Kardinal Müller kommt wegen heiligen Josefs nach Kirchenlaibach

Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg kommt am Montag, 19. Juli, nach Kirchenlaibach. Für Dezember hat sich Kardinal Gerhard Ludwig Müller angesagt. Pfarrer Sven Grillmeier erklärt, was der heilige Josef damit zu tun hat.

Mit Gerhard Ludwig Müller besucht zum Abschluss des besonderen Jahres des heiligen Josefs am 19. Dezember erstmals ein Kardinal die Pfarreiengemeinschaft Kirchenlaibach-Mockersdorf.

ONETZ: 2021 wurde in der katholischen Kirche als ein besonderes Jahr des heiligen Josefs ausgerufen.

Sven Grillmeier : Am 8. Dezember 2020 hat Papst Franziskus mit dem Apostolischen Schreiben "Patris corde" ein besonderes Jahr des heiligen Josefs ausgerufen. Es wird bis einschließlich 8. Dezember 2021 dauern. In diesem Jahr sind die Gläubigen besonders eingeladen, das Leben des heiligen Josef zu betrachten, sich ihn zum Vorbild und Patron zu nehmen und besonders die Mittwoche einer jeder Woche und den jeweils 19. Tag eines jeden Monats besonders zu feiern, die ja besonders dem Heiligen Josef geweiht sind.

ONETZ: Was macht den heiligen Josef so besonders?

Sven Grillmeier : Der heilige Josef gilt als der Prototyp des guten, in liebender Fürsorge handelnden und dafür geliebten Vaters, als Haupt der Familie, der sich in rührender Weise um seine Frau und Jesus kümmert. Er wird beschrieben als ein Vorbild von kreativem Mut, Demut und Bescheidenheit. Als einen gerechten und weisen Mann hat ihn Papst Franziskus in einer Generalaudienz definiert. Aber auch als "außergewöhnliche Gestalt", die zwar "kein Aufsehen erregt" habe und "nicht mit bestimmten Charismen" ausgestattet gewesen sei, doch durch sein gewöhnliches Leben habe er in den Gottes Augen Außergewöhnliches erreicht. Der Mensch von heute kann viel von ihm lernen. Der heilige Schutzpatron wird auch als Vorbild der Arbeiter verehrt, und wir beten zu ihm als Tröster der Bedrängten, als Hoffnung der Kranken.

ONETZ: Wie wird der Josefstag in der Pfarrei gefeiert?

Sven Grillmeier : An jedem 19. des Monats beginnen wir die Josefsfeierlichkeiten um 18 Uhr mit dem Josefsrosenkranz und der Josefslitanei. Von 18 bis 18.45 Uhr steht jeweils ein Beichtvater in der Beichtkapelle für das Sakrament der Buße zu Verfügung. Um 19 Uhr feiern wir den Festgottesdienst, in dem verschiedenste Prediger unter verschiedenen Aspekten den Gläubigen den Heiligen Josef näher bringen. In einem in vielerlei Hinsicht bemerkenswerten Festgottesdienst haben wir am Namenstag am 19. März gefeiert. Eine Woche lang haben uns jeden Tag Josephsnovenen darauf hingeführt.

ONETZ: Welche Würdenträger haben bereits gepredigt und welche erwarten Sie noch?

Sven Grillmeier: Nach dem Prodekan und Stadtpfarrer Wolfgang Hierl (Landshut, St. Wolfgang), Stadtpfarrer Franz Pfeffer aus Kelheim, Stadtpfarrer Michael Hirmer aus Teublitz, Weihbischof Reinhard Pappenberger aus Regensburg und Pfarrer Dr. Alois Krist erwarten wir am Montag, 19. Juli, Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg. Der zweithöchste Amtsträger in Bayern wird theologische Überlegungen zum heiligen Josef als "Stütze der Familien" entfalten. Von 18 bis 18.45 Uhr steht Monsignore Martin Neumaier in der Beichtkapelle zum Empfang des Bußsakramentes zur Verfügung. Am 19. August erwarten wird den Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer als Hauptzelebranten und Festprediger. Er hat sich den heiligen Josef als "Spiegel der Geduld" zum Thema gemacht.

