23.05.2019 - 08:00 Uhr
Oberpfalz

Mit Kies und Sand Schotter machen

"ELMA" aus Eschenbach expandiert mit dem Bau von Anlagen für die Rohstoffaufbereitung. Eine Geschichte über große und kleine Steine und clevere Ideen.

Die Geschäftsführer Alfons Meierhöfer (links) und Udo Bräu.

Wenn sich in süddeutschen Steinbrüchen oder beim Sand- und Kiesabbau etwas bewegt, dann steckt oftmals die Eschenbacher Firma "ELMA" dahinter. Das Unternehmen konzentriert sich in seiner Arbeit auf Förder- und Anlagentechnik zur Rohstoffaufbereitung und -gewinnung. Der Markt dafür ist offensichtlich günstig, denn Geschäftsführer Alfons Meierhöfer baut nicht nur den Standort im Landkreis Neustadt an der Waldnaab aus, sondern will mit dem Unternehmen insgesamt expandieren. „Wir sind auf der Suche nach weiteren passenden Unternehmen, die in die Firmenstruktur hineinpassen“, so Meierhöfer.

Der Unternehmer weiß, wovon er spricht: Die Firma "ELMA", die es bereits seit über 40 Jahren gibt, hat Meierhöfer 2017 übernommen, in Ergänzung zu seinem Stammbetrieb "AM Maschinenbau" in Erbendorf: Dort geht es um klassische Zerspanungs-, Dreh- und Frästechnik im Sondermaschinen-, Prototypen- und Werkzeugbau. „Die beiden Betriebe ergänzen sich sehr gut, sie können einander zuarbeiten, Synergieeffekte schlagen durch“, betont Meierhöfer.

Becherwerk, Förderband, Silo, Trockentrommel, Brechanlagen – das sind nur einige Schlagworte, die das Betätigungsfeld des Eschenbacher Unternehmens umreißen. „Wir planen, stimmen ab, fertigen, liefern und montieren vor Ort“, betont Co-Geschäftsführer Udo Bräu einen großen Vorteil des Betriebs. In die Betrachtung einbezogen werden alle nötigen Aspekte wie Lage, Kapazität, Emissionsschutz, Filteranlagen, Materialart und vieles mehr. Konkret bedeutet dies in die komplette Planung und Projektierung von Neuanlagen beginnend bei der Geländeaufmessung über Bauanträge bis zur Inbetriebnahme, aber auch die Planung von Ersatzinvestitionen und Umbauten bestehender Anlagen. So können sich Kunden mit ihren kompletten Vorstellungen an "ELMA" wenden, die dann alle weiteren Schritte übernehmen. „Da wir alles im Hause fertigen, haben wir auch kurze Reaktionszeiten“, sagt Bräu. Beispielsweise könne man Förderschnecken in fünf Arbeitstagen bauen.

Hergestellt werden am Standort Eschenbach unter anderem solche Silo-Anlagen.

Große Investitionen

Am Standort Eschenbach will Meierhöfer im kommenden Jahr millionenschwer investieren: Gekauft worden sind bereits rund 20.000 Quadratmeter Fläche, die an das bestehende Betriebsgelände angrenzen. So soll eine neue riesige Produktionshalle mit 50 mal 90 Metern Größe und einer Höhe von zwölf Metern gebaut werden. Sie bietet Platz unter anderem für zwei Krane, die eine deutlich höhere Tonnenlast als bisher bewegen können. Dies ist nicht nur eine klare Botschaft für die Sicherung des Standorts Eschenbach mit seinen aktuell etwa 50 Mitarbeitern – Konstruktionsmechaniker, Technische Produktdesigner und Konstrukteure.

„Wunsch wäre es, das Unternehmen Schritt für Schritt auf 150 Mitarbeiter zu vergrößern“, betont Meierhöfer. Damit verbunden ist auch der Wille zur Expansion: Etwa 80 Prozent der Geschäfte wickelt "ELMA" bisher im süddeutschen Raum ab, für den restlichen Teil Deutschlands sowie internationale Aufträge nach Tschechien, Österreich, Schweiz und Slowakei bleiben aktuell 20 Prozent. „Künftig wollen wir ganz Deutschland und auch Gesamteuropa abdecken“, kündigt Meierhöfer an. Angedacht ist zudem, in Eschenbach einen Brennschneidbetrieb als eigenständiges Tochterunternehmen anzusiedeln.

Vor der Realisierung des Projekts steht die komplette Planung am Computer.

Stabile Branche

Die geplanten Maßnahmen machen deutlich, dass Meierhöfer ein Unternehmer ist, der der Zukunft und den wirtschaftlichen Herausforderungen optimistisch entgegentritt. Er erinnert an das Jahr 2009 und seine extreme Wirtschaftskrise. „Als Anlagenbauer ist man besser geschützt vor den Auswirkungen“, so Meierhöfer. Die Planungen in diesem Segment laufen über einen längeren Zeitraum, wirtschaftliche „Dellen“ könnten unbeschadeter überstanden werden. So überrascht es auch nicht, dass Meierhöfer über die eigene Generation hinausdenkt: Sohn Florian ist in Eschenbach nämlich ebenfalls in der Geschäftsführung dabei.

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