05.03.2021 - 14:07 Uhr
KirchendemenreuthOberpfalz

Wende auf der A 93 bremst zwei Sattelzüge aus

Das Wendemanöver eines Kleintransporters auf der A 93 hat Folgen. Zwei Sattelzüge müssen eine Vollbremsung hinlegen. Verletzt wurde niemand, doch für die Verkehrspolizei Weiden ist das Verhalten kein Kavaliersdelikt.

Das Wenden auf einer Autobahn kann folgenschwere Auswirkungen haben.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Am Donnerstag beobachten Beamte einen Kleintransporter, der in falscher Richtung in einen gesperrten Parkplatz einbog. Dabei mussten zwei nachfolgende Fahrzeuge, ein Sattelzug und ein Lkw, stark abbremsen, um ein Auffahren zu vermeiden. Hierbei verrutschte bei dem Lkw die Ladung nach vorne, wobei ein Schaden im mittleren, vierstelligen Bereich entstand.

Gegen 13.42 Uhr kontrollierten die Beamten der Schwerverkehrskontrollgruppe einen Lkw auf dem gesperrten Parkplatz der A 93 bei Kirchendemenreuth zwischen den Anschlussstellen Windischeschenbach und Neustadt/WN in Fahrtrichtung Regensburg. Während der Kontrolle vernahmen die beiden Beamten auf der gegenüberliegenden Fahrspur in Fahrtrichtung Norden zunächst Hupgeräusche, gefolgt von einem lauten Knall.

Die Beamten sahen einen türkischen Sattelzug gefolgt von einem Lkw eines hiesigen Holzunternehmens. Beide Fahrzeuge hatten eine Notbremsung bis zum Stillstand durchgeführt. Außerdem stand ein VW-Bus quer zur Fahrbahn. Die Beamten verlegten unverzüglich zum gegenüberliegenden Einsatzort, um die Fahrzeuge abzusichern.

Nachdem sie sich ein Bild vom Geschehen gemacht hatten, stellte sich folgender Sachverhalt dar: Der Fahrer des VW-Busses, ein 63-jähriger Mann aus Niederbayern, war zu dem gesperrten Parkplatz unterwegs, um sein Fahrzeug als Ersatzfahrzeug für eine Sportgruppe aus Regen zur Verfügung zu stellen. Deren Auto hatte aufgrund eines technischen Defekts eine Panne und wartete auf dem gesperrten Parkplatz auf Hilfe.

Da der Fahrer an der Einfahrt des gesperrten Parkplatzes vorbeigefahren war, versuchte er nun durch weites Ausholen im Ausfahrtsbereich des Parkplatzes, in diesen entgegen der Fahrtrichtung einzubiegen. Durch diese Manöver musste der Fahrer des türkischen Sattelzuges eine Vollbremsung einleiten, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Der hinter diesem Sattelzug fahrende 50-jährige Fahrer des Holztransporters, musste ebenfalls stark abbremsen.

Es kam zwar zu keinem Zusammenstoß, doch rutschten durch die Notbremsung einige Baumstämme, die ordnungsgemäß gesichert waren, in Richtung Führerhaus gegen den Ladekran. Dort verkeilten sich die Baumstämme derart, dass der Lkw nicht mehr lenkbar war. Der Fahrer fuhr noch einige 100 Meter weiter und stellte seinen Langholztransporter auf dem rechten Seitenstreifen ab.

Weitere Polizeimeldung

Waidhaus

Ein Kranfahrzeug der Holzfirma wurde an den Einsatzort beordert, um die Baumstämme wieder in die ursprüngliche Lage zu laden. Die Autobahnmeisterei Windischeschenbach sperrte den rechten Fahrstreifen, wodurch die A 93 in diesem Bereich für ca. eine Stunde nur einspurig befahrbar war. Der Fahrer des türkischen Sattelzuges setzte seine Fahrt fort.

Am Langholztransporter entstand ein Schaden im mittleren vierstelligen Bereich. Verletzt wurde niemand. Den Fahrer des VW-Busses erwartet nun eine Strafanzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sowie einer Verkehrsordnungswidrigkeit wegen dem Wendemanöver auf der Autobahn.

Das Wenden und Rückwärtsfahren auf Autobahnen und Kraftfahrtstraßen ist kein Kavaliersdelikt. Bei derartigen Manövern kann es zu weitaus folgenschwereren Verkehrsunfällen, im schlimmsten Fall sogar mit tödlichem Ausgang, kommen.

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