"Heute ist eine besondere Sitzung", sagte Zweiter Bürgermeister Hermann Schraml - und meinte damit nicht nur die Corona-bedingte Sitzordnung, sondern dass es die letzte Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Werner Nickl sei. Eine ausführliche Würdigung werde man nachholen. "Die Bürger wollten Dich als Bürgermeister", sagte Schraml mit Blick auf die erfolgreichen Wahlen 2002, 2008 und 2014. Gleichzeitig habe er es auch geschafft, über seinen Abschied als Bürgermeister selbst zu entscheiden.
In seiner kurzen Würdigung hob Schraml zwei Aspekte heraus, bei denen man das Wirken Nickls ablesen kann. Zum einen habe es eine Veränderung im Amt gegeben, als Bürgermeister sei man vom "Verwalter zum Gestalter" geworden, quasi zu einer Art "Manager". Projekte, die mit Nickl verbunden sind und bleiben, seien beispielsweise die Entwicklung des Kindergartens zur Kindertagesstätte, das Familienzentrum Mittendrin, die Konzeption für das Bürgerhaus und generell die Stadtentwicklung. Nickl sei es auch gelungen, die Interessen Kemnaths nach außen zu vertreten - beispielsweise in der Steinwald-Allianz oder auch im Aufsichtsrat der Kliniken-Nordoberpfalz-AG.
"Und auch das Naturerlebnisbad im Kemnather Land würde es ohne Dich wohl in dieser Form nicht geben", betonte Schraml. Ohne Übertreibung, so der Zweite Bürgermeister weiter, könne man feststellen: "Du hast Dich um Kemnath verdient gemacht." Zum Abschied überreichte er ein Kemnath-Relief an Werner Nickl.
Dem pflichtete auch CSU/CLU-Sprecher Josef Krauß bei: "Du warst ein Bürgermeister für alle." Er sei sehr froh darüber, dass er ihn mit Rat und Tat zehn Jahre lang als Zweiter Bürgermeister habe unterstützen dürfen. Krauß würdigte besonders das "ausgeprägte Verantwortungsgefühl" Nickls. "Wir sind stolz auf Dich und Deine Leistungen", sagte Krauß. FW/FWG-Sprecher Christian Baumann betonte, dass sich die Stadt Kemnath in den vergangenen 18 Jahren mit Werner Nickl als Bürgermeister zum Positiven verändert habe. "Vieles hast Du umgesetzt und vieles hast Du angestoßen, das noch vollendet wird", so Baumann. Auch weitere Stadträte meldeten sich im Verlauf der Sitzung noch zu Wort, um nicht nur den scheidenden Bürgermeister zu würdigen, sondern auch die Stadträte, die dem Gremium künftig nicht mehr angehören.
Nickl dankte für die vielen lobenden Worte: Er habe in den vergangenen 43 Jahren - 25 Jahre als Mitarbeiter der Verwaltung und 18 Jahre als Erster Bürgermeister - stets versucht, das Beste für die Kommune herauszuholen. "Ich habe das mit großer Begeisterung gemacht." Dass dabei vieles gelungen sei, sei aber nicht allein sein Verdienst, oftmals habe man dies auch glücklichen Umständen zu verdanken gehabt. Es sei ihm wichtig gewesen, anderen zuzuhören und auch Ratschläge anzunehmen.
Das Amt des Bürgermeisters einer Stadt wie Kemnath könne man nicht 18 Jahre lang ausüben, wenn man nicht den Rückhalt der Familie und besonders der Ehefrau habe. Dass man im Stadtrat auch mal "gekämpft und gestritten" habe, gehöre dazu - denn jeder habe das Wohl der Kommune im Blick gehabt, manchmal halt auch auf unterschiedlichen Wegen, um dies zu erreichen.













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