Es klang so toll: Im Juni 2018 einigten sich die USA und Nordkorea auf die vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Historisch und großartig war das - vor allem aus Sicht von US-Präsident Donald Trump. Ein halbes Jahr später wird immer klarer: Toll war das Treffen vor allem für Kim Jong Un.
Nordkoreas Machthaber hat sich im vergangenen Jahr aus der internationalen Isolation befreit - dank der bizarren Show in Singapur mit dem amerikanischen Präsidenten, der den Diktator dort unter anderem als "ehrenwerten Verhandler" und "großartige Persönlichkeit" umschmeichelte. Um die geschichträchtige Einigung zur Abrüstung zu bekommen, hatte vor allem Trump Zugeständnisse gemacht. Das Ende der von ihm als "Kriegsspiele" bezeichneten Übungen amerikanischer und südkoreanischer Militärs zum Beispiel. Das ist bisher nicht geschehen, auch bestehen viele Sanktionen gegen Pjöngjang weiter.
Von daher ist es wenig überraschend, dass Kim Jong Un den Ton wieder verschärft und mit einem Ende der Entspannungspolitik droht. Der Nordkoreaner kann sich das zurzeit erlauben, er hat sich - auch dank Trump - in eine gute Position gebracht. Nach dem Motto: Nordkorea würde ja gerne abrüsten - solange sich Trump und die USA aber nicht an ihre vollmundigen Versprechen halten, bleiben die Atomwaffen seinen Händen.













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