08.11.2019 - 13:36 Uhr
KemnathOberpfalz

Vieles läuft – nur das Breitband stockt

Bürgermeister Werner Nickl beleuchtete in der Bürgerversammlung in Kötzersdorf nicht nur die Auswirkungen der Gewerbesteueroffensive, sondern auch die Entwicklung des Einkommensteueranteils. Dieser liegt 2019 bei knapp 3,2 Millionen Euro.

von Holger Stiegler (STG)Profil

Mit Blick auf die vorläufige Steuerkraft 2020 stellte Nickl fest, dass diese der Kommune im Landkreis-Ranking Platz 1 beschere. In der Oberpfalz liege man auf Platz 3, in Gesamtbayern auf Platz 30.

Revue passieren ließ der er den Investitionshaushalt mit knapp 14,5 Millionen Euro. Dieser beinhaltete in erster Linie den Abschluss der Sanierung des Rathauses. Mit 5,5 Millionen Euro dies die größte Baumaßnahme der Stadt in ihrer bisherigen Geschichte gewesen. Drei Millionen Euro flossen als Fördergeldern in den Haushalt zurück.

Mit der Kindertagesstätte an der Berndorfer Straße mit zwei Kindergarten- und zwei Kinderkrippengruppen sei begonnen worden. "Wir gehen davon aus, dass noch vor dem Winter der Dachstuhl aufgebracht wird und über den Winter hindurch der Innenausbau folgen kann", betonte Nickl. Ziel sei es, den Betrieb zum 1. September 2020 in den neuen Räumen aufzunehmen.

Lenzbräu im Stadtrat

Auch die Planung für das Lenzbräu-Gebäude und dessen Umbau zum Bürgerhaus laufen. In der Dezember-Sitzung des Stadtrates soll der konkrete Planungsentwurf im Stadtrat vorgestellt und beschlossen werden. Neben den Maßnahmen in Kemnath selbst habe es auch in den Ortschaften viele Projekte gegeben, zum Teil unter maßgeblicher Beteiligung der Bevölkerung. Der Redner nannte unter anderem die Dorferneuerung in Löschwitz-Kaibitz, das Dorfgemeinschaftshaus in Schönreuth, die Maßnahmen an den Gemeindeverbindungsstraßen bei Beringersreuth und Bingarten. Zum Thema Breitbandausbau hatte Nickl allerdings weniger erfreuliche Nachrichten: "Hier befinden wir uns in einer unglaublichen Situation." Die mit der Glasfaserversorgung beauftragte Firma Amplus habe ihren Vertrag nicht erfüllt und sei in Insolvenz gegangen. Vergabesumme sei damals 1,3 Millionen Euro gewesen, auf das damalige Angebot der Telekom von 2,2 Millionen Euro könne man nicht zurückgreifen.

Schwierige Suche nach Anbieter

Nachfragen hätten ergeben, dass man hier mit jetzt vier bis fünf Millionen rechnen müsse. Es liege nun an der Stadt, im Rahmen eines Bundesförderprogrammes neu ausschreiben zulassen, um die Maßnahme anderweitig vergeben zu können. Die Schwierigkeit darin liege, einen Anbieter zu finden, der diese Glasfaserleitungen dann auch verlege und vertreibe.

"Es ist ehrlich gesagt völlig undurchsichtig, was dort abläuft", schimpfte Nickl über das gesamte Prozedere. Es könne noch bis zu vier Jahre dauern, bis dann das Glasfaser wirklich bei den gut 260 Anwesen ankomme, die derzeit noch unversorgt seien. "Das ist eigentlich nicht hinnehmbar."

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