Auf der Brücke, die bei der Hahnenmühle über den Sauerbach führt, stehen Sperrschilder. Aufgestellt hat sie Andreas Josef Nickl. Der 51-jährige Weidener, dem die Brücke nach eigenen Aussagen gehört, will verhindern, dass landwirtschaftliche Maschinen und andere Fahrzeuge dort weiter über den Bach fahren. „Im Frühjahr ist ein größerer Brocken aus dem Fundament gebrochen, die Brücke wurde auch schon mehrmals angefahren“, erklärt er. Seiner Meinung nach muss diese dringend saniert werden. „Wenn etwas passiert, dann habe ich ein Problem“, sagt er.
Deshalb seien nun Warnschild und -barke zum Einsatz gekommen. Doch Landwirte, die diesen Weg schon viele Jahre nutzen, würden die Schilder nun einfach beiseiteräumen und durchfahren. So auch am vergangenen Samstag, als sogar die Polizei anrücken musste.
Nickl erzählt, er habe einen Traktor in Richtung der Brücke fahren sehen. Daraufhin habe er gefragt, was der Mann, ein 81-Jähriger, vorhat. Dieser habe gesagt, er wolle auf die andere Seite des Baches und habe den Weg einfach freigeräumt.
„Ich wollte die Schilder wieder aufstellen“, berichtet der 51-Jährige. Den Schilderungen des Weideners zufolge sei der 81-Jährige derweil aber wieder auf seinen Traktor gestiegen und losgefahren. „Er hat mich angefahren“, sagt Nickl. Die Polizei konnte vor Ort zwar keine Verletzungen feststellen. Mittlerweile bestätigt sie aber, dass Nickl kurz nach dem Vorfall im Krankenhaus gewesen sei, weil sein Fuß geschmerzt habe.
Bei einer späteren Vernehmung in der Dienststelle der Polizeiinspektion Neustadt/WN habe der 51-Jährige angegeben, dass er sich am linken Fuß einen Bluterguss zugezogen habe, teilte Dienststellenleiter Hermann Weiß mit. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. „Ich bin wohl umgeknackst, als ich ausgewichen bin“, meint Nickl.
Dass Landwirte auf Dauer einen Umweg fahren müssen, weil die Brücke unbefahrbar bleibt, wolle Nickl selbst nicht – auch wenn nach seiner Aussage kein Geh- und Fahrtrecht besteht. „Ich habe versucht, dass die Gemeinde für den Unterhalt mit aufkommt“, sagt er. Doch darauf sei nicht reagiert worden. Die Kosten für die Sanierung selbst zu übernehmen, da die Brücke auf Privatgrund liege, sei für Nickl schwierig. „Das ist mit ein paar tausend Euro nicht getan, deshalb würde ich gerne die Gemeinde hinzuziehen.“ Doch diese stelle sich quer.
„Ich fühle mich vom Bürgermeister schikaniert“, sagt er. Und das angeblich nicht das erste Mal. „Ein Transformator wäre zu zwei Drittel auf meinem Grund gestanden“, berichtet Nickl. Es seien schon Markierungen angezeichnet gewesen. „Ich wurde aber nicht gefragt“, beteuert er. Nachdem sich Nickl gewehrt habe, stehe das Trafohäuschen des Bayernwerks nun im Straßengraben – auf Gemeindegrund.
Der Kirchendemenreuther Bürgermeister Gerhard Kellner will auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien keine Stellungnahme zu Nickls Vorwürfen abgeben. Matthias Kneidl, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Neustadt/WN, zu der auch Kirchendemenreuth gehört, betont, ihm sei keine offizielle Prüfung der Brücke bekannt. Deshalb habe er auch „keinen Kenntnisstand über den Zustand“. Von einer Sperrung der Brücke wisse er ebenfalls nichts. Auch wenn es sich laut Kneidl um Privatgrund handelt, müsste eine derartige Sperrung angemeldet werden.
Dass Nickl auf die Verwaltung zugegangen sei, um eine Lösung für eine mögliche Sanierung zu finden, kann Kneidl nicht bestätigen. Stattdessen teilt er mit, dass der 51-Jährige von der Verwaltung angeschrieben worden sei. „Doch es bestand kein Interesse“, betont Kneidl. Die Gemeinde sei aber jederzeit bereit, sich mit Nickl an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu suchen.















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