Kemnath
12.09.2022 - 15:18 Uhr

Sanierte Kemnather Kläranlage ein "Meilenstein für effiziente Abwasserreinigung"

Vor sieben Jahren hatten die Planungen begonnen, jetzt gab es für ein Millionen-Projekt den offiziellen Schlussakt: Die sanierte Kemnather Kläranlage bekam den ökumenischen kirchlichen Segen, der Abschluss der Maßnahme wurde gefeiert.

Für Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler ist es ein "Meilenstein für die Entsorgungssicherheit", der nun mit der Sanierung der Kläranlage gesetzt wurde. Zahlreiche Gäste konnte er zum Festakt an Ort und Stelle begrüßen. Er erinnerte daran, dass ein Handeln dringend geboten war aufgrund Alter und Ausbaugröße sowie der daraus resultierenden Überlastung der 1985 gebauten Kläranlage.

Bislang handelte es sich bei ihr um eine konventionelle Belebungsanlage mit aerober Schlammstabilisierung, die noch dazu der größte Stromverbraucher der Stadt Kemnath war. Die Kläranlage wurde nun um eine Vorbehandlungsstufe sowie eine Schlammfaulung mit Faulgasverwertung erweitert. Dadurch wird die vorhandene biologische Stufe entlastet, der Klärschlammanfall deutlich reduziert und mit dem im Faulbehälter produzierten Faulgas ein großer Teil des von der Kläranlage benötigten Stromes selbst produziert.

Bürgermeister Schäffler ließ die Geschichte der Maßnahme, die bis ins Jahr 2015 zurückreicht, in kurzen Stationen Revue passieren und ging dabei auch auf nötige Umplanungen ein. Nach dem Spatenstich im Mai 2020 und der Inbetriebnahme im Juni 2022 sei nun eine ertüchtigte Kläranlage nach neuestem technischen Stand entstanden und außerdem die erste mit eigener kommunaler zentraler Flotation für die Abwasserbehandlung. "Durch die Ertüchtigung rechnen wir mit einer Stromkostenreduzierung von 70 Prozent und Klärschlammreduzierung von etwa 50 Prozent", betonte Schäffler.

Nun energiearmer Betrieb

Juliana Schilling vom beauftragten Ingenieurbüro für Kulturtechnik & Wasserwirtschaft H2Office betonte, dass die Maßnahme in einer Zeit von nur zweieinhalb Jahren durchgeführt werden konnte - "und das, obwohl es mitten in die Corona-Zeit fiel". Ihr Dank galt allen am Projekt Beteiligten, die zum Gelingen der Maßnahme beigetragen hatten. Europaabgeordneter Christian Doleschal brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass hier ein energiearmer Betrieb entstanden sei. An diesem Beispiel werde deutlich, dass Geldmittel aus Europa gut in der Region und bei der Bevölkerung ankommen.

Dieter Bauer, Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, sprach von einem "Meilenstein für die effiziente Abwasserreinigung", die hier entstanden sei. Das Projekt sei zum einen ein Alleinstellungsmerkmal und habe zum anderen Vorbildcharakter.

Führungen für Bürger

Seine Gratulation für die abgeschlossene Maßnahme überbrachte auch Michael Ascherl, Geschäftsführer der Kemnather Firma „Ponnath – Die Meistermetzger“: "Wasser ist essenziell für unseren Betrieb. Und es ist wichtig, dass das Abwasser sauber geklärt wird!"

Um zu verstehen, was es mit der Flotation auf sich hat, erklärten Mitarbeiter der Firma Enviplan am Modell die Funktionsweise. Am Samstag schließlich war die Bevölkerung zu Führungen über das Gelände und in die neuen Gebäude auf dem Areal eingeladen.

Hintergrund:

Finanzierung

  • Eigenanteil der Kommune: 1,5 Millionen Euro
  • EFRE-Förderung (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung): etwa 2,6 Millionen Euro
  • Anteil der einleitenden Nachbarkommunen Kulmain, Immenreuth, Speichersdorf und Kastl: 450.000 Euro
  • Baukostenzuschüsse – unter anderem von wasserintensiven Kemnather Unternehmen: rund 1,6 Millionen Euro
 
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