12.07.2018 - 11:36 Uhr
KemnathOberpfalz

"Sucht macht unfrei"

Damit die Suchtprävention Erfolg hat, muss sich die Einstellung der Bevölkerung auch hinsichtlich legaler Drogen ändern. Wie das gelingen kann, zeigen Mittel- und Realschüler aus dem Landkreis auf. Dafür erhalten sie nun Preise.

Heribert Fleischmann (hinten rechts) und stellvertretender Landrat Günter Kopp (rechts) würdigen bei der Preisverleihung die Leistungen von Schülern, Lehrern sowie der Jugendsozialarbeiter Carola Reger und Jörg Wetzel (Vierte und Sechster von links). Die Scheck nehmen Konrektorin Beate Koch (Erbendorf), Rektorin Christine Wiesend (Kemnath) und Konrektor a.D. Alfred Benkner (Waldsassen, vorne von links) entgegen
von Josef ZaglmannProfil

(jzk) Die Kemnather Mittelschule, die Grund- und Mittelschule Erbendorf sowie die Mädchen-Realschule Waldsassen hatten am Wettbewerb "Strategien guter Suchtprävention an Schulen in der Oberpfalz" teilgenommen. Dafür hatten sie ein Suchtpräventionskonzept erarbeitet und Projekte umgesetzt, die nicht nur nachhaltig, sondern auch langfristig angelegt waren.

Bei der Preisverleihung im Mehrzweckraum der Mittelschule erklärte Dr. Heribert Fleischmann, Vertreter der Sieglinde-Nothacker-Stiftung und Vorsitzender der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, die Schulen Kemnath und Erbendorf zu ersten Siegern. Dafür erhielten sie jeweils einen Scheck über 750 Euro. An die Mädchen-Realschule Waldsassen ging als Sonderpreis ein Scheck über 1000 Euro, für ihre jahrelange Teilnahme am Wettbewerb.

"In der Mittelschule Kemnath liegt uns die Suchtprävention sehr am Herzen, auch für unsere Eltern sind die schulischen Präventionsmaßnahmen von großer Bedeutung", betonte die Kemnather Rektorin Christine Wiesend. Regelmäßige Veranstaltungen zu diesem Thema seien ein fester Bestandteil des Schullebens. Als oberste Bildungs- und Erziehungsziele nennen die Lehrpläne für die Grund- und Mittelschulen die Entwicklung zum eigenverantwortlichen, beziehungs- und gemeinschaftsfähigen, wertorientierten, weltoffenen und schöpferischen Menschen. Ein ganz wichtiger Aspekt sei hier das Wissen um die Erhaltung der eigenen Gesundheit. Denn nur körperlich und seelisch gesunde Kinder könnten sich ganzheitlich im Sinne des Bildungsauftrags entwickeln. "Deshalb ist die Gesundheitsförderung an unserer Schule ein zentrales Anliegen", betonte Wiesend. Zuvor hatte Lehrer Christian Beck mit den Schülern der 6. Klasse die Gäste mit dem Song "Leave the Night On" musikalisch auf diese Thematik eingestimmt.

"Sucht macht unfrei", warnte Seminarrektorin Martina Puff vom Schulamt Tirschenreuth. Die Vorbeugung von Abhängigkeitserkrankungen gehöre zum Erziehungsauftrag der Schulen und könne sehr positive, nachhaltige Entwicklungen für das spätere Leben der Schüler in Gang setzen. Die Schule müssten Weichen stellen, damit die Jugendlichen später nicht in die gefährliche Sucht-Spirale kämen. Stellvertretender Landrat Günter Kopp dankte allen Lehrkräften und Schülern, die sich bei diesem Suchtpräventionswettbewerb in besonderer Weise engagiert haben.

"Die Förderung einer abstinenten Lebensweise", nannte Dr. Fleischmann als wichtigstes Präventionsziel. Dazu müsse aber auch die Einstellung der Bevölkerung geändert werden. "Die gefährlichsten Drogen sind Tabak (150 000 Tote im Jahr), Alkohol (60 000) und Medikamente zur Leistungssteigerung", betonte er.



Prävention mit Theaterstück, Suchtambulanz und Polizei:

Prävention mit Theaterstück, Suchtambulanz und Polizei

Nach der Preisverleihung präsentierten die Schüler aus Kemnath und Erbendorf ihre Projekte. An der Mittelschule Kemnath koordinierten Christian Beck von der Schülermitverwaltung und Jugendsozialarbeiterin Carola Reger die Suchtpräventionswoche. Dazu hatten sie auch Kooperationspartner aus der Region eingeladen. Den Klarsicht-Parcours, ein altersgerechtes Mitmach-Projekt, hatten Theresia Schwarz und Jutta Sehm vom Gesundheitsamt Tirschenreuth für die 7. Klassen aufgebaut. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Tabak und Alkohol.

Der Weimarer Kultur-Express führte mit dem Theaterstück „Alkohol“ den Klassen 7 bis 9 die Gefahren von regelmäßigem und unangemessenem Alkoholkonsum vor Augen. Zum Thema „Internet und Suchtgefahr“ besuchte Klaus-Georg Bär von der Suchtambulanz der Caritas in Tirschenreuth die 5. und 6. Klassen. Mit dem Thema „Essstörungen“ war seine Kollegin Julia Rupprecht zu Gast in den 7. und 8. Klassen. Sehm setzte in der 8. Klasse das Projekt „Starker Wille statt Promille“ um. Allen Klassen standen die Filme aus dem T1-Projekt zur Verfügung, die einige Mädchen und Jungs der Schule mit tschechischen Schülern gedreht hatten. Mit „Alkohol und Drogen – Konsum und Gefahren“ befassten sich Polizeioberkommissar Thorsten Fiebiger und Polizeihauptmeister Carsten Landgraf von der Kemnather Inspektion mit den Klassen 9 und 10. Ein Info-Stand in der Aula stand während der Woche allen Schülern zur Verfügung. „Kinder und Jugendliche in digitalen Lebenswelten – was Eltern wissen sollten“ war Inhalt eines Elternabends.

Jugendsozialarbeiter Jörg Wetzel stellte mit Schülern das Suchtpräventionskonzept an der Grund- und Mittelschule Erbendorf vor: Stärkung der Lebenskompetenzen, Projekt „Need no Speed“, Deutsch-tschechisches Medien-Projekt und außerdem die Präventionswoche „Alkohol“.

Mehrere Aktionen starten die Schüler der Mittelschule Kemnath bei der Suchtpräventionswoche.

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