Kemnath
17.03.2020 - 12:05 Uhr

Typisch Mann - typisch Frau

Die Achtklässler der Realschule Kemnath lernen in einem Workshop viel zu Liebe, Freundschaft und Partnerschaft.

Konrektorin Sandra Hering und Religionslehrerin Anja Scheidler (von links) bedankten sich bei Madeleine Schnerch (rechts) für den Workshop in den achten Klassen der Realschule am Tor zur Oberpfalz. Bild: jzk
Konrektorin Sandra Hering und Religionslehrerin Anja Scheidler (von links) bedankten sich bei Madeleine Schnerch (rechts) für den Workshop in den achten Klassen der Realschule am Tor zur Oberpfalz.

Mit Fragen zu den Themen „Liebe, Freundschaft und Partnerschaft“ beschäftigen sich die Schüler in den fünf achten Klassen der Realschule Kemnath derzeit im Religionsunterricht. „Sexualität als Sprache der Liebe“ lautete das entsprechende Lernziel.

Zur Vertiefung dieser Thematik hatte Religionslehrerin Anja Scheidler von der Fachschaft Religion Sozialpädagogin Madeleine Schnerch von der Katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen in Weiden (Caritas) eingeladen. In einem dreistündigen Workshop wurden in jeder Klasse fachliche und persönliche Fragen beantwortet und eifrig diskutiert.

Wichtige Themen waren der Zyklus des Lebens von der Geburt bis zur Geschlechtsfähigkeit, zur Beziehungsphase, Zeugung, Befruchtung, Schwangerschaft und Geburt bis zur Entwicklung zum Mann und zur Frau. Auf den beiden großen Plakaten „Typisch Mann“ und „Typisch Frau“ wurden die erarbeiteten Kriterien notiert.

Durch die altersgemäße Darstellung der seelischen und körperlichen Reifungsprozesse sollte den Achtklässlern ermöglicht werden, auf der Grundlage eines sachlich begründeten Wissens zu Fragen der menschlichen Sexualität ihre individuelle Entwicklung vorbereitet zu erleben und ihre Geschlechtlichkeit anzunehmen. Zuneigung, gegenseitige Achtung und Verlässlichkeit sollten sie als wichtige Bestandteile persönlicher Beziehungen, beständiger Partnerschaft und des Familienlebens begreifen.

Fundiertes Wissen und Sprachkompetenz sollte ihnen vermittelt werden, damit sie über diese Themen offen sprechen können. Ein weiteres Ziel war die Wertevermittlung. „Die ist in der heutigen Zeit des zunehmenden Werteverfalls dringend notwendig“, meinte Madeleine Schnerch. Sie leistet eine wichtige Präventionsarbeit an Schulen.

Sie ging ganz gezielt auf Fragen ein, die den Achtklässlern unter den Nägeln brannten. Für interessierte Schüler bietet sie nach den Osterferien auf freiwilliger Basis ein Eltern-Praktikum an. Mit Baby-Simulatoren sollen sie dabei den Umgang mit einem eigenen Baby lernen. Diese lebensechten Puppen sehen wie ein echtes Baby aus, sind aber kein Spielzeug. Sie schreien und weinen aber genauso wie ein lebendiges Kleinkind, wollen gefüttert, gewickelt und liebkost werden und verlangen ständig nach Aufmerksamkeit.

Der Tageslauf, der programmiert wird, beruht auf Aufzeichnungen von den Eltern von Neugeborenen. „Der Baby-Simulator zeigt euch sehr realistisch die Bedürfnisse eines echten Säuglings“, erklärte Madeleine Schnerch den Jugendlichen. "Wenn er schreit, kann er nur von der „Mutter“ versorgt werden, die für ihn verantwortlich ist.“

 
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