17.04.2019 - 11:52 Uhr
KemnathOberpfalz

Sauberkeit und Schärfe ermöglichen die eigene Wunschsorte

Viele praktische Tipps erhielten die Kursteilnehmer beim Veredelungskurs des Obst- und Gartenbauvereins Kemnath von Referentin und Baumwartin Katharina Hage. Damit steht der Wunschsorte auf dem eigenen Obstbaum nicht mehr im Wege.

von C. & W. RupprechtProfil

Vor der Praxis gab es für die Teilnehmer noch einen kurzen Ausflug in die Werkzeugkunde. Katharina Hage erklärte, dass für den Erfolg sauberes und scharfes Werkzeug wichtig sei. Die Sauberkeit sei so wichtig, weil sonst Krankheiten von einem Baum zum anderen übertragen werden könnten, und der saubere Schnitt, damit das Edelreiser am Baum anwächst.

Zunächst sollten sich die Teilnehmer Gedanken über die Aufteilung des Baumes machen und darauf achten, dass unterhalb der späteren Veredelungsstelle noch Äste bleiben, die den Saft im Baum zur Veredelungsstelle ziehen. Diese Äste werden als Zugäste bezeichnet. Sollte die Stelle, an der der Ast abgesägt wurde, nicht glatt sein, sei diese bei Bedarf mit einem Messer nachzubearbeiten. Nun könne die Baumrinde mit dem Veredelungsmesser längs bis aufs Holz durchgeschnitten und mit einer Bewegung nach links und rechts das Kambium (Wachstumsschicht) leicht angehoben werden.

Mit steigender Astdicke empfiehlt die Baumwartin auch, mehrere Reiser aufzupfropfen. Als Faustregel gab Hage aus, bei Ästen unter drei Zentimetern Durchmesser ein Edelreiser zu verwenden. Ab drei Zentimetern empfiehlt sie zwei Edelreiser, ab fünf Zentimetern gar drei Reiser.

Mit einem sogenannten Kopulationsmesser, einem sehr scharfen einseitig geschliffenem Messer, zeigte sie die richtige Schnitttechnik am Edelreiser. Aus eigener Erfahrung gab sie den Tipp, bereits vor dem Schnitt die Finger mit Pflaster einzuwickeln. Der Schnitt sei so zu machen, dass die Schnittfläche möglichst eben ist und gegenüber eines Auges liegt. Die Schnittfläche sollte nach dem Schnitt nicht mehr angefasst werden. Das Edelreiser sollte dann auf drei bis vier Augen mit einem leicht schrägen Schnitt gekürzt werden.

An der aufgeschnittenen Stelle zwischen Kambium und Holz wir dann das Edelreiser in den Ast gesteckt, bis von der Schnittfläche nur noch ein kleiner Halbmond sichtbar ist. Nun wird die Veredelungsstelle mit Bast oder anderen geeigneten Bändern fixiert und mit Baumwachs versiegelt. Dabei sei darauf zu achten, dass das Auge nicht mit dem Bast zugewickelt wird. An sonnigen und windigen Tagen sollte zügig gearbeitet werden, um der Gefahr des Austrocknens entgegenzuwirken.

OGV-Vorsitzender Josef Häckl bedankte sich bei Baumwartin Katharina Hage mit einem kleinen Präsent für den informativen kurzweiligen praktischen Vortrag.

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