Sie halfen aktiv bei der Coronavirus-Antikörper Langzeitstudie "TiKoCo" (Prospektive Covid-19-Kohorte Tirschenreuth) mit. Ein Situationsbericht.

Männer und Frauen stehen vor dem Alten Schulhaus im Kemnather Ortsteil Waldeck, tragen Masken, halten Abstand zueinander und mehrere Zettel in den Händen. Sie sind einige der ausgewählten Probanden, welche eingeladen wurden und an diesem Tag gekommen sind, um an der Studie teilzunehmen. In ihren Gesprächen wird deutlich, dass sich viele der Testpersonen freuen, ausgewählt worden zu sein und an der weiteren Aufklärung ihren Teil beizutragen.

Blutabnahme im ehemaligen Klassenzimmer

Lange warten die Probanden - ersichtlich jeder Altersgruppe - nicht. Nach der Händedesinfektion am Eingang, bestens ausgeschildert, trassiert und organisiert, werden sie von Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes im Obergeschoss empfangen. In einem ehemaligen Klassenzimmer in der Alten Schule sprechen Praktikanten und Studenten der Universitäten Regensburg und Erlangen mit den Bürgern die Fragebögen durch und klären über die anstehende Blutabnahme auf.

Über den geräumigen Gang der alten Schule geht's weiter in ein anderes Klassenzimmer. Mit Klappwänden abgetrennt sind darin mehrere "Abnahmeplätze" eingerichtet. Ehrenamtliche Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes, welche in medizinischen Berufen tätig sind, übernehmen den "Piks mit der Nadel".

Auch in Wiesau wurde Blut abgenommen:

Wiesau

Die ehrenamtlich Aktiven tragen Schutzkittel, große Schutzbrillen, Infektionsschutzhandschuhe und eine helle Atemschutzmaske. Nach jeder Blutabnahme wird der Abnahmeplatz desinfiziert. "Der größtmögliche Schutz für Helfer und Teilnehmer an der Studie hat höchste Priorität", ergänzt der BRK-Kreisbereitschaftsleiter Christian Stahl.

"Aus Liebe zum Menschen - Unsere Mission ist es, Menschen zu helfen". An dieses Motto des Roten Kreuzes erinnert stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende, Eva Freifrau von Podewils aus Wildenreuth, in ihren Dankesworten an die Ehrenamtlichen. Sie besucht an diesem Tag die Helfer am "Abnahmestandort im westlichen Landkreis" in der Alten Schule in Waldeck.

"Unsere Ehrenamtlichen leisten einen großen und wichtigen Beitrag bei der Antikörperstudie in unserem stark betroffenen Landkreis", betont die stellvertretende Kreisvorsitzende. Dass zur Durchführung der Antikörper-Studie viele helfende Hände erforderlich sind, ist nicht von der Hand zu weisen.

Die ehrenamtlichen Mitglieder des Bayerischen Roten Kreuzes übernehmen an den drei Abnahmestandorten in der Turnhalle in Tirschenreuth, der Mittelschule in Wiesau und in der Alten Schule in Waldeck bei Kemnath die Organisation vor Ort, die Blutabnahme und den Sanitätswachdienst.

Hausbesuche auch möglich

Geladene Probanden, welche wegen ihres allgemeinen Zustandes, einer Krankheit, wegen einer Schwangerschaft oder anderer Umstände den jeweiligen Abnahmestandorte nicht aufsuchen können, werden auf Anforderung persönlich zu Hause besucht. "Hier übernehmen unsere Ehrenamtlichen die Organisation und den Fahrdienst, so dass das Ausfüllen des Fragebogens, die Aufklärung zur Blutabnahme und der Picks im häuslichen Umfeld durchgeführt wird", ergänzt Christian Stahl.

"Das Ehrenamt beim Roten Kreuz ist wie ein Job", erörtert die stellvertretende Kreisvorsitzende. Viele Helfer stellen sich sogar jeden Tag zur Verfügung. "Jeder der Ehrenamtlichen leistet einen wichtigen und unabdingbaren Job für die Allgemeinheit. Man spürt, dass unsere Mitglieder den Menschen helfen wollen."

"Eine zweite Testung auf Antikörper der ausgewählten Probanten ist für den Herbst 2020, sowie die dritte Testung im Frühjahr 2021 vorgesehen", sagt BRK-Kreisbereitschaftsleiter Christian Stahl. "Eine Testung über eine aktuell vorliegende Coronavirus-Infektion erfolgt bei der Testung auf Antikörper nicht." Die ermittelten Daten und Ergebnisse der Studie werden zur weiteren Aufklärung über das Coronavirus, die möglichen Folgen, Krankheiten und den Umfang der "Durchseuchung" beitragen.

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