19.07.2021 - 14:18 Uhr
KemnathOberpfalz

Siemens Healthineers: Zentrale Rolle für den Standort Kemnath

Das neue Logistikzentrum von Siemens Healthineers in Kemnath nimmt demnächst den ersten Probelauf auf. Der Medizintechnikkonzern nimmt für die Halle über zwölf Millionen Euro in die Hand.

von Martin Maier Kontakt Profil

Siemens Healthineers bezeichnet Kemnath als „wachsenden Standort“. Daher hat das Unternehmen dort auch ein neues Logistikzentrum zur Versorgung der eigenen Produktion gebaut. Hintergrund ist laut Pressemitteilung die wachsende Nachfrage nach bildgebenden Produkten. Die neue Halle ist ein Anbau an die bestehende Fertigung und hat eine Bruttogeschossfläche von rund 3.500 Quadratmetern.

Demnächst startet nach Angaben von Pressesprecher Heiko Jahr der erste Probelauf. Bis Ende des Jahres soll dann das voll automatisierte Lager mit 3 600 Europalettenstellplätzen komplett in Betrieb gehen. Errichtet wurde ein automatisches Kleinteilelager in Kombination mit einem Lager zur Kommissionierung von Bauteilen mit hoher Stückzahl, wie beispielsweise Platinen oder Schrauben.

Einsatz von „Virtual Reality“

Die externen Lager-Ressourcen seien zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen, nennt das Unternehmen einen weiteren Grund für den Neubau. Die Halle sei nach modernsten technischen Standards errichtet worden. Sie werde die Effizienz am Standort, etwa durch den Einsatz von automatisierten Routenzügen, deutlich verbessern. Das Projektvolumen beträgt nach Angaben des Medizintechnikkonzerns insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro.

Auch in der Entwicklung seiner Produkte setze das Werk in Kemnath auf modernste Technologie. Am Standort benutzen die Ingenieure „Virtual Reality“ (VR) als visuelles Kommunikationsmittel, um neue Ideen und Konzepte auf einfache Weise den Kunden zu präsentieren.

Diese Technologie kommt laut Mitteilung auch bei Montage- und Demontagesimulationen zum Einsatz. Unter anderem setzen die Entwickler ein „Head Mounted Display (HMD)“ ein. Dies ist ein auf dem Kopf getragenes Display, welches am Computer erzeugte Bilder auf einem augennahen Bildschirm darstellt. Da das Display allen Kopfbewegungen des Trägers folgt, bekommt dieser das Gefühl, sich direkt in der erzeugten Bildlandschaft zu bewegen. „Durch den Einsatz von VR können Prototypen digital dargestellt und verändert werden, was Kosten und Zeitaufwand für das Erstellen von lebensgroßen Modellen einspart“, erläutert Heiko Jahr.

Gesundheitsminister zu Gast

Die VR-Brillen setzten sich am Samstag auch der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Landtagsabgeordneter Tobias Reiß bei einem Besuch in Kemnath auf. Dabei informierte Standortleiter Michael Braunreuther die Politiker-Delegation, zu der auch Landrat Roland Grillmeier und Bürgermeister Roman Schäffler gehörten, über die neuesten Entwicklungen. Wir wollen den Standort weiter fit machen für die digitale Zukunft“, wird Braunreuther zitiert. Kemnath nehme auch in Zukunft eine „zentrale Rolle“ für Siemens Healthineers ein. „Deshalb werden wir hier weiter investieren, um das künftige Wachstum des Unternehmens zu unterstützen“, strich Braunreuther die Bedeutung Kemnaths heraus.

Laut Gesundheitsminister Holetschek soll der Freistaat die „Leitregion für die Gesundheits- und Pflegewirtschaft“ werden. Dazu bedürfe es einer zielgerichteten politischen Unterstützung durch das Staatsministerium unter Einbindung weiterer Beteiligter aus Politik, Gesundheitswesen und Wirtschaft. Es sei eine große Chance und eine Aufgabe für alle Beteiligten, am Standort Bayern eine Vorreiterrolle einzunehmen. Auch im Bereich der Corona-Therapiestrategie müsse hier weiter aktiv gearbeitet werden.

Der Standortleiter bei Siemens Kemnath im Interview

Kemnath
Hintergrund:

Siemens Healthineers in Kemnath

  • Das Kemnather Siemens-Werk wurde 1962 gegründet.
  • Das Werk hat sich laut Angaben des Unternehmens zum Kompetenzzentrum für Mechatronik entwickelt, das weite Teile der Produktpalette von Siemens Healthineers abdeckt.
  • Zu den Komponenten, welche in Kemnath gefertigt werden, gehören etwa C-Bögen für Angiographie-Anlagen, Tische für Magnetresonanztomographen, aber auch Komponenten für Analysesysteme für die Labordiagnostik.
  • Insgesamt beschäftigt Siemens Healthineers am Standort aktuell mehr als 1200 Mitarbeiter.
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