Für viele Kemnather war Herbert Ponnath "der" Standesbeamte schlechthin, knapp 900 Trauungen hat er im Kemnather Rathaus vorgenommen. Insgesamt hat Ponnath fast 47 Jahre bei der Stadt und der Verwaltungsgemeinschaft Kemnath gearbeitet. Bei seiner Verabschiedung in die Freistellungsphase der Altersteilzeit 2009 hatte ihn Bürgermeister Werner Nickl als "Urgestein der Verwaltung" charakterisiert.
Der gebürtige Kemnather hatte dort 1962 seinen Dienst begonnen. Nach der Anstellungsprüfung für den mittleren Dienst wurde er 1966 zum Stadtassistenten ernannt. Die Anstellungsprüfung zum gehobenen Dienst hat er 1973 erfolgreich absolviert. Ab 1977 war Ponnath 32 Jahre lang Leiter des Standesamtes. Daneben war er auch der Hauptverantwortliche im Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung. "Deine Fachkenntnis und die unverrückbare Rechtstreue waren und sind Dein Markenzeichen", würdigte Nickl den Ruheständler 2009. Mit fast 47-jähriger Tätigkeit in der VG war Ponnath "Rekordhalter" als dienstältester Beamter.
Große Betroffenheit löste sein Tod auch bei Kemnather Vereinen aus. "Herbert war das Herz der Liedertafel und rackerte immer für den Verein", sagt zweiter Liedertafel-Vorsitzender Siegfried Schiedlofsky. Ihr war Ponnath 1962 beigetreten, von 1970 bis 1981 hatte er das Amt des Schriftführers inne. 1982 wurde er zum Vorsitzenden gewählt und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod. Der Fränkische Sängerbund ehrte ihn 2012 für 50 Jahre aktiven Chorgesang, sein ehrenamtliches Engagement im kulturellen Bereich brachte ihm 2018 die Andreas-Schmeller-Medaille in Silber des Landkreises Tirschenreuth ein. "In Herberts Amtszeit als Vorsitzender fiel auch unser 100-jähriges Vereinsjubiläum", berichtet Schiedlofsky. Auch überregional war Ponnath ein Sänger mit Leidenschaft: Über viele Jahre arbeitete er im Vorstand der Sängergruppe "Max Reger" als stellvertretender Gruppenvorsitzender. Kräftig angeschoben hat Ponnath auch bei der Gründung der Singgemeinschaft der Liedertafel mit dem Sängerbund Immenreuth. "So einen engagierten Chorsänger wie Herbert gibt es kein zweites Mal", betont Schiedlofsky. Sogar vom Krankenbett aus habe er sich noch um die Belange der Liedertafel gekümmert.
Neben dem Engagement in vielen weiteren Vereinen - beispielsweise war Ponnath von 1993 bis 2006 auch zweiter Vorsitzender des Stadtverbandes - sticht vor allem sein Wirken im Ritterbund Waldeckh zue Kemenatha hervor: Beigetreten 1982, wurde er 1984 zum Junker und 1985 zum Ritter ernannt. Seit 1990 gehörte Ponnath dem Burgrat (Vorstand) an. An Ämtern hatte er in dieser Zeit unter anderem jene des Zeremoniars, Kanzlers, stellvertretenden Großmeisters sowie des Priors inne. 2016 ernannte ihn der Deutsche Ritterbund zum Ur-Ritter, 2012 der Kemnather Ritterbund zum Großkomtur. Engagiert war Ponnath auch im kirchlichen Bereich: Von 1982 bis 2006 war er Mitglied des Kemnather Pfarrgemeinderates, von 1986 bis 2006 auch dessen Sprecher. In der Kirchenverwaltung war der Verstorbene von 1989 bis 2012 vertreten. Den Kemnather Kirchenchor gehörte er 58 Jahre lang an.
Herbert Ponnath hinterlässt seine Ehefrau Anni, drei Kinder sowie vier Enkelkinder. Die Aussegnung mit Verabschiedung findet heute, Donnerstag, um 18 Uhr in der Aussegnungshalle Kemnath statt. Sterberosenkranz ist am Mittwoch, 7. August, um 13.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche. Trauergottesdienst dort um 14 Uhr, anschließend Urnenbeisetzung.













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