12.10.2018 - 14:54 Uhr
KemnathOberpfalz

Zehn Jahre feste Bande

Es gibt Tage, da kommt alles zusammen. Samstag, 20. Oktober, ist dafür ein Beispiel. Jedoch für die Stadt Kemnath im positiven Sinn. Denn dann wird vierfach gefeiert. Und das international.

Zusammen mit Ehrenbürger und Altbürgermeister Peter Prechtl, Ehrenbürger Hans Vitzthum. Ehrenbürger und Altbürgermeister Rudolf Ponnath (sitzend von links), Franz Eckart (sitzend, Fünfter von links) und Elisabeth Nickl besiegeln zweiter Bürgermeister Josef Krauß, Rathauschef Werner Nickl (sitzend von rechts) sowie Stadtdirektor Branko Omahne (sitzend, Vierter von links) 2008 die Partnerschaft zwischen Zagorje ob Savi und Kemnath.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Bei Susanne Schiller und Martin Graser von der Verwaltung laufen die Fäden für ein Dreifachjubiläum zusammen: jeweils zehn Jahre Städtepartnerschaft mit Nepomuk in Tschechien und Zagorje ob Savi in Slowenien sowie das "Achjährige" mit 709th Military Police Battalion, das im Oktober von Grafenwöhr nach Vilseck verlegt wird. Letzteres "nehmen wir einfach noch mit", scherzt Bürgermeister Werner Nickl. Dazu kommt - der Zufall will es so - 50 Jahre Grund- und Mittelschule, jedoch ist hier die Stadt bei der Organisation außen vor. Und die Feier selbst intern.

Die Verbindung nach Nepomuk reicht weiter als zehn Jahre zurück. Die Partnergemeinde habe damals eine Altstadtsanierung ins Auge gefasst, erinnert sich Nickl. Von einem Mitarbeiter der Pilsener Dependance des Kemnather Ingenieurbüros Wolf sei die Anregung gekommen, sich die Kemnather Altstadtsanierung anzuschauen. Vor etwa 15 Jahren sei dazu eine Delegation mit dem damaligen Bürgermeister Pavel Jiran in die Oberpfalz gekommen.

Es folgte ein Gegenbesuch, und so sei die "Verbindung sukzessive gewachsen". Die Schulen starteten ein kleines Austauschprogramm. Zudem seien mit der Zeit Kemnather Vereine wie Obst- und Gartenbau- sowie Imkerverein, Feuerwehr und die Kindergärten eingebunden worden. "2008 haben wir gesagt, eine Partnerschaft zu machen." Dabei hatte dieser Schritt durchaus auch finanzielle Anreize. Da Nepomuk im Bereich Pilsen liege und dieser Teil der Förderkulisse Euregio Egrensis sei, habe es Zuschüsse für ein neues Feuerwehrfahrzeug gegeben. Voraussetzung seien gemeinsame Übungen der Brandschützer beider Städte sowie gegenseitige Hilfe im Katastrophenfall gewesen, erklärt Nickl. Diese Aktivitäten müssten über einen Zeitraum von zehn Jahren nachgewiesen werden, lautete eine weitere Auflage.

Mittlerweile seien hier echte Freundschaften vor allem unter den Floriansjüngern entstanden, freut sich das Stadtoberhaupt. Die Fotofreunde selbst organisierten gegenseitige Ausstellungen. Zu dem Aktivitäten gehörten auch Besuche in Nepomuk von Open Airs, der Museumseröffnung und der Einweihung des neuen Kulturzentrums. Für das Partnerschaftsjubiläum erwartet Nickl am Samstag eine 15-köpfige Delegation. Wer sie allerdings anführen wird, ist noch unklar, "denn an diesem Wochenende sind dort Wahlen".

Etwas größer fällt die Besuchergruppe aus Zagorje ob Savi aus, die bereits am Freitag rund 60 Musiker vom Pilhani Orkester SVEA Zagorje mitbringen werden. Den Anstoß für die Partnerschaft hatte Franz Eckart aus Immenreuth gegeben. Der gebürtige Slowene und passionierte Bienenzüchter habe gewusst, dass Zagorje ob Savi einen Partner sucht, berichtet Nickl. Seine Heimatregion habe er als Imkerhochburg beschrieben, und so brachen schließlich die Kemnather Bienenfreunde gen Süden auf. Auch hier folgten Gegenbesuche, ein reger Austausch zwischen Kemnather Künstlern und jenen der dortigen Künstlerkolonie, zwischen der Stadtkapelle Kemnath und dem SVEA-Orchester sowie bei den Schulen zumindest ein steter E-Mail-Verkehr. "Bei einer Entfernung von rund 660 Kilometern gestaltet sich ein regelmäßiger Austausch schwierig", gibt Nickl zu. Doch zumindest einmal im Jahr gibt es ein Wiedersehen. Hoch angerechnet worden sei den Kemnathern, dass sie vor vier Jahren der Beerdigung des ehemaligen Stadtdirektors Branko Omahne beiwohnten.

Dass auch hier mit diesem die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde 2008 erfolgte, "war schon ein wenig gesteuert", verrät der Rathauschef. Immerhin feierte die Stadt Kemnath damals 1000-jähriges Bestehen.

2010 trug schließlich die US-Armee der Stadt eine Partnerschaft mit dem 709th Military Police Battalion an, "was wir gerne angenommen haben". Mit den Soldaten gestalte sich der Austausch durch die räumliche Nähe einfacher. Etwa alle achte Wochen, schätzt Nickl, werden gegenseitige Einladungen zu Kommandowechsel, Independence Day, Wiesenfest, Maibaumaufstellen oder Kneipenfestival ausgesprochen. Nickl bedauert nur die Wechsel der Kommandeure alle zwei Jahre. Da sei "kaum Zeit, sich näher kennenzulernen".

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