08.11.2018 - 15:53 Uhr
KemnathOberpfalz

Viele wollen nach Kemnath

Die Stadt Kemnath wächst. Rathauschef Werner Nickl zeichnet in der Bürgerversammlung aber nicht nur bei der Einwohnerentwicklung ein positives Bild. Ein Problem sieht er aber bei der Zahl der freien Bauplätze.

Rund 70 Minuten lang informiert Bürgermeister Werner Nickl über das städtische Geschehen in den vergangenen zwölf Monaten
von Holger Stiegler (STG)Profil

Eine stattliche Anzahl von Zuhörern wollte bei der ersten Bürgerversammlung in diesem Jahr in der Stadt Kemnath dabei sein. Bürgermeister Werner Nickl unternahm im Foyer der Mehrzweckhalle zunächst eine gut 70-minütige städtische "Tour d'horizon" und beleuchtete das Geschehen in Kemnath in den vergangenen zwölf Monaten. Daran schloss sich eine relativ kurze Diskussion über verschiedene Themen an, die zweiter Bürgermeister Hermann Schraml moderierte.

Erfreulich ist für den Rathauschef nach wie vor die Bevölkerungsentwicklung in Kemnath. "Seit einigen Jahren verzeichnen wir einen kontinuierlichen Zuwachs." Derzeit seien 5494 Menschen mit Erstwohnsitz gemeldet. Der Anstieg rühre insbesondere durch die vermehrten Zuzüge. So stieg die Zahl der Wohnungsanmeldungen von 301 (2017) auf 389. Dagegen kamen im Berichtszeitraum 41 Kemnather zur Welt, im Vorjahr waren es noch 52. Auch waren nun mit 77 Verstorbenen 10 mehr zu beklagen als noch zwölf Monate zuvor.

"Absolut positiv zu bewerten ist die Arbeitsplatzentwicklung in Kemnath", freute sich Nickl. Derzeit gebe es 3309 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr. 2522 Einpendlern stehen 1523 Auspendler gegenüber. "Auch die Zahl der Arbeitslosen geht zurück, mittlerweile sind es weniger als 100", betonte der Redner.

Nach einem kurzen Blick auf die Eckdaten des Haushalts widmete er sich der aktuellen Kinderbetreuungssituation sowie dem Bildungsangebot, das in Kemnath sehr breitgefächert sei. Die Zahl der Krippenkinder sei deutlich angestiegen, nach 44 Mädchen und Buben in drei Gruppen im vergangenen Jahr seien es aktuell 62 in fünf Gruppen. Zwei Gruppen seien vorerst im ehemaligen Fitness-Studio untergebracht worden. Den Kindergarten mit fünf Gruppen besuchten 114 Kleine, hinzu komme der "Waldkindergarten" mit 22 Kindern.

In den beiden Gruppen des Kinderhortes werden insgesamt 42 Mädchen und Buben betreut. Im Katholischen Kindergarten Waldeck sind es 25, zusätzlich noch 8 Kinder aus dem Gemeindeteil Löschwitz und Kaibitz im Kinderhaus in Kastl. Nickl erläuterte, dass an der Berndorfer Straße ein neuer, zusätzlicher Kindergarten mit -krippe entstehen werde: Dort sollen dann jeweils zwei Kindergarten- und Krippen-Gruppen untergebracht werden.

Die Entwicklung der Grund- und Mittelschule bewege sich zwar weiter auf hohem Niveau, wenngleich festzustellen sei, dass die Zahlen zurückgehen. Diese negative Entwicklung an der Grund- und Mittelschule müsse man zur Kenntnis nehmen, meinte Nickl. Zwar konnten im laufenden Schuljahr drei erste Klassen gebildet werden, gerade aber die Zahl der sogenannten "M-Klassen-Schüler" nehme aufgrund des Abwanderns gerade Speichersdorfer Schüler nach Bayreuth ab. Von erfreulich hohen Zahlen sprach Nickl dagegen bei der Realschule mit etwa 850 Schülern.

Ein wichtiges Thema in Kemnath markiert das Bauen. Seit der Bürgerversammlung 2017 habe es 15 neue Wohnhäuser, zehn An- und Umbauten, zehn gewerbliche Bauvorhaben sowie 20 sonstige Bauvorhaben gegeben. Freie Bauplätze im Eigentum der Stadt Kemnath gebe es derzeit zwei. Dass 51 private Bauplätze weder bebaut werden können noch dass eine Abgabebereitschaft der Eigentümer besteht, ist für Nickl "nach wie vor ein Problem" (Bericht folgt).

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