12.01.2020 - 18:19 Uhr
KemnathOberpfalz

Wolfgang Krebs in vier Rollen: Seehofer und Söder in Kemnath

Die "Schwarzen" lassen es beim Wahlkampfauftakt in Kemnath ganz schön krachen. Nacheinander marschieren Horst Seehofer, Markus Söder, Hubert Aiwanger und Edmund Stoiber auf. Am Ende sind sie dann aber doch nicht da.

von Josef ZaglmannProfil

Horst Seehofer, Markus Söder, Hubert Aiwanger und Edmund Stoiber an einem Tag zur gleichen Zeit in Kemnath? Für die CSU war das kein Problem. Sie verpflichtete Wolfgang Krebs. Der Kabarettist schlüpfte in unnachahmlicher Weise in die Rollen der prominenten Politiker.

Zu den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches marschierte er zuerst als Horst Seehofer in die Mehrzweckhalle ein. Artig bedankte er sich für die Einladung vom "flexibelsten Ortsverband". "Ich freue mich über jeden Tag, an dem ich als Minister noch im Amt bin", bekannte er. "Ich bin immer kompromisslos auf Zick-Zack-Kurs." Er versprach, das Bundes-Heimat-Ministerium nach Kemnath zu bringen. "Eine Wiese für den Neubau gäbe es hier", hatte er schon erkundet.

Immer wieder ging er auf die beiden CSU-Kandidaten Roman Schäffler (Bürgermeister) und Roland Grillmeier (Landrat) ein. Er hatte sich über ihren Lebenslauf genau informiert und verstand es ausgezeichnet, auf ihre Fähigkeiten hinzuweisen, die sie für ihre Bewerbungen als Kemnather Bürgermeister und als Landrat von Tirschenreuth haben. Zum Thema Wahlen hatte er als "Seehofer" einen guten Rat parat: "Wählen Sie die Kandidaten, die sie persönlich kennen."

Durch den blitzschnellen Wechsel des Toupets verwandelte er sich dann in den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. "Stellt euch vor, der Söder war auf dem Polterabend vom Roland Grillmeier" verkündete er. Er wusste auch, dass sich Söder und Grillmeier schon in ihrer JU-Zeit angefreundet haben. Einen absichtlichen Versprecher gab es, als er die Vorzüge von Roman Schäffler aufzählte: "Der Roman hat sich große Verdienste als Kammerjäger erworben", sagte er, wobei er aber sofort klarstellte, dass er "Kämmerer" meinte. "Der zukünftige Bundeskanzler ist heute in Kemnath", gab er als "Söder" bekannt. "Warum startete er das Raumfahrtprogramm Bavaria One?", fragte er. Er hatte gleich die richtige Antwort parat: "Vielleicht will er bestimmte Personen in den Weltraum schießen?" "Freunde nennen mich Gschaftlhuber", verkündete Krebs, als er sich in Hubert Aiwanger verwandelt hatte. Er konnte es sich auch nicht verkneifen, den "Hubert" mit seinen fragwürdigen Englischkenntnissen auf den Arm zu nehmen. Das war Politparodie vom Feinsten!

Seine Paraderolle ist nach wie vor Edmund Stoiber. Mimik, Gestik, Sprache und Redeweise beherrschte er perfekt. Immer wieder baute er humorvolle Wortspiele und lustigen Versprecher in seine Rede ein. Eine große Lachsalve erntete er, als er bekanntgab, dass der Siemens-Chef (Kaeser) eine Käserei hat.

Natürlich bekamen auch einige Bundespolitiker wie AKK ihr Fett ab. Da blieb keine Auge trocken.

Am Schluss seines mitreißenden Auftritts wurde er aber sehr nachdenklich. "Der Wahlkampf soll ein faires Miteinander sein", mahnte er. "Miteinander reden ist viel besser als anonyme Hassmails ins Internet zu stellen." Bedenklich stimmte ihn auch der Termin des Kemnather Starkbierfestes am 14. März. "Am nächsten Tag ist dann die Wahl", schüttelte er den Kopf.

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