ONETZ: Was ist in 2021 sonst noch geplant?

Sven Grillmeier: Mir ist es eine persönlich ganz besondere Freude, am Sonntag, 19. September, 10 Uhr, den Probst und Prälaten der Augustiner Chorherren Abtei Neustift/Brixen, Eduard Fischnaller, in der Pfarreiengemeinschaft begrüßen zu dürfen. Bei seinem ersten Besuch in Kirchenlaibach wird der Südtiroler Würdenträger den heiligen Joseph aus dem Blickwinkel des "Verwalters seines Besitzes" würdigen. Am 19. Oktober wird mein seinerzeitiger Spiritual des Priesterseminars, der heutige Weihbischof von Regensburg, Dr. Josef Graf, zu Gast sein. Sein Thema: "Sproß aus Davids Geschlecht". Am 19. November freuen wir uns auf Bischof emeritus Dr. Friedhelm Hofmann aus Würzburg, und am 8. Dezember, zum Abschluss des Josefsjahres, auf Kardinal Gerhard Ludwig Müller aus Rom. Er ist der erste Kardinal, der die Pfarrei Kirchenlaibach und die Gemeinde Speichersdorf besucht.

ONETZ: Und da gibt es noch die eine oder andere kirchenrechtliche Spitzfindigkeit - gerade bei einer Grenzpfarrei?

Sven Grillmeier: Ich muss für jeden Bischof in Regensburg um die Erlaubnis der Verwendung der kirchlichen Pontifikalien (Mitra und Stab) ersuchen. Diese Erlaubnis wird natürlich erteilt. Aber es ist halt das kirchliche Protokoll. Einzige Ausnahme: Für Kardinal Müller ist dies nicht erforderlich, da er als Purpurträger überall Stab und Mitra verwenden darf. Nicht weniger bedeutend ist, dass die Pfarreiengemeinschaft Kirchenlaibach/Mockersdorf zur Diözese Regensburg und damit auch zur Metropolie München-Freising und nicht zur bayerischen Kirchenprovinz Bamberg gehört. Dies impliziert die Tatsache, dass Erzbischof Schick sein Würdezeichen des Erzbischofs, das Pallium, im Gottesdienst in Kirchenlaibach nicht tragen darf. Dies wäre nicht der Fall, wenn Erzbischof Schick im drei Kilometer entfernten, immer noch zur politischen Gemeinde Speichersdorf gehörenden Ortsteil Brüderes Gottesdienst feiern würde. Denn die dortigen Katholiken gehören zur Filiale Sankt Benedikt, Aichig, diese wiederum zur Stadtpfarrei Unserer Lieben Frau (Schlosskirche) in Bayreuth und somit zum Erzbistum Bamberg.

Ein weiterer Höhepunkt im Kirchenjahr war die Feier der Erstkommunion

Kirchenlaibach bei Speichersdorf
Hintergrund:

Musikalische Gestaltung der Gottesdienste

Den Festgottesdienst an jeden 19. des Monats im Jahr 2021 begleiten Sänger und/oder Instrumentalisten jeweils musikalisch. So verschaffte laut Pfarrer Sven Grillmeier im März das Vokalensemble "4Dimensions" unter Leitung von Sebastian Ponnath den Gläubgen einen liturgischen Hörgenuss.

  • Beim Festgottesdienst am 19. Juli mit Erzbischof Ludwig Schick singt das Duo Julia Bäß und Gabi Fees unter Begleitung von Dominik Fick an der Orgel die Messe "Ite ad Joseph".
  • Am 19. August wartet das Vokalensemble "4Dimensions" mit weiteren Kostproben seines breitgefächerten Repertoires der Kirchenmusik auf.
Pfarrer Sven Grillmeier erläutert im Interview die theologischen Hintergründe und liturgischen Besonderheiten im besonderen Jahr des heiligen Josefs.

 

 

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