18.02.2020 - 10:22 Uhr
KemnathOberpfalz

Vierte Nepomuk-Tafel für Kemnath

Die Städte Kemnath und Nepomuk in Tschechien haben am 15. Februar 2008 ihre Partnerschaft besiegelt. Fast auf den Tag genau zwölf Jahre später erhielt Kemnaths Bürgermeister Werner Nickl deshalb ein Geschenk.

Rainer Christoph (rechts) vom Verein Via Carolina – Goldene Straße war zur Übergabe der Nepomuk-Tafel ins Kemnather Rathaus gekommen. Bürgermeister Werner Nickl hat dafür bereits einen Standort ins Auge gefasst. So könnte sie neben einer der örtlichen Nepomukfiguren aufgestellt werden.
von Rainer ChristophProfil

Zum 12. Städtejubiläum hatte der Verein Via Carolina - Goldene Straße eine Nepomuk Tafel entworfen. Dieser hat bislang Nepomuktafeln für Waldau bei Vohenstrauß, Neustadt/WN und Bärnau angefertigt. Die Idee für zwei weitere liegen in der Schublade. Alle Tafeln sind individuell auf den jeweiligen Ort zugeschnitten. So beinhaltet jede ein anderes Gedicht. Auf der vierten Tafel in Kemnath steht ein festlicher Liedtext Prager Studenten aus dem 18. Jahrhundert zu Ehren Johannes Nepomuks.

Die heutige barocke Wallfahrtskirche in der tschechischen Stadt, die ihm gewidmet ist, entstand 1736 unter Leitung von Kilian Ignaz Dientzenhofer. Die Stadt Kemnath mit ihrem Ortsteil Waldeck kann auch einiges zum böhmisch-bayerischen Nationalheiligen beisteuern. So steht in den Marktplatz integriert in Waldeck eine der schönsten Pfarr- und Wallfahrtskirchen für St. Johannes Nepomuk in der Oberpfalz. Ihre Ursprünge gehen zurück auf das Jahr 1730. Freiherr Ignatz Anton von Otten, Landrichter in Kemnath und Reichstagsdirektor in Regensburg, hatte eine Kapelle zu Ehren des Heiligen aus Dank für die Genesung seiner Ehefrau errichten lassen. Der heutige Bau wurde 1749 abgeschlossen. Kemnath selbst besitzt einige wunderschöne Nepomukfiguren.

Der Brückenheilige entstammt einer deutsch-tschechischen Ehe. Sein Vater war Advokat bei den Zisterziensern im fränkischen Kloster Ebrach und zog mit diesen zu einer Klostergründung nach Böhmen. Nach seinem Studium in Prag machte er nicht nur als Jurist Karriere. Mit der Rückkehr aus der Universität Padua wurde er Generalvikar des Prager Bischofs. Tragisch war sein Ende. Die Legende spricht vom schweigenden Priester, der sich König Wenzel IV. verweigerte, das Beichtgeheimnis zu brechen. Die historische Wahrheit ist jedoch mit der Abtwahl im Kloster Kladrau/Kladruby verbunden. Heimlich führte Nepomuk hinter dem Rücken des Königs auf Geheiß des Bischofs die Abtwahl durch. Nach Folterungen wurde er am 20. März 1393 in Prag von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt.

Relativ spät kommt es auf Drängen des Jesuitenordens 1729 zur Heiligsprechung durch Papst Benedikt XIII. Im frühen 18. Jahrhundert breitete sich auch in Bayern der Kult um den "neuen Heiligen" aus. Bis zum heutigen Tage steht er auf den Brücken und Flussübergängen oder in den Kirchen, nicht selten sogar am Hochaltar.

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